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Kim Aline Suckow, Stellvertretende Geschäftsführerin Einkauf Aldi Süd
Aldi Süd
Aldi-Managerin zur Steffen Schraut Kollektion

„Mode bietet sich an, um das eigene Image zu verbessern“

Kim Aline Suckow, Stellvertretende Geschäftsführerin Einkauf Aldi Süd
Die Design-Mode von Steffen Schraut soll nicht nur Geld in die Kassen spülen, sondern vor allem das Image von Aldi Süd verändern, sagt Kim Aline Suckow. Im Interview mit HORIZONT erklärt die stellvertretende Geschäftsführerin Einkauf, dass der Discounter, der bisher für einfache Sortimente und verlässliche Preise bekannt war, zu einer Marke mit positiven Überraschungsmomenten werden will. Und dabei spielen die Designer-Modeaktionen eine zentrale Rolle.
von Santiago Campillo-Lundbeck Sonntag, 15. April 2018
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Mit Designer-Mode hat Aldi Süd über die Zusammenarbeit mit Jette Joop und Anastacia schon einige Erfahrungen sammeln können. Haben Ihnen diese Projekte Erkenntnisse geliefert, die jetzt in das aktuelle Projekt einfließen? Für uns ist es wichtig, dass wir jedes Mal wieder etwas Neues bringen. Wir wollen keine Wiederholung, sondern unsere Kunden immer wieder aufs Neue überraschen. Und das geht natürlich über verschiedene Stilrichtungen der Kollektionen und damit auch über eine unterschiedliche Zielgruppenansprache. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Aktionen zum jeweiligen Designer und auch zu uns passen.


Wissen Sie eigentlich, wen Sie mit Ihren Mode-Aktionen erreichen? Ist das die loyale Stammkundin, die zu einem weiteren Einkauf motiviert wird, oder locken Sie eher neue Kunden an, die Aldi Süd bisher nicht auf dem Schirm hatten? Sicherlich wollen wir beides: Wir wollen auf der einen Seite unseren Kundenstamm neu für das Sortiment begeistern und ganz großes Ziel ist es immer, auch neue Leute anzusprechen. Gerade bei Steffen Schraut ist es unser Wunsch, dass wir auch die Kunden abholen können, die bisher eher skeptisch bei Discounter-Mode waren.

„Wir würden so eine Aktion auch nicht machen, wenn wir keinen positiven Effekt für unsere Marke erwarten würden.“
Kim Aline Suckow
Aldi Süd hat sich derzeit ja auch generell auf die Agenda gesetzt, das eigene Sortiment zu überarbeiten und dadurch die Marke zu stärken. Welche Rolle spielt hier die Mode: Ist sie imageträchtiges Zugpferd für die Sortimentskompetenz von Aldi Süd oder her Nischenangebot? Ich kann jetzt hier nicht für das gesamte Aldi-Sortiment sprechen. Aber Mode ist ein Bereich, der sich anbietet, um über Designerkollektionen und Marken das eigene Image zu verbessern und die eigene Produktqualität erlebbar zu machen. So können wir effektiv auch die Marke Aldi Süd positiv aufladen. Und wir würden so eine Aktion auch nicht machen, wenn wir keinen positiven Effekt für unsere Marke erwarten würden.

Müssten Sie die Design-Modeprojekte nicht zusammen mit Aldi Nord umsetzen, um den Effekt für die Marke Aldi wirklich nachhaltig zu erreichen? Gut, dazu muss man vorweg sagen, dass wir zwei voneinander unabhängige Unternehmen sind. Jedes Unternehmen entscheidet für sich. Wir haben uns für die Kollektion entschieden, genauso wie sich auch Österreich, die Schweiz und Slowenien dafür entschieden haben. Bei anderen Themen, wie etwa der Sportkollektion Anfang des Jahres, haben wir hingegen sehr erfolgreich zusammengearbeitet.

Wie kommunizieren Sie ihre Kooperation mit Steffen Schraut in den sozialen Netzwerken, um diesen positiven Effekt zu maximieren? Wir haben dafür alle Register gezogen, die uns zur Verfügung stehen und die Textil-Aktion auf unseren bekannten Aldi Süd-Kanälen und Medien gespielt. Darüber hinaus haben wir mit vielen erfolgreichen Fashion-Influencern kooperiert, die im Vorfeld und natürlich auch während der Fashion-Show direkt live über die Kollektion berichtet haben.

„Wir arbeiten kontinuierlich daran, uns mit unseren Modekollektionen dauerhaft zu profilieren und als Anbieter von wertigem Design wahrgenommen zu werden.“
Kim Aline Suckow
Stichwort Event: Sie versuchen ja für die Premiere der Kollektion auch Lifestyle-Medien zur Berichterstattung zu motivieren.  Ist dabei über die verschiedenen Designerkollektionen ihr Standing als Veranstalter von Mode-Events gestiegen? Ich gehe persönlich schwer davon aus und das ist auch die Rückmeldung, die ich aus verschiedenen Kreisen erhalte. Natürlich laden wir zu solchen Events auch die entsprechenden Medien ein, aber eben auch verstärkt wichtige und authentische Influencer. So haben wir im Vorfeld ein spezielles Blogger-Event veranstaltet, wo wir die Mode-Influencer mit Steffen Schraut zusammengebracht haben. Das sind Momente, die noch – im positiven Sinn – überraschend für die Modeszene sind. Je mehr wir solche Events veranstalten, desto mehr wird Aldi Süd zum Bestandteil der Modeszene werden. Wir arbeiten kontinuierlich daran, uns mit unseren Modekollektionen dauerhaft zu profilieren und als Anbieter von wertigem Design wahrgenommen zu werden.

In der Vergangenheit hatten Sie ja ganz kurze Wege zum Marketing, denn es war Teil des Geschäftsbereichs Einkauf. Jetzt bildet das Marketing zusammen mit der Kommunikationsabteilung einen eigenständigen Bereich. Was hat sich dadurch für Sie bei der Konzeption einer solchen Produktaktion wie der Steffen-Schraut-Kollektion geändert? Nichts, wir haben immer noch kurze Wege und arbeiten super miteinander zusammen. Anders geht es auch gar nicht.

Aber wenn man für ein Aufgabenfeld eigens einen eigenen Geschäftsbereich schafft, ist ja auch die Erwartung da, dass die neue Einheit Dinge leisten wird, für die zuvor die Kapazität fehlte. Liefert Ihnen das Marketing schon solche neuen Impulse? Die neue Struktur ist zunächst einmal nur eine organisatorische Umstrukturierung, die uns erlaubt, die Synergien zwischen Kommunikation und Marketing besser zu nutzen. Die beiden Bereiche sitzen jetzt zusammen und haben damit in der internen Absprache kürzere Wege. Das ist derzeit die größte Veränderung. Neue Impulse wollen wir in unserem Marketing ohnehin immer wieder liefern. Dazu hätte es jetzt die neue Organisationsstruktur nicht gebraucht. cam



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