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In spielerischer Videoumgebung präsentiert Zalando Lounge seine Modeangebote.
Zalando
360-Grad-Kampagne

Zalando bewirbt sein Shopping-Club-Angebot

In spielerischer Videoumgebung präsentiert Zalando Lounge seine Modeangebote.
Schon seit 2010 existiert Zalando Lounge, der Shopping-Club von Zalando. Doch die Modeplattform bezeichnet ihn selbst noch immer als "Geheimtipp". Das soll sich ändern: Gerade ist die erste 360-Grad-Kampagne für das Angebot gestartet. Das Motto: "Explore mode ON". Verfügbar ist Zalando Lounge in 14 europäischen Ländern, die Kampagne beschränkt sich auf die Märkte Deutschland, Frankreich, Polen, Schweden, Dänemark, Finnland und Spanien.
von Bettina Sonnenschein und Bert Rösch (Textilwirtschaft) Dienstag, 26. Oktober 2021
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Unerheblich ist der Beitrag, den der Club für Zalando spielt, sicher nicht: Im Jahr 2020 erreichte er erstmals ein Bruttowarenvolumen (Gross Merchandise Volume, GMV) von mehr als 1 Milliarde Euro. Angesichts des für den gesamten Konzern erzielten GMV von 10,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und dem langfristigen Ziel, dieses bis 2025 auf 30 Milliarden GMV zu steigern, wird klar, dass auch der Club noch zulegen muss. Für angemeldete Mitglieder gibt es dort jeden Morgen ab sieben Uhr neue Angebote zu Aktionspreisen. Was alles dabei ist, darauf soll die Kampagne jetzt hinweisen: Der Spot "Explore mode ON" soll in Gamingopitk darstellen, wie vielfältig das Mode-Schnäppchenangebot ist. "Obwohl die Zalando Lounge sehr stark wächst, handelt es sich noch um eine Art Geheimtipp", sagt Lisa Miczaika, Zalando Lounge VP Markets and Sales. "Das werden wir nun ändern: Mit unserer ersten Kampagne stellen wir die Lounge einem breiteren Publikum vor, um zur ersten Anlaufstelle für Off-Price-Mode in ganz Europa zu werden."

Zu sehen ist sie ab sofort und bis 21. November im TV und in den sozialen Medien. Dazu werden Out-of-Home-Kanäle bespielt sowie eine interaktive Zalando Landing Page. Und natürlich läuft in Sachen Mode und Zalando nichts ohne Influencer: Je nach Markt kooperiert das Unternehmen mit einflussreichen Social-Media-Stars wie Jennifer Lange aus Deutschland, Marylou Leloup aus Frankreich und Janni Olsson Delér aus Schweden.  Entwickelt wurde die Kampagne gemeinsam mit der Agentur BETC.

Das EHI Retail Institute schätzt den Deutschland-Umsatz der Zalando Lounge auf 174 Millionen Euro, nach 147,6 Millionen Euro im Vorjahr. Das entspräche einem Plus von rund 15,2 Prozent. Der Gesamtumsatz des Shopping-Clubs lässt sich auch nur schätzen, da Zalando die Erlöse der Zalando Lounge mit denen der stationären Outlets und des B2B-Bestandsmanagement bündelt. Und zwar im Bereich Offprice, das 2020 um 48,3 Prozent auf 978,1 Millionen Euro gewachsen ist. Nach Auskunft eines Konzernsprechers wurden diese Erlöse "größtenteils" von der Zalando Lounge erwirtschaftet. Das operative Ergebnis der Offprice-Sparte hat sich laut Zalando mit einem Sprung von 23,2 auf 88 Millionen Euro fast vervierfacht.

Zum Vergleich: Beim großen Mitbewerber Limango kletterte der Umsatz im Geschäftsjahr 2020/21 (28. Februar) um über 30 Prozent auf 360 Millionen Euro. Der Deutschland-Umsatz der Otto Group-Tochter belief sich nach Schätzung des EHI Retail Institute und Statista im vergangenen Jahr auf 285,2 Millionen Euro. Sollten die Experten damit richtig liegen, wäre das Geschäft hierzulande gegenüber 2019 um 9,6 Prozent gewachsen.

Der Münchner Offprice-Spezialist Schustermann & Borenstein, der den Online-Shopping-Club Best Secret und vier Outlet-Läden in München (2), Frankfurt und Wien betreibt, verbesserte seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 7,8 Prozent auf 615,8 Millionen Euro. Davon wurden 528,4 Millionen Euro im E-Commerce erwirtschaftet. Das entsprach einem Plus von fast 20 Prozent.

Dagegen ist der Umsatz der ehemaligen Ebay-Tochter Brands4friends 2020 um 6 Prozent auf 100 Millionen geschrumpft. Immerhin konnte der Berliner Online-Händler, der seit 2019 zum kalifornischen Private Equity-Unternehmen Regent gehört, seinen Abwärtstrend deutlich abbremsen. Schließlich ist das Volumen 2019 noch um über 22 Prozent auf 106,32 Millionen eingebrochen. In der Folge mussten die Hauptstädter einen Betriebsverlust (vor Zinsen und Steuern" in Höhe von 23,91 Millionen Euro verkraften. Das entsprach einer Negativrendite von rund 22,5 Prozent. Für 2020 liegen noch keine Ergebniszahlen vor.

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