Fußball-Bundesliga

So viel verdienen die Erstligisten mit Werbung

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert
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DFL-Geschäftsführer Christian Seifert
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die wirtschaftlichen Kennzahlen der Fußball-Bundesliga aus der Saison 2016/17 vorgestellt. Schon zum 13. Mal in Folge konnten die 36 Vereine einen Umsatzrekord feiern: Insgesamt erlöste der deutsche Profifußball in besagter Spielzeit 4,01 Milliarden Euro. Die Erstligisten verdienten dabei ein Viertel ihrer Einnahmen mit Werbung.
Die 18 Vereine der ersten Fußball-Bundesliga erlösten in Summe 3,37 Milliarden Euro - ein Plus von rund vier Prozent im Vergleich zur Saison 2015/16. Mit 960,6 Millionen Euro stammt der größte Teil davon aus der Vermarktung nationaler Medienrechte. Den zweitgrößten Posten stellt bereits der Bereich Werbung. Hier beträgt der Umsatz der Bundesligisten 854 Millionen Euro, was 25,3 Prozent am Gesamtertrag entspricht. Die weiteren Bereiche sind Transfererlöse (581,7 Millionen Euro), die Erlöse aus dem Spielbetrieb (503,8 Millionen), Merchandising (191,8 Millionen) und Sonstiges (283 Milllionen).


Im Segment nationale Medienvermarktung werden die Erlöse in der laufenden Saison erneut steigen. Der Grund: Seit dieser Spielzeit gilt der neue Medienvertrag, der der Bundesliga im Schnitt pro Jahr 1,16 Milliarden Euro einbringt. Bislang waren es durchschnittlich 628 Millionen Euro pro Saison. Auch der Bereich Werbung dürfte erneut wachsen. Zum einen haben manche Bundesligisten neue Hauptsponsoren verpflichtet. Zum anderen dürfen die Bundesligisten seit dieser Saison die Fläche auf dem linken Trikotärmel selbst vermarkten. Auch die Zweite Bundesliga hat ihren Gesamtumsatz erneut gesteigert. Nach 608,3 Millionen Euro in der Saison 2015/16 lag der neuerliche Bestwert 2016/17 bei 635,2 Millionen Euro, was einer Erhöhung um 4,4 Prozent entspricht. Damit befindet sich Deutschlands zweithöchste Spielklasse auf einem höheren wirtschaftlichen Niveau als so manche erste Liga in Europa, beispielsweise in den Niederlanden.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hob bei der Präsentation der Zahlen nicht nur den ausgewogenen Einnahmen-Mix der Bundesliga hervor. Er verwies auch darauf, dass die Liga "in Summe betrachtet finanziell absolut gesund" sei. So schrieben 25 von 36 Bundesligisten nach Steuern schwarze Zahlen. Das Netto-Ergebnis der ersten Liga betrug demnach 150 Millionen Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hätten alle 18 Clubs der Fußball-Bundesliga ein Plus verzeichnet.


„In Summe betrachtet ist die Liga finanziell absolut gesund.“
Christian Seifert
Zudem unterstrich Seifert die Bedeutung des Profifußballs für das Gemeinwesen. So hätten die Vereine in der abgelaufenen Saison insgesamt 1,17 Milliarden Euro Steuern gezahlt und damit so viel wie noch nie. Darüber hinaus sei die Bundesliga ein wichtiger Faktor auf dem Arbeitsmarkt: Bei den Clubs, ihren Tochtergesellschaften sowie Firmen, die in einem Vertragsverhältnis mit einem Verein stehen, seien 54.275 Menschen beschäftigt gewesen. Dabei waren bei den 36 Clubs selbst und deren Tochtergesellschaften direkt erstmals mehr als 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Die Zahlen aus dem Bundesliga-Report werden gerne ins Verhältnis gesetzt zu den Erlösen der Premier League, der finanzstärksten Fußball-Liga der welt. Dort wurde gerade erst ein neuer Medienvertrag abgeschlossen, der der Liga umgerechnet mindestens 5 Milliarden Euro für die drei Spielzeiten von 2019/20 bis 2021/2022 einbringt. Seifert verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Bundesliga die Nummer zwei der Welt sei - "vor ein paar Jahren waren wir noch Fünfter". Die finanzielle Ausstattung der Clubs sei dabei nicht das Problem: "Die Frage ist eher, wie wir das Beste daraus machen". ire
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