Kampf ums beste Netz

Jung von Matt geht für Vodafone an die Grenzen

Lebensträume können manchmal seltsam sein: Im Vodafone-Spot isst eine junge Frau einen Skorpion
Foto: Vodafone
Lebensträume können manchmal seltsam sein: Im Vodafone-Spot isst eine junge Frau einen Skorpion
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"Was würdest du tun, wenn du alles kannst?" Diese für Normalsterbliche eher hypothetische Frage stellt Vodafone in seiner neuen Werbekampagne, die am heutigen Mittwoch anläuft. Der von Jung von Matt/Alster entwickelte, durchaus eindrucksvolle TV-Spot ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich der Kampf der Telekommunikationskonzerne um das beste Netz auch in der Kommunikation niederschlägt. HORIZONT Online zeigt das Commercial vorab.
Die Hauptrolle in dem von Radical, Berlin, produzierten 60-Sekünder spielt eine junge Frau, die um die Welt reist und eine lange Liste von Lebenswünschen erfüllt: Sie fliegt einen Looping, springt vom 10-Meter-Brett und isst einen Skorpion. Was dem aufmerksamen Zuschauer nicht entgehen dürfte ist, dass es sich nicht um ihre eigenen Wünsche handelt, sondern um die ihres alten Großvaters. Der sitzt zwar zuhause in seinem bequemen Ledersessel, ist aber dank seines Tablets und des 4G-Mobilfunknetzes von Vodafone in der Lage, bei all den Abenteuern, die seine Enkelin nun stellvertretend für ihn erlebt, live dabei zu sein. Am Ende des sehr emotionalen Commercials, für das die Berliner Band Jonah den Song „All We Are“ beisteuerte, fließen sogar Tränen.

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Anfang der Woche kündigte Vodafone-Marketer Gregor Gründgens im HORIZONT.NET-Interview Veränderungen an der weltweiten Corporate Identity des Konzerns an. Am kommenden Montag fällt bereits der Startschuss für die erste Kampagne im neuen Look. Die Arbeit, bei der Vodafone mit Jung von Matt und Regisseur Sebastian Strasser zusammenarbeitete, muss man schon als außergewöhnlich bezeichnen. HORIZONT.NET zeigt den Spot exklusiv und vorab.

Der unter der Regie von Christopher Riggert realisierte TV-Spot, der von Print-, Online- und POS-Maßnahmen flankiert wird, ist ein weiteres Beispiel dafür, wie derzeit nahezu alle Telekommunikationskonzerne versuchen, sich als Vorreiter im Bereich Netzqualität und Netzabdeckung zu positionieren - und dabei bisweilen bei der Differenzierung auch an (kreative) Grenzen stoßen. Neben dem Düsseldorfer Mobilfunker Vodafone, der gemeinsam mit seiner Discounttochter Otelo bereits seit Jahren seine Netzkompetenz bewirbt, haben vor allem auch die Deutsche Telekom und O2 mit großen Infrastrukturkampagnen auf sich aufmerksam gemacht. Dabei geraten die Konzerne bisweilen auch aneinander, etwa als Vodafone 2013 zum Stilmittel des werblichen Vergleichs griff und das Netz der Telekom als minderwertig darstellte.  Vodafone war zuvor ebenfalls Opfer von vergleichender Werbung geworden, als der Münchner Wettbewerber O2 mit Verweis auf ein Testergebnis der Zeitschrift "connect" sein Netz als überlegen darstellte.

Der Trend hin zu Netzkampagnen ist wohl kaum aufzuhalten. Da sich die Internetnutzung immer stärker auf mobile Geräte verlagert, dürfte die Qualität des Mobilfunknetzes bald das mit Abstand wichtigste Zugpferd der Telekommunikationskonzerne bei der Kundengewinnung sein. Dass die Konzerne beträchtliche Summen in den Ausbau der Infrastruktur investieren, ist vor diesem Hintergrund kein Wunder. Allein die Telekom investiert 4 Milliarden Euro jährlich in den Netzausbau. Vodafone will in den kommenden zwei Jahren dengleichen Betrag investieren - und hat das sogar bereits zum Thema einer eigenen TV-Kampagne gemacht. mas

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