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Die 1A-Motorbid-Gründer Dominic und Sven Quambusch, Thomas von Estorff und Marc Berger
1A Motorbid
1A Motorbid

Das ist die neue Auktions-Plattform für gebrauchte Autos

Die 1A-Motorbid-Gründer Dominic und Sven Quambusch, Thomas von Estorff und Marc Berger
Vor wenigen Wochen ging die Plattform 1A Motorbid an den Start. Dort können Händler, die sich angemeldet haben, gebrauchte Fahrzeuge verkaufen oder ersteigern. Der Launch der Plattform wurde über gedruckte Postkarten beworben. Inzwischen wurden bereits 300 Fahrzeuge vermittelt.
von Helmut van Rinsum Dienstag, 27. April 2021
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Der Gebrauchtwagenhandel in Deutschland floriert. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes wechselten allein im Monat März über 670.000 Fahrzeuge den Besitzer. Verkauft werden die Wagen vor allem über das Internet. Dort ist in den vergangenen Jahren eine Vielfalt an Portalen entstanden – Börsen, Marktplätze, Plattformen oder Shops, über die Händler und Endkunden nach ihren Wunschfahrzeugen suchen können.

Vor wenigen Wochen ging in diesem Kfz-Kosmos eine weitere Plattform on air: die 1A Motorbid aus Düsseldorf. Die Online-Plattform ist für den B2B-Handel konzipiert, kaufen und verkaufen kann nur, wer ein entsprechendes Gewerbe angemeldet hat. Händler sollen dort Fahrzeuge abstoßen können, die sie in Zahlung genommen haben, oder aber für ihre Kunden nach bestimmten gebrauchten Modellen suchen. Sämtliche Modelle werden vorab begutachtet. „Wir verstehen uns als Bindeglied zwischen Käufer und Verkäufer“, erklärt Dominic Quambusch, Marketing Manager bei 1A Motorbid, das Geschäftsmodell, wobei der Betreiber eine Provision erhält. Zudem können Käufer und Verkäufer auf ein modulares Dienstleistungsangebot zugreifen. So übernimmt die 1A Motorbid auf Wunsch auch die gesamte Abwicklung – von der Erstellung des Kaufvertrags bis hin zum Transport des Fahrzeugs.
„Wir verstehen uns als Bindeglied zwischen Käufer und Verkäufer.“
Dominic Quambusch
Gegründet wurde 1a-motorbid.de von Dominic und Sven Quambusch, Thomas von Estorff und Marc Berger, die seit vielen Jahren im Automobilhandel tätig sind und zudem Erfahrung über den Aufbau von Netzwerken und digitalen Auktionsplattformen haben. Diese Expertise floss in das Start-up ein: Denn auf der Plattform werden die Fahrzeuge auf verschiedene Arten versteigert. Ganz klassisch, mit einem bestimmten Startpreis; als Blind Auction, wobei der Bieter einen bestimmten Kaufpreis nennt, aber nicht sieht, wieviel Konkurrenten bieten. Es gibt geschlossene Auktionen mit einem genau definierten Bieterkreis und die Speed Auction: „Das ist die richtige Auktionsform, um in kürzester Zeit einen marktgerechten Inzahlungnahmepreis zu ermitteln“, so Dominic Quambusch.

Man habe also eine Reihe von Innovationen am Start, mit denen man sich von den Wettbewerbern unterscheide, sagt Quambusch. Allerdings musste man die Plattform auch erst in Schwung bringen, sie unter den Markenhändlern bekannt machen. Diskutiert wurde deshalb, ob man zum bevorstehenden Launch eine Mailing-Aktion starten sollte, was die Verantwortlichen dann allerdings wieder verwarfen. Es bestanden datenschutzrechtliche Bedenken und gleichzeitig fürchtete man, dass die Mail irgendwo in den Autohäusern untergehen würde. Die Wahl fiel deshalb auf das Print-Mailing. Man beschloss, an die in Frage kommenden Autohändler gedruckte Postkarten zu verschicken und sie so auf die neue Plattform aufmerksam zu machen. "Wir wollten in einer Zeit, in der nahezu alles digital ist, den Kunden etwas schicken, was sie in der Hand halten können und so länger in Erinnerung bleiben", sagt Quambusch. Der Marketing Manager nutzte dazu den Print-Mailing-Planner der Deutschen Post. Dort kalkulierten sie die Preise, die Zahl der Aussendungen, luden die Excel-Tabellen mit den Adressen und die Vorlagen hoch und planten im Kalender den Zeitpunkt der Aussendungen. Über das Buchungstool ließ sich dieser Vorgang einfach handhaben. Auf den Karten selbst wurde auf die Premieren-Auktion am 23. März hingewiesen, bei der 50 Fahrzeuge verschiedener Marken und Klassen ohne Gebühren versteigert wurden. Das Autohaus, das daran teilnehmen wollte – als Auktionator oder Bieter – musste sich dafür bei der Plattform anmelden. Gleichzeitig zierte die Karte ein Foto von dem Gründerteam, das sollte Vertrauen schaffen. "Das war uns wichtig", sagt Quambusch, „denn bei uns steht der Mensch im Vordergrund. Die persönliche Bindung zu unseren Kunden liegt uns besonders am Herzen.“

Insgesamt wurden rund 25.000 Postkarten in verschiedenen Wellen verschickt. Erst konzentrierte man sich beim Aussand auf benachbarte Postleitzahl-Gebiete, weil dort die Händler persönlich bekannt waren. Anschließend wurde der Kreis erweitert bis hin zur bundesweiten Bewerbung der Premieren-Auktion. Nach den ersten Karten wurde telefonisch nachgefasst, um die Anmelde-Raten bei der Plattform zu erhöhen.

Inzwischen, wenige Wochen nach dem Start, hat 1A Motorbid bereits rund 300 Fahrzeuge versteigert, die Nachfrage wächst. Derzeit arbeiten die Gründer daran, den Reiz weiter zu erhöhen: Demnächst sollen holländische Auktionen möglich werden, eine Form, die in Deutschland noch wenig bekannt ist: Hier fällt der Preis so lange, bis der erste Bieter zuschlägt. Dann ist die Auktion vorbei. Helmut van Rinsum
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