Influencer Marketing

Wie Douglas, Verivox und Frosta zur Fußball-WM auf Influencer setzen

Sonntag, 24. Juni 2018
An der Fußball-Weltmeisterschaft kommt, so scheint es, aktuell niemand vorbei. Das sportliche Mega-Event des Jahres nutzen viele Marken, um sich mit gezielten Kampagnen und Aktionen ein Stück vom großen Kuchen der öffentlichen Aufmerksamkeit abzuschneiden. Nicht fehlen darf dabei anno 2018 natürlich auch der Einsatz von Influencern. Philipp John, COO und Gründer der Influencer-Marketing-Plattform ReachHero, hat sich für HORIZONT Online drei aktuelle WM-Kampagnen auf Instagram näher angeschaut. Er erklärt, was gut funktioniert hat – und wo er Nachbesserungsbedarf sieht.

Douglas: #BeautyWM2018

Was war die Idee? Die Parfümerie-Kette aktiviert zur WM deutsche Influencerinnen mit Wurzeln in den unterschiedlichsten Ländern. Der Clou: Jedes der Social Media-Sternchen berichtet in einem Beitrag über die Beauty-Routinen des jeweiligen Landes. Mit von der Partie sind unter anderem Influencer-Größe Dagi Bee für Polen (5,2 Millionen Abonnenten), Model Angelina Lilienne für Spanien (300.000 Abonnenten), Bloggerin Laura Noltemeyer für Deutschland (174.000 Abonnenten) und TV-Moderatorin Jana Ina Zarrella für Brasilien (347.000 Abonnenten). Kampagnen-Hashtag ist #BeautyWM2018, markiert wurde zudem in jedem Post der offizielle Instagram-Kanal von Douglas.
Douglas spannt zur Fußball-WM unter anderem Dagi Bee ein
Douglas spannt zur Fußball-WM unter anderem Dagi Bee ein


Ein verwandelter Marketing-Elfmeter? Aktuell lassen sich unter dem Aktionshashtag sieben gesponserte Beiträge auf Instagram finden. Und die Kampagne kann schon starke Werte vorweisen: Über 160.000 Likes und mehr als 2.300 Kommentare stehen momentan unter dem Strich. Dabei überzeugt vor allem die Idee der Völkerverständigung und Diversität hinter der Kampagne. Dass Douglas damit auch noch geschickt für bestimmte Produkte die Werbetrommel rührt, fällt da nicht negativ auf.

Fazit: Eine rundum gelungene WM-Kampagne, die die eigene Zielgruppe klug anspricht.

Verivox: #Weltmeistertarif

Was war die Idee? Das WM-Fieber will auch das Tarif-Vergleichs-Portal für sich nutzen und arbeitet dazu mit einer Reihe von deutschen Instagram-Sternchen zusammen. Mit dabei sind u.a. Model Tiana Pongs (102.000 Abonnenten), Reise- und Fitness-Bloggerin Jennifer Falkenau (60.200 Abonnenten) und Männermode-Experte Torben Stagedives (283.000 Abonnenten). Das Konzept der Kampagne ist schnell erklärt: Die Influencer trommeln für eine Wechselprämien-Aktion von Verivox. Genutzt wurden jeweils diverse Hashtags wie #Weltmeistertarif, #WMTarif oder #RichtigSparen. Vertaggt wurde jeweils immer @verivox.
Bei Verivox hapert es an der Auswahl der Influencer
Bei Verivox hapert es an der Auswahl der Influencer
Ein verwandelter Marketing-Elfmeter? Die bislang veröffentlichten vier Influencer-Postings kommen auf nahezu 13.800 Likes und wurden fast 200 Mal kommentiert. Durchaus gute Werte. Einzig: Die Aktion wirkt reichlich konstruiert. Weder wird klar, warum Reise- oder Modeblogger glaubwürdige Botschafter für einen Tarifwechsel sein sollen, noch haben die gezeigten Bilder irgendetwas mit dem Inhalt der Kampagne zu tun. Überhaupt scheint Instagram hier nicht die geeignete Plattform zu sein. So hätte es in Youtube-Videos zum Beispiel deutlich mehr Spielraum für kluges Storytelling und Produktinfos gegeben.

Fazit: Lattenschuss.

Frosta: #EchtesEssen

Was war die Idee? Die Tiefkühl-Marke verlängert ihre bis dato laufende Kampagne unter dem Hashtag #EchtesEssen auch in die WM-Wochen. Influencer und Influencerinnen wie die Travel und Food-Bloggerinnen Karoline von Karo adores (33.700 Abonnenten), Angelique Michelle (70.500 Abonnenten) und Felicitas Corleone  (16.300 Abonnenten) werben zum Beispiel im Zuge des ersten Gruppenspiels der deutschen Nationalmannschaft mit Frosta-Gerichten aus dem Heimatland des gegnerischen Teams aus Mexiko. Markiert wurde in jedem Beitrag auch immer der deutsche Instagram-Auftritt von Frosta.
Frosta lässt zur WM mit einem Augenzwinkern influencen
Frosta lässt zur WM mit einem Augenzwinkern influencen
Ein verwandelter Marketing-Elfmeter? Aktuell kommen die vier gesponserten Postings auf über 7.000 Herzen und fast 300 Kommentare. Solide Werte. Und auch das augenzwinkernde Konzept weiß unter dem Strich durchaus zu überzeugen – insbesondere wenn Frosta die Idee im Zuge der nächsten Deutschlandspiele fortsetzt. Ich freue mich jedenfalls schon auf das ein oder andere Kötbullar-Bild im Rahmen des Vorrundenspiels gegen Schweden.

Fazit: Frosta nutzt die eigene Angebotsvielfalt für eine gelungene Influencer-Kampagne mit Augenzwinkern.



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