HORIZONT Podcast Social-Media-Profi Oguz Yilmaz über Influencer-Pannen wie Bifi, Bloggergate & Co

Montag, 12. März 2018
Früher als Teil von Y-Titty ein gefeierter Youtubestar, heute Agenturchef: Oguz Yilmaz
Früher als Teil von Y-Titty ein gefeierter Youtubestar, heute Agenturchef: Oguz Yilmaz
© Whylder / Bearbeitung: HORIZONT

Ein tolpatschiger Bifi-Post, peinliche Coral-Platzierungen, #Bloggeragte: Influencer Marketing ist in den vergangenen Monaten wieder stärker in die Kritik geraten. Oguz Yilmaz, der als Youtubestar mit der Comedytruppe Y-Titty große Erfolge feierte und heute Chef einer Kreativagentur ist, fordert im HORIZONT Podcast mehr Mühe bei der Werbekennzeichnung von Influencer-Kooperationen. Die jungen Social-Media-Bekanntheiten selbst nimmt er zum Teil aus der Schusslinie.
"Meiner Meinung nach müssen Agenturen und Marken viel mehr Einsatz zeigen bei der Werbekennzeichnung", sagt Yilmaz im HORIZONT Podcast (Intro- und Outro-Produktion: Supreme Music). Immer alles auf die Influencer zu schieben sei zu einfach, so der 26-Jährige, der gleichzeitig entsprechende Funktionen auf den Plattformen fordert: Vor allem auf Youtube bräuchte es ein Tool, so Yilmaz, mit dem sich Marken-Kooperationen deutlicher erkennen lassen - ähnlich dem, was Instagram vor wenigen Monaten einführte. Doch die perfekte Werbekennzeichnung sei angesichts der Vielfalt der digitalen Plattformen und der Schnelllebigkeit dieser Branche kaum möglich, so Yilmaz. Das schlichte Motto "Da, wo Werbung drin ist, muss auch Werbung draufstehen" sei gar nicht so leicht umzusetzen. "Was ist beispielsweise, wenn man einen Influencer für einen Retweet auf Twitter bezahlt? Wie kennzeichnet man das?", fragt Yilmaz.

Für die teils plumpen Negativbeispiele in Sachen Influencer-Kooperationen wie Bifi und Co hat Yilmaz mittlerweile nur noch ein müdes Lächeln übrig. "Ich finde das lustig." Der Fall #Bloggergate, wo eine Instagramerin um eine Hotelübernachtung im Austausch gegen eine positive Erwähnung bat, wurde jedoch, so die Meinung von Yilmaz, zu sehr aufgebauscht: "Alle, die Influencer nicht mögen, haben das zum Anlass genommen, um zu stänkern." Dabei sei diese Anfrage-Praxis legitim und in der Influencer-Szene gang und gäbe.

Yilmaz war Teil des Trios Y-Titty, das zu seiner Zeit mit über drei Millionen Fans den größten deutschen Youtube-Kanal besaß. 2014 wurde der Gruppe in einem Bericht von "Report Mainz" vorgeworfen, Produktplatzierungen für Marken wie Coca-Cola und Samsung nicht richtig gekennzeichnet zu haben, der damalige Vermarkter Mediakraft bestritt die Vorwürfe. Nach der Auflösung von Y-Titty 2015 gründete Yilmaz mit Lukas Schneider von Endemol Beyond die Kreativagentur Whylder, die sich mit Markenkommunikation in sozialen Medien beschäftigt. Zu den Kunden von Whylder gehören unter anderem Netflix, Sky, das ZDF und Samsung. ron

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