Borussia Mönchengladbach

Die Fohlen präsentieren neuen Markenauftritt

Mit Meine Farben startete Borussia Mönchengladbach seinen neuen Markenauftritt
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Mit Meine Farben startete Borussia Mönchengladbach seinen neuen Markenauftritt
Borussia Mönchengladbach zählt zu den großen Traditionsvereinen der Fußball-Bundesliga. Jetzt hat sich der Club einen neuen Markenauftritt und einen neuen Claim verpasst: die Fohlen.
Ein Markenkanon, der sich nur noch auf drei Werte Tradition, Familie und Ambition konzentriert, eine geschärfte CI mit den Farben Schwarz und Weiß im Vordergrund und einem reduzierten Einsatz der Farbe Grün und ein neuer Claim: die Fohlen: Das sind die Schwerpunkte des neuen Markenauftrittes von Borussia Mönchengladbach.



Der Verein setzt dabei nicht auf eine Revolution, sondern eine Evolution. Aus der Tradition heraus hat der Club sein Erscheinungsbild behutsam modernisiert. "Wir waren als Marke in unseren Strukturen zu unscharf geworden", begründet Johannes Feldges, Bereichsleiter Marketing Borussia Mönchengladbach, den Prozess. 13 Monate haben sich die Borussen mit ihrer Marke intensiv veschäftigt. Vor ein paar Wochen ging es dann in die heiße Phase: mit einer Mysterie-Kampagne im  Raum Gladbach und im Netz.
„Wir sind sozusagen die Fohlen der Agenturwelt, die jungen Wilden.“
Philipp Roggenkamp, L&L
Dann beim Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Freitag folgte der große Big Bang mit Aktionen rund und im Stadion, dem neuen aufmersamkeitsstarken Key Visual mit schwarz-grünen Streifen, das künftig dem Logo zur Seite steht, einem neuen Imagefilm und dem Rebranding der digitalen Kanäle. Und in den kommenden Monaten werden noch weitere Maßnahmen folgen.
Hinter dem Relaunch steht die junge Münchner Agentur L&L. Die Kreativen agieren seit August 2017 am Markt, konzentrieren sich auf Social Media, digitale Strategien und Markenauftritte und haben sich im Pitch gegen Größen wie Jung von Matt durchgesetzt. HORIZONT hat mit Gründer Philipp Roggenkamp gesprochen.

"Wir waren vom Namen her sicherlich der klare Außenseiter im Pitch"

Führt gemeinsam mit Olaf Menking die Agentur "L&L - die Medien-Manufaktur: Philipp Roggenkamp
© L&L
Führt gemeinsam mit Olaf Menking die Agentur "L&L - die Medien-Manufaktur: Philipp Roggenkamp
Herr Roggenkamp, L&L ist eine ganz junge Agentur. Und nun haben Sie den Markenrelaunch von Borussia Mönchengladbach gewonnen im Pitch gegen Größen wie Jung von Matt. Fühlt sich das ein bisschen an wie ein Sieg eines Underdogs aus der fünften Liga gegen den FC Bayern München im DFB-Pokal? Das kommt schon hin. Mit der Ergänzung, dass wir nach dem Sieg nicht zurück in den Alltag der fünften Liga mussten, sondern in der Zukunft höherklassig spielen und so auch wahrgenommen werden wollen. Wir sind sehr stolz auf den Gewinn des Mandates. Wir waren vom Namen her sicherlich der klare Außenseiter im Pitch. Und es gibt bei uns durchaus Parallelen zu Borussia. Wir sind sozusagen die Fohlen der Agenturwelt, die jungen Wilden. Unser Team punktet mit jahrelanger Erfahrung auf Kundenseite, in der Kommunikationsbranche und im Marketing, und wir wissen, was wir können. Am Ende ist die Qualität der Arbeit entscheidend und nicht wie lange es eine Agentur schon gibt. Aber es war, um im Bild zu bleiben, eine grandiose Mannschaftsleistung, die wir auf dem Feld gezeigt haben.

Für die jungen Wilden in der Agenturszene spielen Sie beim Markenrelaunch der Borussia ziemlich abgeklärt. Ist es Ihnen schwergefallen, nicht einfach drauflos zu stürmen und alles zu verändern? Überhaupt nicht. Wir wollten ja keine Revolution, sondern eine Evolution. Uns ging es darum, die Tradition der Fohlen zu wahren und gleichzeitig modern zu inszenieren.  Deshalb haben wir uns beispielsweise bei der Entwicklung des Corporate Design und der neuen CI an der Historie der erfolgreichen 70er Jahre orientiert. Und gleichzeitig mit dem Key-Visual, den schwarz-grünen Streifen, dem Verein einen frischen, wilden Anstrich verliehen. Wir wussten ja, um was es dem Verein geht. Mehr Klarheit, mehr Schärfe, eine stärkere Präsenz. Zum einen aus dem Briefing, aber auch aus der täglichen Arbeit. Wir haben vor dem Pitch bereits die Social Media Kanäle der Borussia betreut.


War das ein Vorteil? Es war sicher kein Nachteil, aber aus meiner Sicht auch nicht entscheidend. Viel wichtiger war der Umstand, dass wir uns über Wochen intensiv, ja fast schon pedantisch, mit der Historie und der DNA des Klubs auseinandergesetzt haben, um zu wissen, wie dieser Klub tickt und wie die Fans ticken. Wir wollten der Borussia nicht einfach eine künstliche CI und ein CD überstülpen, die aus Marketingsicht vielleicht Sinn ergeben, aber nicht voll und ganz zum Verein gepasst hätten. Als wir den Zuschlag bekamen, sagte man uns: "Ihr habt uns verstanden." Das war das größte Kompliment, das man uns hätte machen können.

Auch, weil Sie ein überzeugter Fohlen-Fan sind? Einer meiner Großväter war überzeugter Gladbach-Fan. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich eines Tages so intensiv mit dem Thema auseinandersetze. Er wäre bestimmt stolz. mir 

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