Dracula-Billboard der BBC

Ein weiterer Beweis, dass Out of Home einfach ein geiles Medium ist

Freitag, 03. Januar 2020
Außenwerbung erfreut sich großer Beliebtheit und gehört zu den Kanälen, denen großes Wachstumspotenzial prognostiziert wird. Das liegt zwar in erster Linie an den wachsenden digitalen Möglichkeiten des Mediums - die BBC beweist aber aktuell, dass auch ganz analoge Billboards sensationell gut sein können.
Die britische Sendeanstalt hat in Birmingham und London zwei Plakatflächen belegt, um die neue Miniserie "Dracula" zu promoten. Das von Mark Gatiss und Steven Moffat ("Sherlock") entwickelte Format soll den bekannten Stoff um den liebeskummernden rumänischen Fürsten, der zum obersten Blutsauger konvertiert, moderner interpretieren.


Bei der Bewerbung der Serie verließ sich die BBC aber auch auf Altbewährtes. Die beiden Billboards in den englischen Großsstädten sind mit blutbefleckten Holzpflöcken bestückt, wie sie der Legende nach von Vampirjägern benutzt werden. Doch erst wenn es dunkel wird, entfaltet das Motiv seine volle Kraft:  Als zusätzliches Gimmick für Passanten sind am Fuß des Billboards Boxen angebracht. Darauf steht: "Im Falle von Vampiren öffnen". Im Inneren findet sich ein spitzer Holzpflock.

Ausgedacht hat sich die Kampagne die hauseigene Unit BBC Creative. Laut deren Kreativchef Olly Harnett handelt es sich dabei um "eine der ehrgeizigsten Spezialkampagnen, die wir je durchgeführt haben". Die Kampagne solle zeigen, dass die Zuschauer "zweifellos etwas Neues und Unerwartetes von dieser außergewöhnlichen Adaption des Vampirklassikers erwarten" könnten, so Harnett gegenüber The Drum.


Und offenbar hat die Promo gewirkt: Die erste, am Neujahrstag zur besten Sendezeit ausgestrahlte Folge der Miniserie brachte es auf durchschnittlich 3,6 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 19,2 Prozent. Bei Netflix soll "Dracula" nach der Ausstrahlung durch die BBC verfügbar sein.
Das "Dracula"-Billboard der BBC beweist, dass sich mit Out-of-Home-Motiven phantastische Effekte herstellen lassen - ganz ohne digitale Hilfsmittel. Alles, was es in diesem Fall brauchte, waren Holzpflöcke und Licht. Und ein paar Kreative, die etwas von ihrem Handwerk verstehen.

Out of Home steht derzeit generell gut dar. In den USA, dem größten Werbemarkt der Welt, legten die Umsätze mit Außenwerbung im ersten Halbjahr 2019 um 7 Prozent zu. Und auch hierzulande erlebte Out of Home ein starkes Wachstum, mit einem Plus von 9,9 Prozent in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres.

Für 2020 sagt das Agenturnetzwerk Group M ein globales Wachstum von 2,5 Prozent voraus. Damit wachse Außenwerbung - abgesehen von reinen digitalen Medien - schneller als der Rest der Branche, so die Media-Experten der WPP-Tochter. Dennoch steht außer Frage, dass vor allem die Digitalisierung der Außenwerbung das Wachstum der Gattung weiter treiben wird. Im vergangenen Jahr legten die Spendings für digitale Screens in Deutschland allein im dritten Quartal um 42 Prozent zu. Insgesamt flossen 168,8 Millionen Euro in Digital Out of Home - das sind 28 Prozent der gesamten OoH-Spendings von rund 600 Millionen Euro in diesem Zeitraum. ire
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