Elektroauto-Quote ab 2018

Deutsche Autobauer sind entsetzt

BMW gilt als Elektroauto-Pionier, die Quote dürfte dem Unternehmen dennoch zu schaffen machen
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BMW gilt als Elektroauto-Pionier, die Quote dürfte dem Unternehmen dennoch zu schaffen machen
Die deutschen Autobauer kommen mit ihren Elektroautos nur langsam in Fahrt – das dürfte sich bald rächen. Denn ab 2018 soll es im größten Automarkt der Welt eine E-Auto-Quote geben.

Elektroauto-Quote in China kommt schon in zwei Jahren

Während sich die deutschen Autobauer hierzulande noch mit der Entwicklung von Stromern ausruhen können – ein erster Antrag sieht vor, dass nach dem Willen der deutschen Bundesländer ab 2030 keine neuen Benzin- und Diesel-Autos mehr zugelassen werden sollen –, sieht es in China ganz anders aus. Denn ein in den letzten Wochen eingereichter Gesetzentwurf sieht vor, schon ab 2018 eine Elektroauto-Quote einzuführen.


Dieser auf der Website des chinesischen Industrie- und Informationstechnologie-Ministeriums veröffentlichte Entwurf gleicht Beobachtern zufolge einem Weckruf für die Autobranche. Unter anderem sind die deutschen Autohersteller beunruhigt, denn für sie hätte eine solche Quote massive Konsequenzen.

Der Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass ab 2018 für acht Prozent aller in China verkauften Fahrzeuge sogenannte Kreditpunkte gesammelt werden müssen, im Folgejahr schon für zehn Prozent und ab 2020 zwölf Prozent. „Noch ist nicht ganz klar, mit welchen Multiplikatoren gerechnet wird. Die Unruhe in der Branche ist aber gewaltig“, erklärt Jochen Siebert, Geschäftsführer der Beratungsfirma JSC Automotive in Shanghai gegenüber der Süddeutschen Zeitung

Elektroauto-Quote in China: Deutsche Autobauer hoffen auf Gabriel

Derzeit kalkulieren die Konzerne mit der Faustformel, dass vier Punkte für ein Elektrofahrzeug und zwei Punkte für ein Plug-in-Hybridauto gesammelt werden. Von einer ähnlichen Kalkulation geht auch Cui Dongshu, Generalsekretär der China Passenger Car Association aus. Seinen Ausführungen zufolge müsse Volkswagen 2018 60 000 E-Autos herstellen, wenn das Unternehmen circa drei Millionen Autos in China verkauft. Bei Plug-in-Hybriden mit einer geringen elektrischen Reichweite von nur 50 Kilometern müssten sogar 120.000 Fahrzeuge produziert werden. Könne VW diese Ziele nicht erreichen, müsse der Konzern entweder seine Produktion reduzieren oder aber anderen Herstellern Kreditpunkte abkaufen. Wie teuer ein Punkt sein wird, ist noch unklar.


„Für Konzerne wie VW bedeutet das großen Stress“, erklärt Cui gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Denn falls es in den nächsten Wochen nicht gelingen solle, die Pläne Pekings maßgeblich zu ändern, „werden die großen Hersteller die chinesische Industrie mit enormen Investitionen päppeln müssen.“

Die deutschen Autobauer – neben Volkswagen auch der als Elektropionier geltende Hersteller BMW – hoffen auf eine Abschwächung der chinesischen Pläne durch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Gabriel reist am Montag für mehrere Tage nach China, um politische Gespräche zu führen, die Westmesse in Chengdu zu besuchen und in Hongkong die Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft zu leiten. Er wird von einer Delegation von knapp 60 Wirtschaftsvertretern begleitet. 

Dieser Beitrag erschien zuerst auf t3n 

 

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