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Szene aus dem Super Bowl Spot von Ram Trucks
Dodge
Anspielung auf Martin Luther King

Wie sich Dodge beim Super Bowl in die Nesseln setzte

Szene aus dem Super Bowl Spot von Ram Trucks
Der Super Bowl ist die wohl größte Werbebühne der Welt. Satte 103,4 Millionen Fans schauten sich am Sonntag das NFL-Finale an - allein in den USA. Marken, die sich ein paar der ultrateuren Werbesekunden während der Übertragung leisteten, hatten damit wieder einmal die Chance, mit einem gerissenen Werbespot einen Mega-Erfolg zu landen. Allerdings kann der Schuss auch gewaltig nach hinten los gehen, wie das Beispiel Dodge nun zeigt.
von Marco Saal Dienstag, 06. Februar 2018
Ram Trucks, die 2009 aus Dodge hervorgegangene Nutzfahrzeugmarke von Chrysler, hat mit ihrem Super-Bowl-Spot diesmal eine wahre Welle der Empörung ausgelöst. Grund: In dem von der Agentur Highdive in Chicago entwickelten Commercial wird eine Rede von Martin Luther King Jr. verwendet, die der Bürgerrechtler exakt 50 Jahre zuvor, nämlich am 4. Februar 1968, gehalten hat. Darin ging es unter anderem um das Dienen, das sich die Marke in dem Spot nun mit dem Slogan "Build to Serve" zu eigen macht. Doch während es King damals um ernsthafte Themen wie Bürgerrechte und die Würde der Arbeiter ging, soll das Commercial für Ram Trucks freilich nur ein Auto verkaufen. 

Zahlen der Social Media Monitoring Plattform Talkwalker, die HORIZONT Online vorliegen, zeigen nun, wie tief das Fettnäpfchen ist, in das die aus Dodge hervorgegangene Marke getreten ist. Allein auf Twitter wurde der Begriff Dodge, der in den USA wohl immer noch häufiger verwendet wird als Ram Trucks, am Sonntag und Montag 152.800 Mal erwähnt. Von den Tweets waren nur sieben Prozent positiv, 52 Prozent dagegen negativ. 



So kippte auf Twitter die Stimmung
So kippte auf Twitter die Stimmung (© Talkwalker)
Interessant ist auch, dass die Stimmung nach der Ausstrahlung des Spots ab circa 0:30 Uhr deutscher Zeit kippte. Während zuvor noch positive Tweets zu Dodge abgesetzt wurden, waren diese danach ausschließlich negativ. 


Chrysler hat sich inzwischen für den Spot gerechtfertigt. Der Spot sei mit den Erben von Martin Luther King Jr. abgesprochen gewesen, wird der Autobauer in US-Medien zitiert. Daran gibt es Zweifel. Der King Center, der von Kings Tochter Bernice Albertine King geleitet wird, hat inzwischen bekannt gegeben, nicht involviert gewesen zu sein.

Dodge ist nicht die erste Marke, die mit Martin Luther King Jr. wirbt. Auch
General Motors und Mercedes-Benz haben den Bürgerrechtler in ihrer Werbung eingesetzt. mas
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