Fairtrade Award

So opulent inszeniert Aldi sein Fairplay im Fußballstadion

Auf dem Fußballplatz werben Aldi Süd und Aldi Nord für die Handelsmarke Tandil
© Aldi
Auf dem Fußballplatz werben Aldi Süd und Aldi Nord für die Handelsmarke Tandil
Ist Aldi unbemerkt ins Fußballsponsoring eingestiegen? Wer die jüngste Imagekapagne von Aldi Nord und Aldi Süd sieht, könnte sehr wohl zu diesem Schluss kommen. Doch gefeiert wird hier ein anderer Sieg. Der neue TV-Spot des Discount-Marktführers nutzt König Fußball, um sich selbst als Sieger bei der Umweltverträglichkeit und dem Fairtrade seiner Handelsmarken zu feiern.
Auf den ersten Blick ist die Kreation der Aldi-Nord-Leadagentur Backroom McCann ein Potpourri der Gegensätze: Der Vignettenfilm beginnt auf einem Bauernhof, entführt die Zuschauer dann plötzlich in ein verregnetes Fußballstadion und endet mit einem gemeinsamen Essen in ländlicher Atmosphäre. Erst gegen Ende wird klar, welche Botschaft Aldi eigentlich setzen will: Die Handelsmarken des Discounters sind immer gut für einen Titel. Konkret hat Aldi den Fairtrade Award 2018 gewonnen. Diesen Anlass nutzt der Discounter allerdings auch, um die Stiftung-Warentest-Bewertung seines Waschmittels Tandil sowie die Größe seines Bio-Segments zu bewerben.


Derartige Kampagnen zu Auszeichnungen der Handelsbranche waren bisher ein Markenzeichen von Aldi-Konkurrent Lidl, der sich beispielsweise nach der Auszeichnung für sein Obst- und Gemüseangebot ein kreativ hochrangiges Werbeduell mit Edeka lieferte. Das Aldi dieses Thema nun ebenfalls für sich entdeckt, ist ein klares Indiz dafür, dass die beiden Regionalorganisationen das markendifferenzierende Potenzial ihrer Sortimente intensiver kultivieren wollen.

So hat Aldi Süd zum Jahresanfang seiner bisherigen Marketingverantwortlichen Sandra-Sibylle Schoofs die Leitung des Ressorts „Brand Management & Merchandising“ übertragen, wo sie  sämtliche Eigenmarken überarbeiten und neue sortimentsübergreifende Marken entwickeln soll. Als Ziel der Generalüberholung nannte damals die Pressestelle des Unternehmens: "Begleitend zur Modernisierung des gesamten Filialportfolios soll die neue Eigenmarkenarchitektur zur Stärkung und Profilierung des Markenerlebnisses am Point of Sale beitragen."


Bei dieser Strategie dürften sich die verantwortlichen Entscheider nicht zuletzt durch die Exklusiv-Kooperation mit Nebenberufs-Winzer Günther Jauch bestätigt sehen, dessen exklusiv für Aldi Süd und Aldi Nord produzierter Rot- und Weißwein so gut ankommt, dass es vereinzelt zu Lieferengpässen kam. cam
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