Große Koalition

Ausdehnung des Tabakwerbeverbots ist offenbar vom Tisch

Tabakkonzerne dürfen offenbar weiterhin mit Plakaten werben
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Tabakkonzerne dürfen offenbar weiterhin mit Plakaten werben
Für die Tabakindustrie wurde die Luft zuletzt immer dünner. Das bereits für die Kanäle TV, Radio, Print und Online geltende Tabakwerbeverbot sollte 2020 eigentlich auch auf Außenflächen und Kino ausgedehnt werden. Doch nun dürften Marlboro, Lucky Strike & Co spürbar aufatmen. Die Große Koalition will das Werbeverbot laut einem Medienbericht nicht umsetzen.
Die im Jahr 2016 von Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) angeschobene Ausdehnung des Tabakwerbeverbots ist offenbar vom Tisch. Das berichtet der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Die Festlegung auf ein Verbot, das auch für E-Zigaretten gelten sollte, wurde nach Informationen des Magazins aus dem Koalitionsvertrag gestrichen, heißt es. Daher würden die Pläne, die ab 2020 ein Verbot von Außenwerbung und in Kinos (bei für Zuschauer unter 18 Jahren freigegeben Filmen) vorsahen, voraussichtlich nicht umgesetzt. 


Die Kehrtwende geht offenbar von der Union aus. Der Passus zum Tabakwerbeverbot, auf den sich zuvor die Unterhändler der zuständigen Arbeitsgruppe geeinigt hatten, wurde nach Informationen des Spiegel auf Druck der Unionsfraktionsspitze gestrichen.

Sollte es den Tabakkonzernen hierzulande weiter erlaubt sein, Zigaretten auf Außenwerbeflächen zu bewerben, wäre Deutschland ein Sonderfall. In keinem weiteren Land der EU ist Tabakwerbung an Hauswänden oder Litfaßsäulen noch erlaubt. Außerdem dürfen Tabakkonzerne noch in Fachgeschäften sowie in Verkaufsstellen wie Trinkhallen oder Tankstellen für ihre Produkte werben. mas
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