Debatte um #besonderehelden

Eine Frage der Zielgruppe

Montag, 16. November 2020
Mit zwei Werbefilmen im Zuge der Informationsmaßnahmen zur Corona-Pandemie sorgt die Bundesregierung seit dem Wochenende für heiße Diskussionen in den sozialen Netzwerken. Die Botschaft der dramatisch inszenierten Spots, in denen ein altes Ehepaar aus der Zukunft auf den Winter 2020 zurückblickt: Wer in diesen Wochen und Monaten faul auf der Couch liegt, wird zum Helden, weil er entscheidend zur Eindämmung des Coronavirus beiträgt. Diese einseitige Perspektive, die Folgeprobleme der Pandemie und des neuerlichen Lockdowns außer Acht lässt, gefällt nicht jedem. Muss sie aber auch gar nicht. Denn schließlich hat die Bundesregierung eine ganz spezielle Zielgruppe im Sinn.
Die Kampagnenverantwortlichen der Regierung sowie von Florida Reklame, die die Spots entwickelt und produziert haben, werden im Vorfeld wohl gewusst haben, dass sie mit den insgesamt drei #besonderehelden-Videos auf Facebook, Instagram, Twitter und Co für viel Gesprächsstoff sorgen werden.

Schließlich ist der Ansatz, im Stil einer Kriegsdokumentation und mit einer gehörigen Portion Ironie und Pathos über die Herausforderungen der Corona-Pandemie zu informieren, für politische Werbung schon ungewöhnlich genug.

Dazu dürften sich die Macher auch darüber im Klaren gewesen sein, dass sich viele Zuschauer von den Spots provoziert fühlen werden.

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