Marketing-Professor Scott Galloway

"Corona wird das Ungleichgewicht verstärken"

Dienstag, 26. Mai 2020
Wir wissen nicht, ob es Zufall ist, oder ob es an Scott Galloway liegt. Nachdem der New Yorker Marketing-Professor und scharfsinnige Analytiker des Digital-Business 2016 das Publikum des OMR Festivals erstmals mitgerissen hat, hatte OMR ihn 2018 erneut eingeladen. Doch ein Jahrhundertsturm verhinderte seine Anreise. Galloway wurde per Video zugeschaltet. 2020 der nächste Versuch. Dann kam Corona, und das komplette Festival musste abgeblasen werden. Sicher gibt es da keinen Zusammenhang. Also hoffentlich. Denn bei OMR21 soll Galloway endlich wieder dabei sein. Zur Verkürzung der Wartezeit hier ein paar Highlights aus dem Gespräch, das Philipp Westermeyer kurz nach der Festival-Absage mit Galloway für den OMR-Podcast geführt hat.

Warum die Corona-Krise Unternehmen stärker zusetzt als ein Krieg

In einer Rezession kann ein Unternehmen 20, 30, 40 Prozent seiner Einnahmen verlieren. Nehmen wir an, es nimmt 100 Millionen Dollar im Monat ein und musste 30 Prozent davon einbüßen. Dann verliert es also monatlich 30 Millionen Dollar Umsatz. Kann dieses Unternehmen seine Kosten um zehn oder 20 Prozent senken, verliert es nur noch zehn bis 20 Millionen pro Monat.

Viele Firmen können das überleben. Die aktuelle Situation ist insofern beispiellos, als es viele Unternehmen gibt, die innerhalb von zwei Wochen von Volllast auf null gefahren wurden. Und nur sehr wenige haben sich jemals darauf vorbereitet, 100 Prozent ihrer Einnahmen zu verlieren. Wenn diese Unternehmen ihre Kosten gar um 30 oder 40 Prozent senken würden, was für viele nicht einfach ist, verlieren sie immer noch 60 Millionen pro Monat. Selbst während des Zweiten Weltkrieges haben Firmen Geld verdient, weil sie immer noch etwas verkauften. Oder sie wurden auf Kriegswirtschaft umgestellt. Aber im aktuellen Fall haben wir ganze Unternehmen, die buchstäblich ausgeschaltet wurden.

Wie die aktuelle Krise den Werbemarkt und damit die Medienwelt nachhaltig verändert

Im digitalen Marketing haben Facebook und Google in den USA zusammen einen Marktanteil von zwei Dritteln, und es ist gut möglich, dass sie mit 70 oder 75 Prozent aus dieser Krise herauskommen.

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