BVG-Marketingchef Martell Beck

„Nur einen schönen Skill zu haben, reicht nicht“

Martell Beck
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Martell Beck
Martell Beck hat einen Lauf. Soviel ist unbestritten. Mit der mutigen Kampagne "Weil wir Dich lieben" heimst der Marketing- und Vertriebschef der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) eine Auszeichnung nach der anderen ein. Jetzt kam auch noch ein ADC Grand Prix dazu – für die limitierten BVG-Sneakers mit integriertem Jahresticket (Agentur: Jung von Matt). Auf den HORIZONT Digitalmarketing Days 2018 spricht Beck trotzdem nicht über Turnschuhe, sondern über den geplanten Media Push für den BVG-Alexa-Skill und einen neuen BVG Chatbot.

"Die Frage ist: Wie steigere ich für den Alexa Skill erkennbar Nutzer und Nutzung", sagt Martell Beck. "Nur einen schönen Skill zu haben, reicht nicht", so der Marketing- und Vertriebschef der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Auch die Bekanntheit des Skills bei potentiellen Nutzern müsse groß genug sein. Und an dieser Stelle hakt es derzeit noch. Ein Selbstläufer ist das Thema Alexa Skill nicht.



Seit Anfang des Jahres bietet die BVG einen eigenen Alexa Skill, der via Amazon Echo Auskunft über Verkehrsanbindungen in und um Berlin gibt. Doch die Resonanz ist bescheiden: Laut Beck kommt der Skill auf rund 500 Nutzungen pro Woche. "Das ist zu wenig", findet auch der Marketingchef. Zielgröße sei mindestens eine "fünfstellige Nutzungszahl täglich". Sonst würden sich auf lange Sicht weder die erforderlichen Investitionen noch die "Management-Attention" (Beck), die Alexa & Co derzeit kosten, lohnen.

Die HORIZONT Digital Marketing Days 2018
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Beck aber glaubt an die Zukunft der Voice Assistants und will weiter Zeit und Geld in sie investieren: "Ich gehe davon aus, dass diese Tools weit mehr sind als eine fixe Idee. Für uns ist der Alexa Skill kein Feigenblatt, der uns besonders modern daher kommen lassen soll." Vielmehr gehe es tatsächlich um einen besonders leichten, weil sprachgesteuerten Zugang für die Kunden zur BVG.


Deshalb soll der BVG-Skill demnächst erstmals mit einem eigenen Mediabudget gepusht werden. "Bislang haben wir für Alexa wenig Mediadruck eingesetzt. Das werden wir ändern", sagt Beck. Nur rund 25 Prozent des gesamten BVG-Mediaetats verschlingen aktuell Digital Media. Auch das will Beck ändern. "Im Moment wird der Anteil von Digital Media der Bedeutung der Maßnahmen in unserer Marketingstrategie noch nicht richtig gerecht", so der Manager.

Und er tüftelt derweil schon weiter: Ab Mitte 2018 soll die BVG auch über Google Home ansprechbar sein. Die Entwicklung der neuen Anwendung für den Google Assistenten läuft bereits. Ebenso wie die Entwicklung eines BVG-Chatbots für den FB Messenger, über den ebenfalls ab Jahresmitte Fahrplanabfragen möglich sein sollen. In einem ersten Schritt wendet sich der Chatbot vor allem an ausländische Touristen. Denn gerade unter ihnen gibt es viele Mobile-User, die den Großteil ihrer Kommunikation und Reiseplanung längst über den Messenger steuern. Diese Menschen will Beck künftig auf dem Kanal ihrer Wahl ansprechen.

Bei Services wie der Fahrplanauskunft soll es langfristig aber nicht bleiben. Beck sieht die digitalen Sprachassistenten auch als zusätzlichen neuen Vertriebsweg: "Eine andere Option gibt es für mich gar nicht." Schließlich mache es keinen Sinn, die Kunden beim Kaufabschluss aus einer App heraus wieder zu einem Fahrkartenautomaten zu zwingen. Bis Jahresende will Beck deshalb auch den Verkauf von Tageskarten für das Berliner Stadtgebiet (Berlin AB) in den Chatbot integrieren. as

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