+Chocjes-Kampagne

Warum die Vorwürfe gegen Katjes haltlos sind

Montag, 21. Oktober 2019
Beim Deutschen Werberat laufen derzeit die Telefondrähte heiß. Nein, diesmal sind es nicht wie sonst sexistische Plakate oder ähnlich offensichtliche Entgleisungen, die das Kontrollgremium der Werbewirtschaft auf den Plan rufen. Diesmal geht es um einen Werbespot von Katjes für etwas auf den ersten Blick völlig Harmloses - nämlich vegane Schokolade. Das Problem ist: Der Werbespot für Chocjes ist den deutschen Milchbauern ein Dorn im Auge. Sogar Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner springt den schäumenden Landwirten zur Seite. Was aus ihrer Sicht verständlich ist. Gerechtfertigt ist die Kritik an der Kampagne deshalb aber noch lange nicht.

Auch den Vorwurf, die Visualisierung von Massentierhaltung sei überzogen, kann man gelten lassen. Ja mehr noch: Die Bilder sind geradezu beklemmend. Was auch kein Wunder ist, wenn man weiß, dass die Illustrationen kein geringerer als Gerald Scarfe gezeichnet hat, der schon Ende der 70er Jahre mit seinen düsteren Grafiken und Videos für das Pink-Floyd-Album "The Wall" für Schlagzeilen sorgte. 

Ist Katjes daher schuldig im Sinne der Anklage? Nein, ganz und gar nicht. Denn natürlich darf Werbung zuspitzen, übertreiben, einseitig sein und sogar provozieren. Wenn diese Stilmittel nicht erlaubt wären, dann hätte es weder den Audi Quattro auf der Skischanze noch den Axe Effekt gegeben. Auch die im Juli 2019 gestartete freche Lidl-Kampagne

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