"Ambition 2030"

Procter & Gamble setzt sich neue Nachhaltigkeitsziele

Der Mediapitch von Procter & Gamble für den DACH-Markt ist entschieden - und dürfte große Auswirkungen auf das gesamte Business haben
© P&G
Der Mediapitch von Procter & Gamble für den DACH-Markt ist entschieden - und dürfte große Auswirkungen auf das gesamte Business haben
Procter & Gamble übernimmt für satte 3,4 Milliarden Euro das OTC-Geschäft von Merck: Diese Meldung sorgte gestern weltweit für Schlagzeilen - und Bewegung an den Aktienmärkten. Nicht weniger interessant ist, wie sich P&G künftig als Corporate Brand positionieren will. Das Unternehmen hat sich mit dem Programm "Ambition 2030" neue Nachhaltigkeitsziele gesetzt.
Mit "Ambition 2030" will P&G weltweit die ökologische Entwicklung von Umwelt und Gesellschaft positiv beeinflussen. Das Unternehmensprogramm betrifft sowohl die Lieferkette als auch P&G-Marken und Mitarbeiter.

Im Einzelnen nimmt sich P&G vor, mit seinen 20 Marken wie Always, Ariel, Lenor, Fairy, Febreze, Head & Shoulders, Pantene und Pampers einen verantwortungsbewussten Konsum zu ermöglichen und anzuregen. Das Vertrauen der Konsumenten soll unter anderem durch den Einsatz von 100-Prozent-recycelbaren Verpackungen, Mehrwegverpackungen und Transparenz sowie durch "innovative" Inhaltsstoffe gestärkt werden. In 90 Prozent des P&G-Haarpflege-Portfolios in Europa sollen beispielsweise 25 Prozent Rezyklat aus haushaltsnaher Sammlung verwendet werden. Das bedeutet, dass in 500 Millionen Flaschen recycelter Kunststoff eingesetzt werden soll.

Darüber hinaus setzt Procter & Gamble bei der Lieferkette an. Die Wassereffizienz an weltweiten Standorten soll um 35 Prozent gesteigert werden. Dabei will das Unternehmen mit Sitz in Ohio mindestens 5 Milliarden Liter Wasser aus Aufbereitung und geschlossenen Wasserkreisläufen nutzen.

Auch bei den Produktionsstätten soll sich etwas ändern. P&G setzt sich zum Ziel, bis 2030 seine Treibhausgasemissionen zu halbieren und so viel Strom aus erneuerbaren Quellen zu beziehen, dass davon alle Werke betrieben werden können. In deutschen Werken in Crailsheim, Berlin und Groß-Gerau seien entsprechende energieeffiziente Anlagen bereits in Betrieb genommen worden.

Auch seine Mitarbeiter will der Konzern dazu bewegen, nachhaltig zu arbeiten: Durch die Etablierung nachhaltigen Denkens und nachhaltiger Arbeitsmethoden im Arbeitsalltag. Zeigt ein Mitarbeiter Engagement für Nachhaltigkeit, verspricht P&G dies "stärker zu honorieren".

„Wir glauben, dass P&G weltweit positive gesellschaftliche und ökologische Veränderungen anstoßen kann, ohne seinen Wachstumskurs aus den Augen zu verlieren.“
David Taylor
David Taylor ist der designierte CEO von Procter & Gamble
© P&G
David Taylor ist der designierte CEO von Procter & Gamble
Darüber hinaus will P&G Allianzen schließen, um seinen Ansprüchen gerecht zu werden. Dazu gehören Partnerschaften, die gegen die zunehmende Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll kämpfen, Wälder schützen und aufforsten, Recyclinglösungen für saugfähige Hygieneprodukte ausbauen und Wasser in Reservoirs mit hoher Priorität weltweit schützen.

"Wir glauben, dass P&G weltweit positive gesellschaftliche und ökologische Veränderungen anstoßen kann, ohne seinen Wachstumskurs aus den Augen zu verlieren. Wir wollen die Verbraucher mit herausragenden Produkten begeistern und gleichzeitig einen verantwortungsbewussten Konsum ermöglichen", erläutert David Taylor, Chairman, President und Chief Executive Officer von P&G. "Die Verbraucher erwarten, dass unsere Produkte ihre Versprechen im Alltag tatsächlich einlösen und gleichzeitig dabei helfen, die großen Herausforderungen der Gegenwart zu lösen. Wir haben als Unternehmen mit einer globalen Marktabdeckung, einem einzigartigen Verständnis von fünf Milliarden Verbrauchern sowie einer herausragenden Innovationsfähigkeit die Möglichkeit, hier einen ganz besonderen, positiven Beitrag zu leisten."

Wie eine Unternehmenssprecherin gegenüber HORIZONT Online verrät, sollen auch in den Kampagnen "entsprechende Akzente" gesetzt werden.

Im Jahr 2010 startete der FMCG-Gigant schon einmal eine Nachhaltigkeitsoffensive. Während das Thema heutzutage bei den meisten Unternehmen auf der Agenda steht, galt Ökologie damals noch als Differenzierungsmerkmal. 2010 setzte sich Procter unter anderem zum Ziel, bis 2020 etwa 25 Prozent der erdölbasierten Materialien durch erneuerbare zu ersetzen und 70 Prozent aller Maschinenwäschen auf Kaltwasser umzustellen. Nach eigenen Angaben hat der Konsumgüterriese diese Ziele "in den letzten Jahren größtenteils erreicht". Konkret seien die Treibhausgasemissionen seit 2010 um 16 Prozent verringert worden, die Abfälle der weltweiten Produktionsstätten um 80 Prozent gesunken.

"Unsere Ziele für 2030 knüpfen an das bisher Erreichte an und zielen auf zwei der dringlichsten Umweltprobleme der Welt ab: begrenzte Ressourcen und steigender Verbrauch", sagt Virginie Helias, Vice President Global Sustainability von P&G. "Wir wissen, dass P&G alleine nicht alle Antworten hat. Es braucht Partnerschaften und Zusammenarbeit, um echte Fortschritte zu erzielen. Unsere Marken werden weiterhin Innovationen entwickeln, um Vorreiter auf dem Weg zu verantwortungsvollem Konsum zu sein." 
bre


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