"Bratwurst-Gate"

Sachsen zieht mit umstrittener Werbeaktion von Nürnberg nach Nürnberg um

Die Einwohner von Nürnberg (Niederbayern) begrüßen gemeinsam mit Adi Fürstberger, Erster Bürgermeister, die Sachsen
obs/Ketchum Pleon
Die Einwohner von Nürnberg (Niederbayern) begrüßen gemeinsam mit Adi Fürstberger, Erster Bürgermeister, die Sachsen
Es ist das erhoffte friedliche Ende vom Nürnberger "Bratwurst-Gate": Nach den Querelen um die gut gemeinte Werbeaktion des Freistaats Sachsen, der im Rahmen seiner Standortkampagne kostenlose Würstchen auf dem Christkindlesmarkt verteilen wollte, aber nicht durfte (HORIZONT Online berichtete), hat sich eine überraschende Lösung gefunden. Und siehe da: Nürnberg ist nicht gleich Nürnberg.
Wie man sich als dankbarer Empfänger von reichlichen Bratwurst- und Senfspenden präsentiert, zeigte nämlich nicht die fränkische Metropole, die es tatsächlich bis zum Schluss nicht erlaubte, mit kostenloser Wurst für Bautz'ner Senf zu werben - sondern das kleine Dörfchen Nürnberg in Niederbayern, wo nur 36 Menschen leben. Und dort wurde die sächsische Delegation schon am Ortsschild gebührend in Empfang genommen. Auf dem örtlichen Weihnachtsmarkt brachten die Verantwortlichen im Engelkostüm schließlich die Würstchen an den Mann - und erfüllten damit eine Mission, die am Ende doch noch erfolgreich war.
Zwei "Engel" aus Sachsen vor dem Werbestand auf dem Nürnberger Weihnachtsmarkt
Zwei "Engel" aus Sachsen vor dem Werbestand auf dem Nürnberger Weihnachtsmarkt (© obs/Ketchum Pleon)
Frank Wend von der Sächsischen Staatskanzlei zeigte sich dabei sehr erfreut von der Gastfreundschaft der Niederbayern: "Mit so einem Empfang hätten wir nie gerechnet. Wir kommen gern wieder und hoffen natürlich, dass jetzt auch viele Bayern uns einmal besuchen." Und Adi Fürstberger, Erster Bürgermeister der Gemeinde Markt Tann, zu der das kleine Örtchen Nürnberg gehört, ergänzt: "Mit solchen Aktionen werden Bayern und Sachsen noch mehr zusammenwachsen." 
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Übrigens: Die Sachsen ließen es sich nicht nehmen, auf ihrem Weg nach Niederbayern auch im großen Nürnberg vorbeizuschauen. Dort gab es dann immerhin eine kleine Senfspende für die Besucher des Christkindlesmarkt - aber keine Bratwürste. tt



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