#EyetoEye Peta und der beklemmende Virtual-Reality-Dialog zwischen Hase und Mensch

Freitag, 04. Mai 2018
Ein Hase dient im Realtime-Virtual-Reality-Dialog als Sprachrohr für die Tiere
Ein Hase dient im Realtime-Virtual-Reality-Dialog als Sprachrohr für die Tiere
© © PETA Deutschland e.V.

Wie wäre es, wenn man sich mit einem Hasen unterhalten könnte, der aus einem Labor für Tierschutzversuche geflohen ist? Wenn das Tier den Menschen zu dem Ort führt, an dem er eingesperrt wurde und leiden musste - dafür, dass sich der Mensch an ihm getestete Kosmetik kaufen kann? In diese Situation lässt die Tierrechtsorganisation Peta derzeit Re:publica-Besucher in einem Truck eintauchen - mit einem beklemmenden Virtual-Reality-Experiment, das bald auf Welttournee geht.
Das Echtzeit-Virtual-Reality-Experiment #EyetoEye ist die teuerste Maßnahme, die PETA weltweit je umgesetzt hat. Über acht Monate arbeitete die Organisation (Kreation) zusammen mit Kreativagentur Kolle Rebbe (Konzeption) und der Digitalagentur Demodern (technische Umsetzung) an dem innovativen Projekt. Seit Mittwoch, dem 2. Mai, können sich Truck-Besucher nun vis-á-vis mit einem ausgebeuteten Hasen unterhalten. Nachdem der Mensch sich die Virtual-Reality-Brille aufgesetzt hat, hoppelt das flauschige Tier auf den Stuhl gegenüber. Dann beginnt der schlagfertige und einfühlsame Hase das Gespräch, spricht den Menschen auf seinen Umgang mit Tieren und tierischen Produkten an und führt ihn an bis zu vier Orte - ins Labor, auf eine Wiese, in den Wald oder in einen Schlachtraum. Jeder Dialog läuft individuell ab, je nachdem, was für eine Person sich gerade mit dem Hasen unterhält. Hinter dem Tier steckt keine Künstliche Intelligenz, sondern ein Schauspieler, was den Dialog sehr persönlich und menschlich macht. Ein von Demodern für das Projekt entwickeltes Face-Reenactment-System überträgt Stimme und Mimik des Darstellers live auf den virtuellen Charakter.

„Eye to Eye“ – Mensch und Tier begegnen sich erstmals auf Augenhöhe.
„Eye to Eye“ – Mensch und Tier begegnen sich erstmals auf Augenhöhe. (© © PETA Deutschland e.V.)
"Der Hase überrascht mit echten Emotionen und Einfühlungsvermögen. Es ist ein Spiel mit den Erwartungen der User, das neue Maßstäbe dafür setzt, was in virtuellen Welten möglich ist", so Andreas Brunsch, Executive Creative Director Digital bei Kolle Rebbe. Alexander El-Meligi, Managing Partner und Creative Director bei Demodern, fügt hinzu: "Dieses Projekt zeigt nicht nur, was mit Virtual Reality visuell und technisch alles machbar ist, sondern auch, welche Chancen in diesem immersiven Medium für Storytelling und Storydoing stecken."


Für das Social-Experiment wurde ein Hase und kein Nutztier ausgewählt, weil er das am vielseitigsten ausgebeutelte Tier sei und schließlich auch das Peta-Logo ziert. Außerdem vermittle der Hase eine gewisse Niedlichkeit und Unschuld, durch die der Mensch nicht sofort ein schlechtes Gewissen bekomme. Denn das sei nicht das vorrangige Ziel.

„Wir leben in einer technikverliebten Welt. Virtual Reality bietet uns die Chance, Menschen zu erreichen, die sich bisher wenig oder gar nicht mit dem Thema Tierrechte beschäftigt haben.“
Hendrik Thiele
"Mit dem Experiment wollen wir die Menschen direkt erreichen und auf die weltweite Ausbeutung von Tieren aufmerksam machen", erklärt Hendrik Thiele, Leiter Markenkommunikation und Kreation von Peta. "Mensch und Tier können in unserem Truck erstmals unter vier Augen auf Augenhöhe sprechen". Auf diese Weise sei der Mensch gezwungen, Verantwortung zu übernehmen. Ziel sei es, den Experimentteilnehmer zum Nachdenken anzuregen und seine Handlungen zu reflektieren. Dazu trägt auch ein Brief vom Hasen bei, der am Ende der Virtual-Reality-Erfahrung vor dem Besucher liegt und die Aktion offline abrundet.

Den Startschuss für die Roadshow mit dem VR-Experiment markiert die Re:publica, die derzeit in Berlin stattfindet. Interessierte konnten sich vor Ort einen Slot reservieren. Es sind allerdings bereits alle Plätze belegt. In Zukunft soll der Truck auf weiteren Events und Messen in Deutschland gastieren. Es ist auch möglich, das Fahrzeug zu mieten. Parallel wird das VR-Experiment von internationalen Peta-Ablegern adaptiert und startet zum Beispiel in den USA und China.

"Wir leben in einer technikverliebten Welt. Virtual Reality bietet uns die Chance, Menschen zu erreichen, die sich bisher wenig oder gar nicht mit dem Thema Tierrechte beschäftigt haben", so Thiele über den Ansatz des Projekts.

Neben der Roadshow macht Peta im Netz mit einer Landingpage und einem siebenminütigen Video auf #EyetoEye aufmerksam, das das Gespräch zwischen Hase und Mensch dokumentiert. In sechs Wochen wird zudem eine Web-App mit einem 360-Grad-Film starten. Darin kann sich der Mensch ebenfalls mit dem Hasen unterhalten.

Darüber hinaus setzt Peta auf PR und Influencer Marketing. Zu Beginn hat sich die Tierrechtsorganisation mit Youtuber Simon Unge zusammengetan, der in einem Video auf das VR-Experiment reagiert. Der Film ist derzeit auf Platz 4 der Youtube-Trends und zählt derzeit rund 219.000 Aufrufe. Bald sollen weitere Meinungsmacher folgen, die nicht unbedingt wie Unge Veganer oder Vegetarier sein müssen.

Neben Peta, Kolle Rebbe und Demodern war German Wahnsinn am Projekt beteiligt und produzierte Sound und Musik. bre
HORIZONT Newsletter Newsline

täglich um 17 Uhr: die wichtigsten News. Insights. Inspirationen.

 


Meist gelesen
stats