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Frauke Klos arbeitet seit 2016 als Projektmanagerin Social Media bei DM
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DM-Marketerin Frauke Klos im Interview

"Es gibt kein Gelbe-Seiten-Buch für Influencer und Agenturen"

Frauke Klos arbeitet seit 2016 als Projektmanagerin Social Media bei DM
Auf der Visitenkarte von Frauke Klos steht "Projektmanager Social Media" - doch eigentlich ist die 27-Jährige bei DM viel mehr als das. In ihrer Position betreut Klos das Influencer Marketing des Drogeriehändlers, der 2015 als exklusiver Launchpartner des Duschschaums Bilou die Benchmark gesetzt hat. HORIZONT Online sprach mit Klos über die Goldgräberstimmung in der Branche, den "Bilou-Effekt" im Unternehmen und die Beauty-Convention "Glow by DM".
von Fabian Müller Dienstag, 12. Dezember 2017
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Frau Klos, das Tempo in der immer noch jungen Disziplin Influencer Marketing ist enorm, es herrscht so etwas wie Aufbruchsstimmung. Geht das Thema noch einmal weg? Es herrscht in der Tat eine Aufbruchsstimmung, an mancher Stelle vielleicht sogar eine Goldgräberstimmung, es ist ein absolutes Hype-Thema aktuell. Trotzdem glaube ich nicht, dass es wieder verschwinden wird. Mund-zu-Mund-Propaganda gab es immer und wird es immer geben. Ob ich den Rat meiner Freundin einhole, den eines Promi-Testimonials im TV oder eines Influencers, ist im Prinzip egal. Influencer Marketing wird sich als Ganzes weiter etablieren und professionalisieren, vieles wirkt heute noch chaotisch.



Wie ist es möglich, in diesem Chaos den Überblick zu behalten? Natürlich habe ich ein eingeschränktes Sichtfeld. Alle Videos von jedem Influencer in jeder Branche anzuschauen, ist definitiv nicht machbar. Wir haben einen festen Pool an Influencern, die wir regelmäßig verfolgen und mit denen wir uns persönlich austauschen. Für Unternehmen ist es manchmal schwierig den Überblick zu gewinnen, weil es kein Gelbe-Seiten-Buch für Influencer und Agenturen gibt.

„DM ist als Unternehmen so aufgestellt, dass wir Dinge ausprobieren, die auch mal schiefgehen dürfen. Das ist eine Haltung, die ich sehr wichtig finde.“
Frauke Klos
Wäre so eine Art Branchenverzeichnis denn für Sie wünschenswert? Eine saubere Übersicht und ein bisschen mehr Professionalität in der Branche, bei Agenturen und manchmal auch bei Bloggern, das würde es schon tun. Von einigen bin ich allerdings sehr positiv überrascht, viele haben ein hohes Marketingverständnis und sind sehr kreativ. 


Mischen Ihrer Meinung nach zu viele Player im Markt mit? Agenturen, Manager, Netzwerke, Dienstleister - wir bekommen unzählige Anfragen, das ist teilweise schon unübersichtlich. Natürlich gibt es viele tolle Tools, die mir bei der Auswahl helfen, aber das ist noch nicht das, was ich will und wie es funktioniert. Es geht um Kreation, um den Dialog und um die Menschen hinter den Profilen. Oft entstehen die Ideen gemeinsam mit den Influencern. Influencer Relations finde ich daher übrigens eine sinnvollere Bezeichnung als Influencer Marketing.

Dass Sie sich vor Anfragen kaum retten können, beweist: DM und Influencer, das passt. Wieso? Zum einen ist DM eine sehr beliebte Marke, zum anderen ist es für uns wichtig den Influencern auf Augenhöhe zu begegnen: Wir schätzen ihre Arbeit und haben ein ehrliches Interesse an den Menschen.

Stimmt, am Finanziellen kann es nicht liegen. DM wird jedenfalls nicht müde zu betonen, dass für Produktplatzierungen kein Geld fließt. Wie sieht es bei Kooperationen wie der Blogger-Box aus? Wir honorieren immer nur den anfallenden Aufwand. Etwa für die Content-Erstellung oder die Kreation, so wie wir auch einen Regisseur oder ein Model bezahlen. Ob der Influencer nach der Zusammenarbeit dann etwas postet oder nicht, kann und soll er frei entscheiden. Es ist uns sehr wichtig, dass er oder sie hinter dem Produkt steht - nur so kann eine authentische Kommunikation beibehalten werden. So wie Bibi hinter ihrem eigenen Produkt Bilou steht, für das dm im November 2015 der Launchpartner war. Verraten Sie mal, was der "Bilou-Effekt" mit DM gemacht hat. Er hat gezeigt, welches Potenzial in Influencer-Kooperationen steckt. Das hat uns und mir persönlich für unsere tägliche Arbeit geholfen. Natürlich gibt es weiterhin Herausforderungen, wie beispielsweise die mangelnden Messmöglichkeiten. DM ist als Unternehmen so aufgestellt, dass wir Dinge ausprobieren, die auch mal schiefgehen dürfen. Das ist eine Haltung, die ich sehr wichtig finde.

„Das was Bibi geschafft hat, eine eigene Marke zu werden, das war zu dem damaligen Zeitpunkt einmalig und ist es in dieser Dimension bis heute.“
Frauke Klos
Ist der Bilou-Case noch einmal zu wiederholen, gewissermaßen mit einer neuen Bibi? Das was Bibi geschafft hat, eine eigene Marke zu werden, das war zu dem damaligen Zeitpunkt einmalig und ist es in dieser Dimension bis heute - auch wenn es weitere Influencer-Produkte gibt. Wir überlegen daher lieber, was kann kreativ aus der Disziplin Influencer Marketing heraus entstehen - so wie die Blogger-Box.

Die Zusammenarbeit mit "DHDL"-Jurorin Judith Williams könnte ein neuer Ansatz für Sie sein, auf der "Glow" stellte Sie jüngst eine exklusive Produktserie vor. Ist sie auch eine Art Influencerin? Klar, auf jeden Fall. Sie arbeitet erfolgreich in ihren Shows und ist überdies sehr authentisch. Und sie spricht dabei eine ganz andere Altersgruppe an, als die, die wir bei dm sonst gemeinsam mit Influencern erreichen. Das Prinzip funktioniert nicht nur bei den Teens.

Mit etwas Abstand: Wie hat sich die "Glow by dm" eigentlich in Ihren Marketingmix eingefunden? Wir sind die "Glow"-Partnerschaft eingegangen, weil sie ein Rundum-Markenerlebnis ist. Das ist in der heutigen digitalen Welt eher selten. Die "Glow by dm" bietet Marken, Influencern und auch uns selbst die Chance, sich zu inszenieren und direkt mit den Kunden und Fans in Kontakt zu treten. Damit ist die "Glow" eine ideale Erweiterung des Dialogs mit unseren Kunden. Interview: fam

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