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Wer Millenials ansprechen will, braucht nicht nur schicke Filialen
C&A
"QVC für Millennials"

4 Tipps, wie Händler Social Media zum Showroom machen können

Wer Millenials ansprechen will, braucht nicht nur schicke Filialen
Der Point of Sale rules - für Handelsunternehmen ist ein pfiffiges Store-Konzept ganz entscheidend. Doch vor allem junge Verbraucher lockt man allein mit schicken Läden schon lange nicht mehr hinter dem Smartphone hervor. Ohne Social Media geht heute bei Millennials so gut wie gar nichts mehr. Wie Händler mit dieser Herausforderung umgehen sollten, das weiß Christopher Kollat. Der Monotype-Chef, der mit dem Tochterunternehmen Olapic auch Content-Strategien für die moderne Costumer Journey anbietet, gibt 4 Tipps, wie sich Facebook, Instagram und Snapchat als Showroom nutzen lassen. 
von Christopher Kollat, Monotype Mittwoch, 06. Februar 2019
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Angesichts des stetig wachsenden Online-Geschäfts konzentriert sich der stationäre Handel auf das Einkaufserlebnis, oft verknüpft mit digitaler Ansprache, um die Kunden dort abzuholen, wo sie hingewandert sind. Die Erwartungen der Verbraucher sind hoch, weil sie den Komfort eines vernetzten und personalisierten Einkaufs schätzen gelernt haben: Das Einkaufserlebnis spielt eine entscheidende Rolle. Weitgehend einig ist sich der Handel, womit der am Point of Sale punkten kann: persönliche Beratung, guter Service und die Inszenierung des Einkaufs als Erlebnis. In dem Zusammenhang kommt dem Schaufenster und seiner Gestaltung eine neue Rolle zu.

Social Media und die Markenerfahrung

Vielen Händlern, insbesondere Geschäften mit einer langen Tradition, gelingt es nicht, sich der rasanten Entwicklung in der Branche anzupassen. Jahrelang kamen die Kunden, einfach so, in ihre Filialen. Viele von ihnen genießen inzwischen den Komfort einer Online-Bestellung und sparen sich den Weg in die Fußgängerzone. Dort locken inzwischen neue POS-Aktionen, für die einige Shops mit digitalem Trommelwirbel werben.


„Es genügt nicht, einfach einen Buy-Button zu integrieren und auf Umsätze zu warten.“
Christopher Kollat
Allerdings ist die Filiale in der heutigen Customer Journey nur einer von vielen Touchpoints, über die sich Verbraucher Produktinformationen ziehen und mit ihrer Lieblingsmarke interagieren. Das Internet hat sich als super-aktuelle Informationsquelle etabliert. Smartphones und mobile Apps erlauben es den Konsumenten, überall und zu jeder Zeit Kaufanregungen zu empfangen: das Netz als digitale Schaufenstermeile. Laut Total Retail Report von PWC hat sich vor allem Social Media als Informationsquelle etabliert. Dies trifft fast ausnahmslos auf jüngere Konsumenten zu, wobei älterer Zielgruppen kräftig aufholen.

An den sozialen Medien führt für den Einzelhandel kein Weg mehr vorbei! Sie ermöglichen es Marken, den Verbrauchern auf Augenhöhe zu begegnen … und umgekehrt. Dies kann fast rund um die Uhr geschehen, denn Timelines und Feeds werden vor morgens bis abends aktualisiert. Botschaften lassen sich personalisiert und zielgerichtet auf der Grundlage einer nahezu unbegrenzten Anzahl von Zielgruppen und demografischen Merkmalen ausspielen.


Eine Einzelhandelsstrategie, die sich allein auf die Filiale konzentriert, kann nicht das aus dem Netz gewohnte Maß an Komfort, Konnektivität, Personalisierung oder Erlebnisqualität bieten. Wer jedoch im Netz auf gutes Storytelling baut, wird rasch die Aufmerksamkeit der Konsumenten gewinnen. Vor allem Videos und Fotos, die eine Marke oder ein Produkt inszenieren, wecken Interesse und können früher oder später zum Kauf führen. Eigentlich genau so, wie ein attraktiv dekoriertes Schaufenster – allerdings mit einer ungleich höheren Reichweite.

Social Commerce richtig nutzen

Neben dem Marken-Engagement in den sozialen Medien liefern neue Social-Commerce-Funktionen rasant wachsende Umsatzimpulse, weil sie es den Menschen so einfach wie nie zuvor machen, ein attraktives Produkt sofort zu bestellen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis große Player wie Instagram, Snapchat oder Facebook diesen Weg weiter ausbauen. Nicht von ungefähr bezeichnen Zyniker die Sozialen Netze auch als "QVC für Millennials".

Da die Verbraucher regelmäßig über Social Media mit ihren Lieblingsmarken in Kontakt treten oder sich diese von Followern empfehlen lassen, liegt es nahe, dass auch Handelsunternehmen ihre soziale Präsenz als Showroom mit Kaufoption ausbauen. Dabei genügt es nicht, einfach einen Buy-Button zu integrieren und auf Umsätze zu warten. Vielmehr erwarten die Verbraucher einen konsistenten Social Media-Auftritt, der mit ihnen interagiert und wo der Kauf nur einen von mehreren Interaktionen darstellt.

Wer die folgenden Schritte beachtet, hat gute Aussichten, seine sozialen Kanäle in ein digitales Schaufenster zu verwandeln und dieses gewinnbringend einzusetzen.

1.

Einzelhändler sollten wählerisch sein, über welche Plattformen sie ihre Produkte promoten

Wie im Laden wollen manche Zielgruppen eher stöbern, andere suchen ausführliche Beratung oder wollen Fragen dazu stellen. Die geeignete Plattform muss also zum Produkt passen, aber auch Inhalte und Optionen zulassen, die den Erwartungen der Zielgruppe entgegenkommen.

2.

Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Social-Media-Präsenz ihre Markenidentität widerspiegelt

Der Social-Media-Auftritt sollte mit allen Werten im Einklang stehen, für die eine Marke steht – visuell, sprachlich und technisch. Eine solche Übereinstimmung schafft Authentizität und Vertrauen, die Kunden fühlen sich wohler beim Kauf.

3.

Der Content muss authentisch sein 

Verbraucher schätzen das Einkaufserlebnis sowie die Story, die mit dem Produkt verknüpft ist. Im Idealfall wird diese Story gerne von den Verbrauchern weitererzählt. Auch benutzergenerierte Inhalte erweisen sich für die Fans einer Marke als sehr vertrauenswürdig und funktionieren manchmal besser als die amtlichen Produktfotos oder Werbeclips.

4.

Werbung kommt von „Umwerben“

Die Umwandlung einer Social-Media-Präsenz in einen E-Commerce-Kanal bedeutet nicht, dass man aufhören sollte, mit den Kunden zu interagieren. Sie folgen einer Marke oder einem Handelspartner, wenn sie spannenden Content erzählen und zum Dialog mit den Verbrauchern einladen. Aus einem zustimmenden Kundenkommentar kann schon morgen ein Kauf werden. Ehrliches Engagement ist oberste Priorität für jede Social-Media-Aktivität.

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