"The Beautiful Game"

So schmalspurig wirbt Apple zur Fußball-EM

Freitag, 10. Juni 2016
Dass Apple seine Inhouse Design Group zulasten externer Agenturen aufstockt, ist seit Jahren bekannt. Wozu das führt, das zeigt sich immer häufiger in den Werbeblöcken. Aktuelles Beispiel ist die EM-Kampagne des iKonzerns.

Auch wenn Apple wie immer ein großes Geheimnis daraus macht, ob eine Agentur an einer Kampagne beteiligt war und wenn ja welche - der EM-Spot "The Beautiful Game", der mit dem Muttertagscommercial aus diesem Jahr bereits mindestens einen Vorläufer hatte, sieht nicht danach aus, als hätte ein hochdekorierter Kreativdirektor des langjährigen Stammbetreuers TBWA/Media Arts Lab Hand angelegt. Eine paar aneinandergereihte Fotos und Videos, ein cooler Song (“Wings” von Little Simz), eine knappe Tag-Line, das Apple-Logo - und fertig ist der 30-Sekünder. 
Auch der deutsche iPhone-Hobbyfotograf Dirk Blauton aus Recklinghausen ist mit einem Fot in dem Spot vertreten
© Apple
Auch der deutsche iPhone-Hobbyfotograf Dirk Blauton aus Recklinghausen ist mit einem Fot in dem Spot vertreten
Zugegeben: Die Idee, nicht in Auftrag gegebene, sondern im Netz gefundene Videos und Fotos von iPhone-Nutzern für eine Kampagne zu nutzen, hat natürlich einen gewissen Charme. Das riecht nach Authenzitität, User-Generated Marketing und Kundennähe. Und das haben vor allem die Outdoor-Motive der "Shot on iPhone"-Kampagne bislang auch überzeugend transportiert. 


Wenn ein TV-Spot zu einem Mega-Event wie der Fußball-EM, der in Europa und den USA ausgestrahlt wird, allerdings so lieblos inszeniert wird wie dieser, dann dürfte die Botschaft auf der Strecke bleiben. Zumal die Werbeblöcke und das Netz voll sind von wirklich gut gemachten EM-Werbefilmen, die mit emotionalem und aufwändig produziertem Storytelling glänzen - siehe Nike. Dagegen wirkt der Apple-Spot einfach nur billig. Ein Wert, mit dem sich Aple ganz sicher nicht identifizieren will. mas

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