"Kaum besser als ein Sumpf" Unilever droht Facebook und Google mit Budgetkürzungen

Montag, 12. Februar 2018
Keith Weed, Unilever
Keith Weed, Unilever
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Unilever Facebook Google Konsumguterriese CNN


Der Konsumgüterriese Unilever droht Online-Plattformen wie Facebook, Google und Co mit einem Werbeboykott, sollten sie ihre Plattformen nicht besser überwachen. Das geht aus Berichten der Nachrichtenagentur Reuters und des US-amerikanischen TV-Senders CNN hervor. Den Medien liegt eine Rede von Unilever-Marketingvorstand Keith Weed vor, die er am Montag auf dem IAB Annual Leadership Meeting im kalifornischen Palm Desert halten wird.
In der Rede von Chief Marketing & Communications Officer Weed, aus der CNN zitiert, soll stehen, dass Unilever nicht länger eine digitale Verwertungskette unterstützen will, "die derzeit nicht besser als ein Sumpf ist, wenn es um Transparenz geht". Zudem bemängele der Konzern, dass die Publisher Hass begünstigen, zur gesellschaftlichen Spaltung beitrügen und den Jugendschutz vernachlässigen würden. Somit würden fragwürdige Inhalte dem sozialen Vertrauen, den Nutzern und der Demokratie schaden. Stattdessen wolle der Konzern seine Werbebudgets in Plattformen investieren, "die Gutes für die Gesellschaft bewirken möchten". Macht Unilever mit seiner Drohung ernst, könnten den sozialen Netzwerken sehr hohe Einnahmen flöten gehen. CNN zufolge beträgt das jährliche Marketingbudget des britisch-niederländischen Konsumgüterkonzerns rund 9,8 Milliarden Euro, ein Viertel davon fließt in digitale Werbung.

Auf Facebook machte sich Unilever erst im vergangenen Oktober selber Feinde. Die zum Konzern gehörende Marke Dove empörte mit einer Anzeige im Zuckerberg-Netzwerk, kassierte dafür Rassismus-Vorwürfe, entschuldigte sich und zog die Anzeige wieder zurück.

Neben Dove zählen unter anderem Coral, Ben & Jerry's, Bertolli, Knorr, Lipton, Magnum, Rexona und Langnese zu den Marken des Unternehmens. bre
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