Umweltaktion

Warum in den Regalen einer Penny-Filiale gähnende Leere herrschte

In den Penny-Regalen in Langenhagen herrschte am Montagmorgen gähnende Leere
Penny
In den Penny-Regalen in Langenhagen herrschte am Montagmorgen gähnende Leere
Mit leeren Supermarktregalen setzte sich im vergangenen Jahr Edeka medienwirksam gegen Fremdenfeindlichkeit ein. Nun zieht Penny mit einer ganz ähnlichen Aktion nach - allerdings mit anderem Hintergrund. Statt gegen Ausländerfeindlichkeit will der Discounter seine Kunden gegen das Bienensterben mobil machen. Denn fast 60 Prozent der Artikel der Handelskette würde es in bekannter Form ohne Bienen und andere bestäubende Insekten nicht mehr geben.
Da staunten die Kunden im Penny-Markt im Hannoverschen Langenhagen nicht schlecht: Statt prall gefüllten Regalen gab es am Montagmorgen nur gähnende Leere in der Filiale. Von den 2.500 Artikeln des Discounters wurden laut Spiegel Online etwa 1.600 Produkte entfernt. Obst und Gemüse, Kaffee, Schokolade, Tiefkühlkost, Säfte: Alles weg. "Biene weg - Regal leer", stand auf Plakaten mit dem Penny-Testimonial Günter Kastenfrosch, der als Nachhaltigkeitsbotschafter des Discounters fungiert. Denn all diese Produkte gäbe es ohne Bienen nicht.
Auch in den Tiefkühltruhen fehlten Produkte
Auch in den Tiefkühltruhen fehlten Produkte (© Penny)
Die Aktion, die Penny gemeinsam mit dem Naturschutzbund NABU und dem niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies durchführte, soll auf den ersten Weltbienentag der Vereinten Nationen am 20. Mai 2018 hinweisen. Die Idee dazu entstand inhouse bei Penny.

Hintergrund: Bienen sind das drittwichtigste Nutztier des Menschen nach Rind und Schwein. Der wirtschaftliche Nutzen von Wildbienen, Schmetterlingen und Co wird laut Penny auf bis zu 500 Milliarden Euro geschätzt. Doch die Anzahl und Vielfalt der Insekten sinkt in den vergangenen Jahren. Von den etwa 550 in Deutschland vorkommenden Arten von Wildbienen sind über die Hälfte gefährdet und viele bereits ausgestorben.

Die Ursachen liegen den Initiatoren der Aktion zufolge in dem massiven Gebrauch von Pestiziden und fehlenden Strukturen wie Feldgehölzen, Ackerrandstreifen und Co. Zudem wird der Lebensraum der Insekten gefährdet, auch der Klimawandel trägt seinen Teil zum Insektensterben bei. Penny, NABU und Lies wollen die Verbraucher darauf hinweisen, dass sie es selbst in der Hand haben, etwas gegen diese Entwicklung zu unternehmen.
Von den Brot- und Backwaren bliebe ohne Bienen ebenfalls nur wenig übrig
Von den Brot- und Backwaren bliebe ohne Bienen ebenfalls nur wenig übrig (© Penny)
"Wir müssen gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, um das Insektensterben zu stoppen. Wir wollen unseren Kunden auch zeigen, wie vergleichsweise einfach sie sich für die Bienen engagieren können. Zum Beispiel mit Blumenwiesen oder Insektenhotels auf dem Balkon oder im Garten", so Stefan Magel, Bereichsvorstand Handel Deutschland und COO von Penny. "Unsere Natur verstummt ansonsten unwiederbringlich."

Umweltminister Olaf Lies ergänzt: "Die Konsequenzen eines ungebremsten Insektensterbens werden uns hier auf erschreckend deutliche Weise vor Augen geführt. Ein Großteil des gesamten Lebensmittelsortiments ist von der Leistung von Bienen und vielen anderen Insektenarten abhängig. Ohne sie hätten wir sehr stark ausgedünnte Supermärkte – und dieses Problem träfe uns dann alle! Diese düstere Zukunftsvision zeigt, was uns blüht, wenn wir nicht unverzüglich gegensteuern."

Die Aktion im Penny-Markt in Langenhagen steht im Kontext der Nachhaltigkeitsstrategie der Rewe Group, deren Schwerpunkt unter anderem seit rund zehn Jahren der Schutz der Biodiversität ist. Seit 2010 engagieren sich beispielsweise in einem Gemeinschaftsprojekt der Rewe Group, Bodensee-Stiftung, Bird Life Österreich und NABU mittlerweile über 300 Landwirte in mehr als 20 Anbauregionen für den Schutz der Artenvielfalt im Apfelanbau in Deutschland und Österreich. bre

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