"Ficken" findet Eingang ins deutsche Markenregister

Partyspass mit Beerenschnaps (Bild: www.partyschnaps.com)
Partyspass mit Beerenschnaps (Bild: www.partyschnaps.com)
Es klingt wie ein Scherz aus "Verstehen Sie Spaß", ist es aber nicht: Ein schwäbischer Schnapshersteller hat vor dem Bundespatentgericht um die Eintragung der Marke "Ficken" gestritten - und gewonnen. Der Name bezeichnet einen Partyschnaps der EFAG Trade Mark Company in Altheim. Die Begründung der Richter: "Die angemeldete Marke verstößt nicht gegen die guten Sitten."

Entgegen zweier früherer Bescheide der Markenstelle des Bundespatentamtes entschied der zuständige Markenbeschwerde-Senat diesmal, dass sich die Beschwerde des Anmelders "als begründet" erweise. Die allgemeinen Anschauungen über Sitte und Moral seien einer fortschreitenden Liberalisierung unterworfen - der Begriff "Ficken" sei daher im Jahre 2011 kaum mehr dazu geeignet, "das Scham- oder Sittlichkeitsgefühl eines wesentlichen Teils des Verkehrs durch geschlechtsbezogene Angaben unerträglich" zu verletzen.

Unfreiwillig komisch wird die Begründung der Richter durch den Vergleich des F-Wortes mit tatsächlich unerträglichen Verstößen: So führen die Juristen als Beispiele für absolute No-Gos die Begriffe "Schenkelspreizer" und Busengrapscher" ins Feld. Zudem listet das Gericht auf, in welcher Weise der Begriff "Ficken" Eingang in den deutschen Sprachgebrauch und das kuluturelle Gedächntis gefunden habe: So finde sich das Wort nicht nur im Duden, sondern sei auch in die Titel von Theaterstücken (Marc Ravenhill: "Shoppen & Ficken", 1998) und Filmen ("Fickende Fische", 2002) eingeflossen.

Die EFAG Trade Mark Company hält auf ihre Schnapsidee große Stücke: Das Unternehmen bietet auf seiner Homepage eine breite Palette an Werbemitteln und Rezeptipps für das 15-prozentige Getränk an, zudem hat "Ficken" auf Facebook über 170.000 Freunde. Und das Video "Ficken fürs Volk" des abgefahrenen Graf Ficken ist ein echter Knaller auf Youtube. ire



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