Karrieretipp

14 kreative Bewerbungen, die aus der Masse herausstechen

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Matthew Epstein hat mit seinem Google-Bewerbungsvideo ziemlich dick aufgetragen und dadurch die Chance auf ein Bewerbungsgespräch erhalten. Am Ende wurde es leider nichts mit dem Traumjob.
© Screenshot: YouTube / t3n
Matthew Epstein hat mit seinem Google-Bewerbungsvideo ziemlich dick aufgetragen und dadurch die Chance auf ein Bewerbungsgespräch erhalten. Am Ende wurde es leider nichts mit dem Traumjob.
Es gibt so einige Bewerbungen im Netz, die in Sachen Kreativität und Einfallsreichtum kaum zu übertreffen sind. Wir haben für euch 14 Beispiele kreativer Stellengesuche kuratiert.
Schon immer war es so, dass man sich bei Bewerbungen von seinen Mitbewerbern abheben musste – durch Qualifikationen, durch Erfahrungen oder einfach nur durch ein gewisses Auftreten. In der Vergangenheit kam nicht selten auch der Kreativitätsfaktor dazu, wenn es darum ging, aus der Masse herauszustechen – auch und gerade in der Medienbranche. Zum einen natürlich, weil dort ein gewisses Maß an Ideenreichtum ganz einfach Grundvoraussetzung ist. Zum anderen aber auch, weil dieser Berufszweig enormen Zulauf hat. Heute bietet sich dafür natürlich das Web an.

Egal, ob durch Webseiten, Bewerbervideos, Social-Media-Profile, Scrollytelling-Formate oder Blogs – die Wege im Internet über die Bewerber ihre Inhalte kommunizieren können, sind vielfältig. Doch es muss nicht immer digital sein – wie auch das letzte Beispiel beeindruckend beweist.

Interactive Resume of Robby Leonardi

Ein besonders herausragendes Beispiel, das in den letzten Jahren für Aufsehen gesorgt hat, ist die Bewerbungs-Webseite von Robby Leonardi . Der New Yorker ist ein multidisziplinärer Designer, der sich sowohl auf Illustrationen und Animationen als auch auf Grafik-Design und Front-End-Entwicklung spezialisiert hat. Personaler können Leonardi wie in einem Videospiel durch verschiedene Level steuern. Das Game ist wie ein Lebenslauf aufgezogen, in dem er immer wieder auf Stationen, Arbeiten und gewonnene Awards hinweist. So erfahren sie, dass er unter anderem den „Net Award 2013“ für das beste Online-Portfolio gewonnen hat. Wie passend!

Eine inspirierende Portfolio-Webseite hat der multidisziplinäre Designer Robby Leonardi veröffentlicht
© Screenshot: rleonardi.com / t3n
Eine inspirierende Portfolio-Webseite hat der multidisziplinäre Designer Robby Leonardi veröffentlicht

The Applicant

Der Spiele-Designer Marius Fietzek hat sich beim Entwicklerstudio Double Fine beworben – und zwar im Rahmen eines selbst programmierten Computerspiels namens „The Applicant“. Die Handlung sieht vor, dass der Spieler ein Bewerbungsgespräch mit Fietzek führen muss. Sympathisch ist das auch, weil das Spiel in traditioneller Pixelgrafik daherkommt. Den Verantwortlichen schien es gefallen zu haben, denn die kreative Idee brachte dem Entwickler seine heiß ersehnte Stelle ein. Ganz neu war der Ansatz jedoch nicht: Einen ähnliches Spiel hatte auch Tim Schafer entwickelt, als der sich bei LucasArts erfolgreich beworben hat. Zum Dank für die Vorlage hat Fietzek dem Vorbild in einer Fortsetzung eine Rolle gewidmet. Während Marius Fietzek darin die freudige Nachricht verkündet dass er eingestellt wurde, kommt Schafer in den Raum und scheucht ihn an seinen Schreibtisch zurück.

"The Applicant" ist ein kreatives Browser-Spiel, das ein Bewerbungsgespräch simuliert
© Screenshot: rickrocket.de / t3n
"The Applicant" ist ein kreatives Browser-Spiel, das ein Bewerbungsgespräch simuliert

Employ Adam

"Jung, verzweifelt, arbeitslos, sucht ..." – so kann man sich den Küchenzuruf vorstellen, den der Brite Adam Pacitti für seine Bewerbung gewählt hat. Nicht unbedingt der beste Einstieg, um sich einem Arbeitgeber zu präsentieren, könnte man meinen. Pacitti hat seinen fast schon mitleiderregenden Aufruf jedoch sehr kreativ und strategisch aufgezogen: Er entwickelte eine Webseite , platzierte darin ein Bewerbervideo und investierte seine letzten 500 Pfund in eine Plakatwand in der Londoner Innenstadt, um für die Seite zu werben – ein rundum gelungenes Konzept. Dieser Erfinderreichtum hat beeindruckt: Der ausgebildete „Media Producer“ bekam rund 60 solide Jobangebote, wie sich nachlesen lässt, und entschied sich am Ende für eine Karriere als „Viral Producer“ bei KEO Digital.

Employ Adam macht auf Mitleid. Das jedoch mit vollem Erfolg. Am Ende wurde Adam Pacitti der neue „Viral Producer“ bei KEO Digital
© Screenshot: adampacitti.com / t3n
Employ Adam macht auf Mitleid. Das jedoch mit vollem Erfolg. Am Ende wurde Adam Pacitti der neue „Viral Producer“ bei KEO Digital

Fotogalerie auf Facebook

Brandon Kleinman verschickt seine Bewerbungen in der Regel ganz konventionell und wie gefordert, allerdings ist sich der US-Amerikaner einer Sache bewusst, die er für sich arbeiten lässt und die ihn Aufmerksamkeit verschafft. Wie er nämlich richtigerweise annimmt, suchen Personaler im Social Web nach Informationen fernab der Bewerbungsunterlagen. In diesem Sinne hat er ein öffentliches Fotoalbum auf Facebook hochgeladen, dass den Suchenden mindestens ein Lächeln abverlangt, hoffentlich aber ein Jobangebot aus den Rippen leiert. Auf Tafelbildern beschreibt er seine Qualifikationen und warum er der richtige für den Job ist. Nette Idee!

Brandon Kleinman weiß, dass Personaler auf Facebook nach Informationen suchen
© Brandon Kleinman-Facebook / t3n
Brandon Kleinman weiß, dass Personaler auf Facebook nach Informationen suchen

Phildub

Die Arbeitskraft als Ware – klingt irgendwie gruselig, oder? Der Franzose Philippe Dubost hat dieses Credo allerdings auf eine neue Ebene gehoben. In seinem Stellengesuch hat der Produktmanager sich und sein Können auf einer nachgestellten Amazon-Page angeboten. Dort, wo du eigentlich die neue „Homeland“-Staffel vermuten würdest, strahlte das Antlitz des Arbeitssuchenden. Bis ins Detail kopierte er das Amazon-Design. Von den Sharing-Buttons bis zur Breadcrumb-Struktur. Wo sonst Kundenrezensionen stehen, hat Philippe seine bisherigen Arbeitsstationen aufgeführt und auch Bewertungen alter Vorgesetzter sind wunderbar originell eingebettet. So viel Einsatz hat sich gelohnt. Der Ansatz brachte ihm 1,5 Millionen Besucher auf die Page und einen Job bei Birchbox in Paris.

Philippe Dubost hat weiß als „Produktmanager“, wie man richtig vermarktet. Sein Stellengesuch im Amazon-Stil ging um die ganze Welt
© Screenshot: phildub.com / t3n
Philippe Dubost hat weiß als „Produktmanager“, wie man richtig vermarktet. Sein Stellengesuch im Amazon-Stil ging um die ganze Welt

Google Please Hire Me

Im vergangenen Jahr suchte auch Matthew Epstein etwas unkonventionell nach seinem Traumjob. Der Unterschied zu den vorher genannten Bewerbern: Matthew wusste schon genau, wo er hinwollte. Unter googlepleasehire.me hat der New Yorker mithilfe eines Bewerbervideos um einen Marketing-Job bei dem wohl aufregendsten Arbeitgeber im Web gebeten – und dabei viel Humor bewiesen. In dem Video hat er all seine Marketing-Kompetenz genutzt, um sich selbst ins richtige Licht zu rücken: „Ich bin ein Mann mit einem Schnurrbart, der selbst Engel zum Weinen bringt“, prahlt er unter anderem. Matthew hatte zuvor bereits 20 Bewerbungen verschickt und nicht einmal eine Absage bekommen. Mit aufgeklebtem Schnurrbart, runtergelassener Hose und Prahlerei auf schon fast peinlichem Niveau hat es dann aber teilweise geklappt: Zumindest ein Bewerbungsgespräch hat Google ihm angeboten. Leider hat es aber nicht für einen Job bei dem Suchmaschinenriesen gereicht.

Matthew Epstein hat mit seinem Google-Bewerbungsvideo ziemlich dick aufgetragen und dadurch die Chance auf ein Bewerbungsgespräch erhalten. Am Ende wurde es leider nichts mit dem Traumjob.
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Matthew Epstein hat mit seinem Google-Bewerbungsvideo ziemlich dick aufgetragen und dadurch die Chance auf ein Bewerbungsgespräch erhalten. Am Ende wurde es leider nichts mit dem Traumjob.

The Google Job Experiment

Alec Brownsteins Jobsuche kann man schon fast als genial betiteln. Mit der Sicherheit, dass sich jeder hin und wieder selbst googelt hat der US-Amerikaner für läppische sechs US-Dollar Google Ads auf die Namen der Kreativ-Direktoren seiner fünf bevorzugten Werbeagenturen geschaltet: David Droga, Tony Granger, Gerry Graf, Ian Reichenthal und Scott Vitrone. Die Idee also: Sobald einer von ihnen den eigenen Namen googelt, spuckte Google eine Anzeige aus. Zum Beispiel: „Hey, Ian Reichenthal – Sich selbst zu googlen macht Spaß. Mich einzustellen aber auch!“ Die Kreativen waren begeistert und Alec hatte vier Vorstellungsgespräche und schlussendlich zwei Jobangebote in der Tasche. Zugeschlagen hat er dann bei der international bekannten Werbeagentur Young & Rubicam in New York. Ein Traumjob.

„The Google Job Experiment“ von Alec Brownstein hat kaum Geld gekostet, aber genau die Menschen angesprochen, auf die es ankam – mittels Google AdWords!
© Screenshot: YouTube / t3n
„The Google Job Experiment“ von Alec Brownstein hat kaum Geld gekostet, aber genau die Menschen angesprochen, auf die es ankam – mittels Google AdWords!

Google Map CV

Auch diese Bewerbung zeugt von hoher Kreativität . Ed Hamilton hat sich dafür die Google „My Maps“-Funktion zu Nutze gemacht und alle seine bisherigen Stationen im In- und Ausland markiert. Hinter jeder Markierung können Betrachter einen kleinen Text finden, der beschreibt, was Hamilton dort gemacht hat. Google Maps bietet sogar eine Navigation mit der man aus der Station wieder in das Hauptmenü kommt. Zudem können Betrachter die Bewerbung leicht teilen. Wie erfolgreich der Freiberufler mit dieser Variante bisher war, wissen wir leider nicht. Dennoch ziehen wir den Hut, dass er überhaupt auf Google Maps kam. Das Beispiel unterstreicht sowohl seinen Prakmatismus wie sein Ideenreichtum!

Pragmatisch und doch einfallsreich! Ed Hamilton hat all seine Stationen in einer Google-Map markiert
© Screenshot: Google Maps / t3n
Pragmatisch und doch einfallsreich! Ed Hamilton hat all seine Stationen in einer Google-Map markiert

Jeanne for Pinterest

Jeanne Hwangs Traumjob war eine Anstellung bei der Onlineplattform Pinterest. Was lag also näher, als sich mit einem eigenen Pinterest-Board zu bewerben. Jeanne ist Absolventin der renommierten Harvard-Business-School, hat unter anderem bei Yahoo gearbeitet und am New-York-City-Triathlon teilgenommen. Diese und viele weitere Informationen finden sich auf ihrem Bord wieder – natürlich in Bildern. Zudem schrieb sie einleitend: „Hey Pinterest! Wo sonst, wenn nicht hier könnte ich meinen Hintergrund und meine Liebe zu Pinterest am besten präsentieren. Klickt euch durch die einzelnen Pins für mehr Details und checkt zudem mein Pinterest Board. Das ist kein Mama-Lebenslauf!“
Jeanne Hwang wollte unbedingt zu Pinterest und hat ihre Liebe zu dem Netzwerk mit einer Bewerbung in Form eines Pinterest-Boards unterstrichen
© Screenshot: Pinterest / t3n
Jeanne Hwang wollte unbedingt zu Pinterest und hat ihre Liebe zu dem Netzwerk mit einer Bewerbung in Form eines Pinterest-Boards unterstrichen

Graeme Anthony C.V.I.V

Auch Graeme Anthony hat mit einem Bewerbervideo von sich reden gemacht. Allerdings ist sein Webvideo interaktiv . „Es ist nichts verkehrt daran, auf die alte Papierbewerberung zurückzugreifen“, sagt der Brite, jedoch habe er sich in dem Video in seinem natürlichen Lebensraum präsentieren wollen – das mache mehr Eindruck. Wer Greame reden hört und sieht, kann sich ein direktes Bild machen. Für weitergehende Informationen, finden Interessierte am Ende des YouTube-Videos einige Buttons: About me, Portfolio, Skills, Timeline und Contact. Diese wiederum verweisen auf weitere Folgen, die entsprechend tiefergehende Auskünfte geben. Cool gemacht!

Auch Graeme Anthony setzt auf das Medium Bewegtbild und bindet sogar interaktive Elemente ein
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Auch Graeme Anthony setzt auf das Medium Bewegtbild und bindet sogar interaktive Elemente ein

Dear Lisa Rudgers,

Schon einmal daran gedacht, deinem Recruiter einen Brief zu schreiben? Nein? Das ist verständlich, weil es doch oft heißt, dass Anschreiben kurz und präzise sein sollen. Die Bewerberin Lindsey Blackwell kümmerte das nicht – sie hat einen ausführlichen, multimedialen Brief an die Vize-Präsidentin für „Global Communications and Strategic Initiatives“ der Universität von Michigan mit der Absicht der neue Social Media Director der Uni zu werden, geschickt. Darin hat Lisa der Verantwortlichen für den Bereich erklärt, warum sie sich mit Michigan verbunden fühlt und warum sie unbedingt diesen Posten bekommen sollte. Leider hat Lisa die Stelle zwar nicht bekommen, allerdings ist die Agentur ingenex auf sie aufmerksam geworden und hat der US-Amerikanerin eine gleichwertige Stelle angeboten – immerhin!

Die Kampagne „Dear Lisa Rudgers“ von Lindsey Blackwell hat zwar nicht zur angestrebten Stelle geführt, allerdings bekam die Bewerberin ein Angebot der Agentur ingenex
© Screenshot: dearlisarudgers.com / t3n
Die Kampagne „Dear Lisa Rudgers“ von Lindsey Blackwell hat zwar nicht zur angestrebten Stelle geführt, allerdings bekam die Bewerberin ein Angebot der Agentur ingenex

My Cover Letter

Auch Gareth Cash hat das Medium Video gewählt und ähnlich wie Lisa Blackwell einen Brief ins Netz gestellt. Darin hat er handschriftlich seinen Lebenslauf, seine Fähigkeiten und Gründe, die für ihn sprechen aufgeführt und das Schreiben abgefilmt. Zwar ist uns nicht bekannt, ob die Bewerbung ihren Zweck erfüllt hat, jedoch wollten wir dieses Beispiel nicht außen vor lassen. Auf YouTube wurde das Video immerhin über 20.000 mal geklickt.

Auch Gareth Cash hat ein Bewerbervideo produziert, dass im Antlitz eines Briefes um die Ecke kommt und mehr als 20.000 mal geklickt wurde
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Auch Gareth Cash hat ein Bewerbervideo produziert, dass im Antlitz eines Briefes um die Ecke kommt und mehr als 20.000 mal geklickt wurde

Kyle Read Says

Was tust du, wenn du etwas wertvolles zu bieten hast, es aber niemanden gibt, der aktuell davon profitiert? Du zeigst deine Fähigkeit einfach, indem du ein sehenswertes Projekt solange mit den Menschen teilst, bis jemand hellhörig wird und sich für dich interessiert. Diesen Ansatz hat Kyle Read verfolgt und eine witzige Scrollytelling-Webseite entwickelt , die mit Hilfe grandioser Effekte eine Geschichte erzählt und schlussendlich auf seinen Online-Auftritt verweist. Das Projekt zeigt sein Können auf so fantastische Art und Weise, dass es kaum noch Worte benötigt. Kann man sein Talent besser unter Beweis stellen?

Kreative Bewerbung at it's best: Kyle Read hat sein Programmierer-Können durch eine eigens kreierte Scrollytelling-Webseite unter Beweis gestellt
© Screenshot: kylereadsays.com / t3n
Kreative Bewerbung at it's best: Kyle Read hat sein Programmierer-Können durch eine eigens kreierte Scrollytelling-Webseite unter Beweis gestellt

Cardboard Milk Carton

Samuel Profetta ist Grafiker und hat sich für ein Universitätsprojekt eine durchaus kreative Möglichkeit einfallen lassen, wie auf­se­hen­er­re­gende Bewerbungen auch aussehen können. Dabei hat er sich gegen einen digitalen Ansatz entschieden: Profetta hat einfach einen Milchkarton mit seinen Angaben bedruckt. Er wollte damit zeigen, dass auch unkonventionelle Medien dafür geeignet sind. Um den Ansatz zu vervollständigen, hat er anstatt der Nährstoffangaben seine Fähigkeiten angegeben und Logos sowie Barcodes für seine Zwecke umgewandelt. Einige weitere Bilder könnt auf seiner Portfolio-Seite einsehen.

Der Milchkarton von Samuel Profeta ist auch ein Hingucker!
© Samprofeta.com / t3n
Der Milchkarton von Samuel Profeta ist auch ein Hingucker!


Dieser Artikel erschien zuerst bei t3n

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