DSGVO "Viele deutsche Unternehmen verstehen die Gefahr der Nonkonformität einfach nicht"

Dienstag, 20. Februar 2018
Ab dem 25. Mai gelten neue Datenschutz-Gesetze
Ab dem 25. Mai gelten neue Datenschutz-Gesetze
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Noch bis zum 25. Mai haben Unternehmen Zeit, sich auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einzurichten. Doch damit haben offensichtlich viele deutsche Firmen große Probleme, wie eine Umfrage des Software-Anbieters Senzing zeigt.
Demzufolge sind 33 Prozent von 194 befragten deutschen Unternehmen im Zusammenhang mit der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung "besorgt", da sie unsicher sind, ob sie die Anforderungen der DSGVO überhaupt erfüllen. Gleichzeitig sind sich nur 29 Prozent der Befragten bewusst, dass sie bei Nichteinhaltung Strafen zahlen müssen, die bis zu 4 Prozent des globalen Jahresumsatzes betragen können. 23 Prozent sind gar der Meinung, dass die Geldstrafen keine Auswirkungen haben werden. Allerdings bemühen sich viele Unternehmen, ihre IT- bzw. Kundendatensysteme zu überarbeiten (37 Prozent), während immerhin 16 Prozent zusätzliche Datenanalysten einstellen wollen. Weitere 10 Prozent wollen ihre Daten an Dritte auslagern. 46 Prozent der Unternehmen halten sich für optimal aufgestellt, um die Anforderungen der DSGVO einzuhalten. Doch 9 Prozent geben an, noch nicht zu wissen, welche Maßnahmen sie ergreifen wollen.
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Senzing-Gründer und CEO Jeff Jonas führt das zu der Vermutung, dass die deutsche Wirtschaft nur unzureichend auf die DSGVO vorbereitet sei. "Immerhin ist es ermutigend, dass viele Unternehmen Möglichkeiten prüfen, ihre Systeme im Vorfeld dieser enormen Regeländerungen auf Vordermann zu bringen. Allerdings, und das ist erschreckend, hat die Mehrzahl der deutschen Unternehmen keine Vorstellung davon, dass die potentiellen Geldstrafen für eine fehlende DSGVO-Konformität für einige Organisationen das Ende bedeuten können und selbst die größten Firmen – natürlich einschließlich ihrer Aktionäre – herbe Einbußen erleiden. Viele deutsche Unternehmen verstehen die Gefahr der Nonkonformität einfach nicht – das ist wirklich besorgniserregend."

Auch auf EU-Ebene sieht es nicht wirklich besser aus: Hier seien 60 Prozent der Unternehmen nicht ausreichend auf die DSGVO vorbereitet. Bei einigen geht das so weit, dass sie aufgrund ihrer fehlenden DSGVO-Konformität als "bedroht" zu gelten haben - auf 24 Prozent der Unternehmen trifft dies laut Senzing zu.
Christopher Reher
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Was viele unterschätzen dürften, ist der zusätzliche Aufwand durch die neue Gesetzgebung: So werden Unternehmen im Schnitt 89 DSGVO-Anfragen pro Monat erhalten, zu deren Beantwortung sie durchschnittlich 23 unterschiedliche Datenbanken durchforsten müssen. Legt man 5 Minuten für jede Datenbankrecherche zugrunde, müssten Unternehmen monatlich 172 Stunden für die Datensuche aufwenden. ire
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