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Black Friday 2021 auf Amazon

Last-Minute-Tipps für Vendoren und Seller

Nach dem Amazon Prime Day im Juni stehen Ende November wieder der Black Friday und Cyber Monday als die nächsten großen Sales-Events auf Amazon an. Hannes Detjen, Gründer des internationalen Amazon-Dienstleisters Remazing, erklärt, wie Händler sich jetzt noch richtig darauf vorbereiten können.
von Hannes Detjen, Remazing Dienstag, 16. November 2021
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Neben dem Black Friday hat sich der Cyber Monday als weiteres Sales-Event dank Amazon ebenfalls im E-Commerce fest etabliert. Die beiden Tage werden auf dem Marktplatz mit ganzen Deal-Wochen zelebriert und läuten mittlerweile traditionell auch hierzulande mit der "Holiday Shopping Season" die umsatzstärkste Zeit des Jahres im Onlinehandel ein. Für Händler ist es deshalb wichtig, sich gezielt darauf vorzubereiten und die eigene Strategie an den erhöhten Wettbewerb anzupassen.

Zur Einstimmung auf den Black Friday 2021 am 26. November finden bereits ab dem 15. November erste Aktionen auf Amazon statt. Die folgenden Last-Minute-Tipps zu Maßnahmen vor, während und nach den Aktionstagen sollen Vendoren und Sellern gleichermaßen dabei helfen, auf den letzten Metern noch den größtmöglichen Verkaufserfolg zu erzielen.

1. Überprüfung der eigenen Profitabilität

Zunächst sollte jeder Händler basierend auf den eigenen Zielen prüfen, ob er sich das Einstellen von Black-Friday- und Cyber-Monday-Angeboten grundsätzlich leisten kann und will. Angebote bedeuten immer einen Verzicht auf Marge. Am Black Friday ist der Druck, einen hohen Rabatt zu geben, besonders groß. Gerade in diesem Jahr hat Amazon die Konditionen für das Einstellen von Deals noch einmal verschärft. Händler sollten daher im Vorfeld realistisch einschätzen, was ihnen ein potenziell besseres Ranking und somit der mögliche Verkauf von Produkten mit besserer Marge nach dem Black Friday wert ist.
Black-Friday-Kampagnen müssen gut auf die jeweilige Phase abgestimmt sein
© Remazing
Black-Friday-Kampagnen müssen gut auf die jeweilige Phase abgestimmt sein

2. Deal-Produkte und Angebote auswählen

Wenn man sich für Rabattaktionen entscheidet, sollten die Produkte für Deals anhand der folgenden Fragen ausgewählt werden: Welche der eigenen Bestseller können während des Black Friday Umsatztreiber sein? Welche neuen Produkte können beworben werden, um ihnen damit langfristig mehr Sichtbarkeit zu geben? Ist daraus eine Liste an Produkten entstanden, die priorisiert beworben werden sollen, muss sichergestellt sein, dass die jeweiligen Amazon Standard Identification Numbers (ASIN) für das Advertising optimiert sind.

Wenn die folgenden Elemente auf der Produktdetailseite vorhanden sind, kann ein Händler vom erhöhten Traffic durch Werbeanzeigen auf Amazon deutlich profitieren:

● SEO-Optimierung (Titel, Bullets, Description) inkl. relevanter Keywords
● A+ Content (auch mobile-optimiert) inkl. Cross-Selling-Tabelle
● für die mobile Nutzung optimierte Bilder (idealerweise auch ein Video)
● gutes bis sehr gutes Rating
● ausreichende Anzahl an Reviews je nach Konkurrenzsituation in der Kategorie

3. Werbemittel im Amazon Advertising und der DSP anpassen

Es sollten vor allem Produkte beworben werden, für die auch spezielle Angebote und Rabatte in diesem Zeitraum gelten. Zusätzlich ist die Verwendung von Keywords wie "Angebot", "Deal", "Black Friday" und "Cyber Monday" sinnvoll, die während der Event-Tage häufig in den meistgesuchten Begriffen auf Amazon enthalten sind. Die CPCs sind dann jedoch auch besonders hoch.

Es ist ebenso vorteilhaft, bereits existierende Amazon-Advertising-Kampagnen zu nutzen und für die Zeit anzupassen, um von den historischen Daten der Keywords zu profitieren. Auch automatische Kampagnen sind eine gute Wahl, um eine eventuell fehlende Daten-Historie zu überbrücken und besonders diese Produkte in Amazon-Deals hervorzuheben. Darüber hinaus empfiehlt sich eine Brand Store Seite mit allen Deals. Außerdem sollten rabattierte Produkte in Sponsored Brands nach vorne gestellt werden, um die Klickwahrscheinlichkeit zu erhöhen.
„Angebote bedeuten immer einen Verzicht auf Marge. Am Black Friday ist der Druck, einen hohen Rabatt zu geben, besonders groß.“
Hannes Detjen, Remazing
Ein weiterer Vorteil lässt sich durch Sponsored Display Ads generieren, da dort der Rabatt direkt angezeigt wird. Und zu guter Letzt können ADSP-Kampagnen effektiv gestaltet werden: Über Retargeting kann auf Kunden abgezielt werden, die das Produkt in den letzten Wochen bereits angeschaut haben und nun aufgrund eines Deals wahrscheinlich eher geneigt sind, zuzuschlagen.

4. Angebote auch außerhalb von Amazon bewerben

Das Online-Shopping über Social-Media-Plattformen wächst stetig. Daher kann es für Händler sehr sinnvoll sein, die eigenen Deals auf Amazon auch über Facebook, Instagram & Co. zu bewerben. Andere Marketingkanäle wie die eigene Website oder ein Newsletter bieten sich ebenso dafür an. Dank der neuen Amazon Attribution können die Ergebnisse dieser Kampagnen auf anderen Kanälen, die auf Amazon-Seiten verlinken, seit Neuestem auch in der Advertising-Konsole nachverfolgt werden.

5. Lagerbestand prüfen

Auch ohne das Schalten von Werbung ist die Produktnachfrage in der Zeit der Aktionstage in der Regel erhöht - und die Lieferketten gerade dieses Jahr überlastet. Der Lagerbestand sollte daher während der Deal-Wochen stets im Auge behalten werden, da sich Änderungen auch auf die Werbemaßnahmen auf Amazon auswirken können. So ist es z. B. sinnvoll, Advertising-Kampagnen zu pausieren, bei denen absehbar ist, dass die beworbenen Produkte vor dem Ende der Black Season nicht mehr verfügbar sind.
Was Händler zum Black Friday auf Amazon beachten sollten
© Remazing
Was Händler zum Black Friday auf Amazon beachten sollten

6. Budgets der Werbekampagnen anpassen

Eine neue Funktion in der Amazon-Konsole bietet die Möglichkeit, eine Budgetregel pro Ad-Kampagne einzufügen. Somit kann mehr Budget für ein bestimmtes Event wie den Black Friday in einer Kampagne ausgegeben werden. Das Advertising-Budget sollte auf Amazon strategisch erhöht werden, wenn eigene Black-Friday-Deals aktiv sind oder aber keine eigenen Deals und auch keine der Konkurrenz laufen. Wenn nur wenig Budget vorhanden ist, so kann auch das sogenannte "Dayparting" Sinn machen. Dabei werden Werbeanzeigen für die Zeit gegen Ende des Tages geschaltet, um noch potenzielle Käufer zu erreichen, die erst nach Feierabend auf Schnäppchenjagd sind.

7. Auf Retouren vorbereitet sein

Aufgrund der erhöhten Kaufbereitschaft sollten Händler nach dem Black Friday darauf vorbereitet sein, dass es zu einer größeren Anzahl an Retouren kommen kann als gewöhnlich. Vor allem bei Amazons Seller-Modell mit Fulfillment-by-Merchant (FBM) kann eine erhöhte Retourenquote zu größerem logistischen Aufwand führen, auf den die Seller sich frühzeitig einstellen sollten.

8. Ergebnisse messen und Learnings festhalten

Wurden ADSP-Kampagnen für Produkte geschaltet, kann analysiert werden, wie stark der Halo-Effekt der einzelnen Produkte auf die eigene Marke insgesamt war. Ob die beworbenen Produkte ebenfalls im organischen Ranking profitiert haben, kann anhand der Glance Views (Seitenaufrufe) und des Bestseller-Rankings abgeleitet werden. Im besten Fall halten die gestiegenen Verkäufe dank erhöhter Glance Views auch nach dem Black Friday an, sodass sich die erhöhten Ausgaben auch nachhaltig lohnen. Am besten sollten die wichtigsten Kennzahlen sorgfältig dokumentiert und aufbereitet werden, sodass auf ihnen bei den nächsten Deal-Events auf Amazon aufgebaut werden kann.

9. Aktionen verlängern

Da der Cyber Monday direkt im Anschluss an den Black Friday stattfindet, sollten Werbeaktionen noch einige Tage weiterlaufen. Nur so ist sichergestellt, dass die eigenen Produkte auch nach den Sales-Events noch vom erhöhten Traffic auf Amazon profitieren. In 2020 hat unser Remazing-Team das Verkaufsvolumen von mehr als 400.000 Produkten in der Woche nach dem Black Friday analysiert und festgestellt, dass dieses durchschnittlich 26% höher lag als in der Vorwoche. 

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