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Dan McCaroll soll den Amazon Echo zur besten Musikbox machen

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Dan McCaroll, Amazon Music
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Dan McCaroll, Amazon Music
Amazon Music hat mit Dan McCaroll ab sofort einen eigenen Global Head of Originals and Artist Relations. In dieser Rolle soll der Veteran der Musikbranche das Content Marketing der Streaming-Plattform stärken. Die Personalie kann als starkes Signal gewertet werden, dass Amazon sich im Streamingmarkt nicht auf ein Me-too-Angebot begrenzen will, sondern sich als ernsthafter Konkurrent von Spotify und Apple Music definiert.

Der frühere Präsident von Warner Bros. Records, untersteht in seinem neuen Job direkt Alex Luke, Global Head of Programming and Content Strategy bei Amazon. Luke deutet in seinem Kommentar zur Personalie schon an, dass der neue Global Head of Originals and Artist Relations sich nicht nur auf die Entwicklung von Content-Ideen mit den Künstlern beschränken wird, sondern auch technische Aufgaben hat: "Amazon Music wird weiterhin experimentieren und neue Wege finden, damit die Kunden über Stimmsteuerung mit der Musik interagieren können. Und es gibt niemand der besser qualifiziert wäre als Dan, unsere bestehenden Angebote weiterzuentwickeln."



Tatsächlich ist der intelligente Lautsprecher Amazon Echo im Verbund mit Digitalassistent Alexa das stärkste Argument, das Amazon Music in den Wettbewerb mit den schon länger etablierten Plattformen ins Rennen führen kann. Denn die beliebteste Nutzungsvariante für Smartspeaker ist das Abspielen von Musik. Mit seinem Echo ist Amazon – zumindest für den Augenblick – der klare Marktführer in dem Segment. Da passt es gut in das Wettbewerbsszenario, dass Apple Music und Google Play Music gar nicht und bei Spotify nur der Premium-Service auf dem Lautsprecher funktionieren.

Da sich der Musikkatalog von Amazon im Wesentlichen nicht von den Angeboten der großen Streamingkonkurrenten unterscheidet, setzt der E-Commerce-Riese wie viele seiner Wettbewerber schon seit längerem auf exklusiven selbst produzierten Editorial Content. So veranstaltete Amazon beispielsweise im November 2017 das Streaming-Event "U2 Experience". Außerdem liefert Amazon Music regelmäßig Backstage-Formate mit Interviews von Top-Künstlern wie beispielsweise Justin Timberlake. Im Hörspielbereich produziert Amazon Music seit 2016 Original Content wie "Das magische Kochbuch", "Das Dorf" und "Ghostsitter". Als spezielles Zugpferd für die schnelle Durchdringung des deutschen Markts soll speziell der Bundesliga Content dienen. Wieviele Kunden Amazon seit dem Start in die Massenvermarktung gewinnen konnte, verrät der Konzern nicht, sondern spricht nur ganz allgemein von einem "exponentiellen Wachstum".


Mit seinen guten Kontakten in die Musikbranche soll McCarroll nun dafür sorgen, dass noch mehr Künstler für Content-Formate oder Originals-Exklusivmusik mit Amazon zur Verfügung stehen und wahrscheinlich auch die Labels für die Entwicklung weiterer Alexa Skills begeistern. Aus Sicht der Labels hätte eine derartige Zusammenarbeit durchaus ihren Charme, da Amazon nicht nur ein Streaming-Schwergewicht, sondern zuletzt auch eine globale Plattform für den Musikverkauf ist. Dabei steht das Unternehmen durch den Verkaufsstart des Apple Homepod unter verstärkten Ergebnisdruck. Auch Apple ist nach wie vor ein zentraler Partner der Musikindustrie und kann mit dem Homepod jetzt auch den Lautsprecher mit der deutlich besseren Klangleistung bieten. cam 

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