20. Deutsche Sponsoringtage

Skisprung-Idol Martin Schmitt: "Man muss nicht jeden Tag mehrere Tweets rausschicken"

Martin Schmitt im Gespräch mit Jochen Zimmer, Ressortleiter Specials bei HORIZONT
Simon Hofmann/Getty Images
Martin Schmitt im Gespräch mit Jochen Zimmer, Ressortleiter Specials bei HORIZONT
Martin Schmitt zählt zu den erfolgreichsten Skispringern und zu den bekanntesten und immer noch beliebtesten Sportlern Deutschlands. Im Januar dieses Jahres hat er mit 36 Jahren seine aktive Karriere nach fast zwei Jahrzehnten beendet. Auf den 20. Deutschen Sponsoringtagen in Frankfurt sprach er mit HORIZONT über die Treue zur Farbe Lila, den Umgang mit dem Medienrummel und seine Pläne nach der Sportlerkarriere.

Martin Schmitt über...

… seine langjährige Partnerschaft mit Milka. "Das Verhältnis zu Milka ist mit der Zeit immer enger geworden. Eine so lange Partnerschaft war nicht zu erwarten. Zwar habe ich vor einigen Wochen den lilafarbenen Helm an das neue Testimonial Andreas Wellinger  übergeben. Wir arbeiten aber weiterhin an gemeinsamen Projekten wie den Milka-Schüler-Cup und das Nachwuchs-Camp."

… über den medialen Rummel um seine Person während seiner aktiven Karriere. "Als Skispringer darf man sich nicht beklagen, wenn man Aufmerksamkeit erfährt. Das haben wir immer Wert geschätzt."

Branchenevent: Impressionen von den 20. Deutschen Sponsoringtagen


… über Facebook, Twitter und Co. "Ich habe mich den digitalen Medien ein bisschen entzogen. Ich bin dort bewusst nicht aktiv geworden, um mich auf den Sport zu konzentrieren und keine zusätzliche Angriffsfläche zu bieten. Als junger Sportler würde ich jetzt aber auch aktiv werden, denn heute muss man tiefere Einblicke gewähren. Trotzdem sollte ein Sportler dabei authentisch bleiben. Wer kein Selbstdarsteller-Gen hat, muss nicht jeden Tag mehrere Tweets rausschicken, denn das kann auch zur Belastung werden."

… über den Aufschwung des Skisprung-Sports durch seine und Sven Hannawalds Erfolge zwischen 1997 und 2002. "In der damaligen Zeit sind viele Faktoren zusammen gekommen: RTL hat durch das erworbene Übertragungsrecht viel gepusht und eine Wettbewerbssituation unter den TV-Sendern geschaffen. Der sportliche Aufschwung hatte aber schon früher begonnen, sonst wäre es auch nicht dazu gekommen."

… über die Perspektiven des Skisprungs in Deutschland. "Die Goldmedaille im Mannschaftsspringen in Sotschi gibt der Sportart sicherlich wieder neuen Schwung. Zumal der Generationswechsel im Team unter Trainer Werner Schuster gelungen ist und mit Severin Freund, Andreas Wellinger und anderen Athleten auf Weltspitzenniveau  dabei sind, die noch Entwicklungspotential haben."

20. Deutsche Sponsoringtage: Eindrücke vom Learning Day


… über seine Pläne nach der aktiven Karriere. "Für einen gewissen Zeitraum kann ich mir gut vorstellen, als Trainer zu arbeiten. Im September nächsten Jahres werde ich mein Studium an der Trainerakademie in Köln abschließen. Zurzeit bin ich bereits als Trainer im DSV Milka Schülercup aktiv. Aber sehr wahrscheinlich werde ich noch ein weiterführendes Studium machen. Ich bin gerne auf mehreren Feldern aktiv."

… über seine neue Rolle als TV-Experte. "Ich freue mich sehr auf mein Engagement als Eurosport-Experte bei der Vierschanzentournee. Dort werde ich im Auslaufbereich Interviews mit den Sportlern führen. Dieter Thoma, der als ehemaliger Skispringer seit vielen Jahren bei der ARD als TV-Experte im Einsatz ist,  war schon immer mein Vorbild, auch als Kommentator. Ob ich dauerhaft diesen Weg einschlagen werde, ist noch offen." joz



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