Deutscher Werberat

Mal wieder Werbung für den A.....

Das ist Werbung für einen Reifenservice.
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Das ist Werbung für einen Reifenservice.
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Der Deutsche Werberat rügt fünf Unternehmen wegen ihrer sexistischen Werbung. Die Kombination von Po-Bildern mit Dienstleistungen und platten Sprüchen geht für das Selbstkontrolleinrichtung der deutschen Werbewirtschaft gar nicht.

Eine öffentliche Rüge durch den Werberat fällt nicht einfach vom Himmel. Zuvor gibt es einen klar definierten Prozess, der mit der Beschwerde eines Konsumenten einsetzt. Danach folgen die Bitte um Stellungnahme, die Gremiumsitzung, die Aufforderung das Motiv zu ändern, wenn es gegen die Verhaltenkodizes der deutschen Werbewirtschaft verstößt. Meistens funktioniert das, doch eben nicht immer. Und dann folgt die öffentliche Rüge. Aktuell sind davon fünf Unternehmen betroffen. Dabei fällt auf: Vier davon haben sich diesmal in der Poebene verlaufen.

Für diese Autowerbung fing sich Lehmann Transporte eine Rüge ein
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Für diese Autowerbung fing sich Lehmann Transporte eine Rüge ein
Die Firma Lehmann Transporte im sächsichen Großhartmannsdorf wirbt auf LKW-Planen mit dem Po einer Frau, der nur mit einem Stringtanga bekleidet ist.  Der  Slogan "… wir bringen’s knackig…" setzt aus Sicht des Werberats die abgebildete Frau mit den im Fahrzeug transportierten Tiefkühlwaren gleich. Da zudem die Frau allein auf ihre Körperlichkeit und vor allem ihr Gesäß reduziert wird, hält der Werberat diese Werbung für sexistisch. An der Entscheidung ändert auch die Begründung des Unternehmens nichts, das Motiv solle lediglich zeigen, dass das Gemüse bei der Lieferung frisch ist.


Als sexistisch stuft das Gremium auch die Werbung von Pretzsch Bau aus der Lutherstadt Wittenberg ein. Warum? Auf der Bauzaunwerbung des Unternehmens steht der Slogan "…wir baggern überall" kombiniert mit einem nackten, sandigen Frauenpo, auf dem sich ein Spielzeugbagger befindet.  Das suggeriere, so der Werberat, dass Frauen überall angebaggert werden können. Zudem sei die bildliche Darstellung, selbst wenn sie humorvoll gemeint gewesen sein sollte, nach Ansicht des Gremiums frauenherabwürdigend.




Betroffen ist auch Thomy's Reifenservice aus Chemnitz. Dessen Plakat- und Onlinewerbung zeigt zwar ein bekleidetes Hinterteil, auf dem allerdings die gefesselten Hände einer Frau ruhen. Nach Auffassung wird mit dem Text  "Nur Klauen ist billiger!" der Eindruck der sexuellen Verfügbarkeit suggeriert. Der Unternehmer dagegen hielt in seiner Stellungnahme die Darstellung nicht für herabwürdigend, sondern für erotisch. "Gegen erotische Darstellungen hat der Werberat nichts einzuwenden, auch wenn diese keinen direkten Bezug zu der beworbenen Dienstleistung haben. Bei dieser Werbung jedoch ist die Grenze zu einer Herabwürdigung überschritten", begründet das Gremium seine Rüge.
Ein Po und die Zeitarbeit. Auch die LFH Nürnberger Zeitarbeit erhält eine Rüge
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Ein Po und die Zeitarbeit. Auch die LFH Nürnberger Zeitarbeit erhält eine Rüge
Aus fast den gleichen Gründen bekam auch die LFH Nürnberger Zeitarbeit Post vom Werbeerat. Auf einem Firmenfahrzeug ist wird eine Frau auf Po und Beine reduziert. Das Motiv fungiert nach Meinung des Gremiums nur als Blickfang. Das Unternehmen sah in seinem Motiv keine Diskriminierung.
Der Werbebelag bei UP Gastro hat für den Werberat einen faden Beigeschmack
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Der Werbebelag bei UP Gastro hat für den Werberat einen faden Beigeschmack
Sexistisch wirbt auch die UP Gastro in Halle/Saale für den Pizzalieferdienst Uno Pizza. Die Plakat- und Onlinewerbung zeigt eine Frau in Unterwäsche, die auf Pizzakartons liegt. Auf ihrem Bauch befindet sich neben einer Pizza der Text "Pizza Hot Spicy". "Dieser Text setzt die Frau mit den beworbenen Pizzen gleich", sagt der Werberat. Zwar entfernte der Pizzadienst den auf dem Bein der Frau angebrachten Preis von 4,99 Euro. Aber das Motiv einer nur mit Spitzenunterwäsche bekleideten, lasziv dargestellten Frau habe keine Verbindung zu den beworbenen Pizzen. mir

 


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