Verquere Werbung

Anzeige für einen Vergnügungspark

Donnerstag, 02. October 2014
Wo der Mensch vergnüglich parkt, dort ist für ihn Vergnügungspark. Und in Hamburg gibt es einen Park, wo die meisten Besucher begraben liegen!
Wer das große Vergnügen sucht, der sucht einen großen Vergnügungspark auf. Zum Beispiel den Holiday Park in Haßloch. Oder den Heidepark in Soltau. Oder den Serengeti-Park in Hodenhagen. Oder den Erlebnispark Tripsdrill in Cleebronn. Oder Belantis in Leipzig. Oder Phantasialand in Brühl. Oder Legoland in Günzburg. Oder Movie Park in Bottrop. Oder Hansa-Park in Sierksdorf. Oder Europa-Park in Rust.


Oder die vergnügungssüchtige Familie geht mit Kind und Kegel in den größten Vergnügungspark der Welt, und zwar in Ohlsdorf.

Ohlsdorf, liebe HORIZONT-Leser, ist ein Stadtteil von Hamburg. Und hier finden wir den Parkfriedhof, welches laut Werbung der größte der Welt ist - siehe die Anzeige!
Dieses ist eine Anzeige für den größten Vergnügungspark in Deutschland, der in Hamburg zu finden ist
© Unternehmen
Dieses ist eine Anzeige für den größten Vergnügungspark in Deutschland, der in Hamburg zu finden ist
Nun werden vielleicht einige von Euch ungläubig den Kopf schütteln und dabei denken: "Ein Friedhof ist doch kein Vergnügungspark!" Aber genau das ist falsch gedacht, liebe Lesergemeinde, denn siehe: Soeben gab es im Vergnügungspark Ohlsdorf "ein vielseitiges Bühnen- und Unterhaltungsprogramm für Jung und Alt", und zwar "eine bunte Meile mit Infoständen, Kutschfahrten, Musik und natürlich die beliebten Friedhofsführungen".


Im Vergnügungspark Ohlsdorf stellte die NDR-Ikone Carlo von Tiedemann seinen „Ratgeber für die besten Jahre“ vor. Und es gab maritime Lieder wie "La Paloma" und "Das Herz von St. Pauli". Außerdem: "Funeral March - Die Farewell Blues Marching Band pflegt die Tradition der New-Orleans-Trauermärsche". Was sogar passend ist auf einem Friedhof, dem Ort der Trauer und Besinnung.

Höhepunkt des vergnüglichen Treibens auf dem Friedhof Ohlsdorf aber war, so ist es der Anzeige zu entnehmen: "„Feierliche Eröffnung der Grabstätte 'Am Blumenband'". Und last but not least erfolgte die Empfehlung: "Genießen Sie vom Hubsteiger aus einen faszinierenden Blick auf den Friedhof von oben, Kinder-programm mit Land Art, Basteln und Kinderschminken, Snacks und Getränke, bunte Meile mit Vereinen und Verbänden, Elfenzauber von Art Tremondo".

Ja, so vergnüglich kann es auf einem Friedhof zugehen – jedenfalls oberhalb des Rasens. Und abseits von Trauergemeinden.

Spießer Alfons ist sich sicher, dass dieses Vergnügen in den kommenden Jahren noch zunehmen wird. Vielleicht mit Devil’s Dungeon, wo die ganze Familie in einem Sarg zur Hölle fahren kann, in der es ein leckeres Barbecue frisch vom Grill gibt. Und mit Draculas Gruft, in der die Gesichter der Kinder leichenblass geschminkt werden, und wo man leckere Knoblauchbrote bekommt als Snack für den kleinen Hunger zwischendurch. Für ältere Besucher, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, stehen ausreichend Rollatoren bereit, mit denen ein Wettrennen um die Gräber herum erfolgen kann, bei dem es für den Sieger einen schönen Kranz zu gewinnen gibt. Später dann, in der Geisterstunde, öffnen sich einige der Gräber, aus denen Gespenster zum Himmel hinauf schweben, angestrahlt von magischem Licht und mit musikalischer Begleitung von Lucifer’s Friend. Und der Höhepunkt des makaberen Spektakels: NDR-Grufti Carlo von Tiedemann erzählt den Besuchern aus seinem bewegten Leben.

Ihr seht, liebe Lesergemeinde, auch auf einem Friedhof kann es unheimlich vergnüglich sein! Das aktuelle Programm dazu finden wir im Internet. Und das Allerschönste: Der Eintritt ist frei! Welcher andere Vergnügungspark in Deutschland bietet uns dieses kostenlose Vergnügen?!

Ach ja, und noch etwas: Spießer Alfons bringt Euch das vorstehende Thema nicht etwa zur reinen Belustigung, sondern zur eigenen Anregung: Jede Stadt, die einen Friedhof hat, sollte mal überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, dem Beispiel Friedhof Ohlsdorf zu folgen und ebenfalls einen Vergnügungspark aus dem Ruhepark zu machen! Statt dass dort weiterhin tote Hose herrscht, könnte man durch zahlreiche Events sogar richtig gutes Geld verdienen. Und diejenigen, die eine Etage tiefer wohnen, die stört der Lärm parterre ohnehin nicht.

Es gibt viele Arten von Nüssen. Von der Haselnuss bis zur Buchecker, von der Eichel bis zur Edelkastanie, von der Macadamia bis zur Kokosnuss. Welches aber ist die härteste von allen Nüssen? Vielleicht die Kopfnuss ...?
Hier geht es um das Knacken einer angeblich harten Nuss - die allerdings leicht zerbrechlich ist
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Hier geht es um das Knacken einer angeblich harten Nuss - die allerdings leicht zerbrechlich ist
Tatsache ist, dass der Samen des Argonbaumes eine ziemlich harte Nuss ist. Eine Nuss, aus der das bekannte Arganöl gewonnen wird, das wir aus der Kosmetikwerbung kennen. Aus der Bankenwerbung hingegen kennen wir die Walnuss. Die bildet die Hypo Vereinsbank in ihrer Anzeige ab und schreibt dazu: "Manche Finanzierungen erweisen sich als harte Nuss." Wobei in der Bildsprache gezeigt wird: weiche Nuss. Denn die Nuss des Walnussbaumes kann man sogar ohne Zuhilfenahme von Nussknacker oder Hammer knacken.

Mit der Walnuss greifen die Werber der Bank also zur dümmsten Metapher schlechthin, um damit zu symbolisieren: "Wir haben die Eigenkapitalstärke, sie zu knacken." Um eine Finanzierung zu bekommen, die so eine "harte Nuss" ist wie ausrechnet die Walnuss - dazu benötigt man keine Bank mit starkem Eigenkapital, sondern dazu reicht schon eine starke private Hand.

Nur Erdnüsse lassen sich noch leichter knacken. Und diese "Peanuts" sind eine bildliche Metapher aus die Kommunikation der Deutschen Bank und landesweit bekannt geworden als Symbol für Geldgeschäfte einer Großbank im schlechtesten Sinne.
Im Bilde sehen wir eine junge Mutter beim Kieser Training, wie sie gerade ihre Beckenorgane trainiert für eine ungestörte Sexualität und klangvolle Stimme!
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Im Bilde sehen wir eine junge Mutter beim Kieser Training, wie sie gerade ihre Beckenorgane trainiert für eine ungestörte Sexualität und klangvolle Stimme!
Die versale Headline einer Anzeige für Kieser Training lautet: "Kraft aus der Körpermitte". Woran denkt man dabei als Mensch? Der Spießer denkt, dass die Kraft aus der Körpermitte genau zwei Handbreit unterm Nabel einsetzt.

Und genau das wird auch im Kleingedruckten bestätigt. Dort erfahren wir: "Der Beckenboden trägt und schützt nicht nur die Beckenorgane. Gut trainiert, unterstützt er die Schließmuskeln von Blase und Darm, ist Grundlage für eine ungestörte Sexualität und eine klangvolle Stimme."

Im Bilde erkennen wir dann, wie Kieser Training für eine klangvolle Stimme gesorgt hat. Ob die abgebildete Mama mit ihrem Partner nun aber auch weiterhin eine ungestörte Sexualität erleben kann, wagt der Spießer aus eigener Erfahrung allerdings zu bezweifeln. Immerhin: Die Mutter im Bilde, die dort das Kieser Trainingsgerät schiebt, trainiert ihre Beckenorgane und die Muskelfunktion ihres Beckenbodens bereits in Fortsetzung.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich auch der Partner dieser Dame im Training befindet, um seine Stimme klangvoll zu gestalten!

Liebling der Woche sponsored by Spießer Alfons:

Der Liebling der Woche von Spießer Alfons - diesmal: Hornbach
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Der Liebling der Woche von Spießer Alfons - diesmal: Hornbach
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