Digitale Transformation

Nur wenige Unternehmen rechnen mit Jobverlusten durch Digitalisierung

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Kollege Roboter: Wer macht künftig die Arbeit?
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Kollege Roboter: Wer macht künftig die Arbeit?
Zu einer häufig geäußerten Befürchtung dieser Tage gehört, dass die Digitalisierung Millionen von Arbeitsplätzen vernichten könnte. Eine Studie der GfK und der zu EY (früher Ernst & Young) gehörenden Beratungsfirma Etventure zeigt nun: Unternehmen gehen davon aus, dass die Effekte der digitalen Transformation für die Beschäftigungssituation sogar positiv sein werden.
Für die Studie wurden Etventure zufolge repräsentativ die 2.000 größten Unternehmen in Deutschland ab einem Jahresumsatz von 250 Millionen Euro befragt. Ergebnis: Mehr als 80 Prozent der Unternehmen erwarten stabile bis positive Arbeitsplatzeffekte. So gehen 57 Prozent der befragten Unternehmen von einer gleich bleibenden Anzahl an Arbeitskräften aus, 26 Prozent prognostizieren sogar einen Zuwachs. Lediglich 17 Prozent rechnen mit einem Jobabbau. In der Vorjahresstudie hatte noch jeder fünfte deutsche Konzern befürchtet, dass im Zuge der Digitalisierung Arbeitsplätze abgebaut werden.


Je nachdem, wen man fragt, kann man allerdings auch ganz andere Ergebnisse bekommen. So hatte der Branchenverband Bitkom kürzlich gemeldet, dass im Zuge der Digitalisierung 3,4 Millionen Stellen in den kommenden fünf Jahren hierzulande wegfallen, weil Roboter oder Algorithmen die Arbeit übernehmen. Bei 33 Millionen sozialversicherungspflichtigen Jobs wäre das jede zehnte Stelle. Gleichzeitig kann die Digitalisierung auch neue Jobs schaffen, an die man jetzt möglicherweise noch gar nicht denkt.

"Die Studienergebnisse zeigen, dass sich die Sicht der deutschen Unternehmenslenker auf die Digitalisierung zunehmend ins Positive wandelt", sagt Philipp Depiereux, Gründer und Geschäftsführer von Etventure. "Wichtig ist es nun, dass auch die Mitarbeiter für das Thema begeistert und bei diesem Veränderungsprozess mitgenommen werden. Neben der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle ist das die zentrale Herausforderung für die erfolgreiche Bewältigung der digitalen Transformation."


Gerade hierbei gibt es laut der Etventure-Studie allerdings Nachholbedarf: Gerade einmal 38 Prozent – und damit sogar vier Prozent weniger als noch im Vorjahr – halten ihre aktuelle Belegschaft für ausreichend qualifiziert für die Veränderungen durch die digitale Transformation. ire
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