Stadtwerke Oberhausen

Wenn reibungsloser Verkehr in die Hose geht

Montag, 02. Februar 2015
Am 8. März wird in Oberhausen per Ratsbürgerentscheid über die Zukunft der Straßenbahnlinie 105 entscheiden. Die Stadtwerke Oberhausen (STOAG) nennen auf ihrer Website sage und schreibe 17 nachvollziehbare Gründe, warum die Lücke im Schienennetz zwischen Oberhausen und Essen endlich geschlossen werden sollte. Dass in dem Werbefilm für die Linie 105 ausgerechnet ein poppendes Pärchen zu sehen ist, dürfte viele Bürger ratlos zurücklassen.
Straßenbahn ist gleich Verkehr, Verkehr eine vornehme Umschreibung für Sex, also gibt es eigentlich keinen Grund, warum man sich nicht die uralte und vielfach bewährte Sex-Sells-Mechanik zunutze machen sollte. So oder ähnlich werden die Marketing-Verantwortlichen bei den Stadtwerken Oberhausen oder bei der verantwortlichen Werbeagentur Move Elevator argumentiert haben, als sie das Storyboard für den Werbefilm mit dem unvermeidlichen Titel "Reibungsloser Verkehr – so geht's" verabschiedet haben.


Der Haken an der Sache: Es ist in diesem Fall völlig unangebracht, ja schlichtweg unsinnig, mit nackter Haut zu werben. Der Schuss könnte sogar nach hinten los gehen. Denn es geht ja um ein durchaus ernstes Ansinnen. Die Oberhausener sollen ihre Stimme für etwas abgeben, das sie unmittelbar und persönlich betrifft. Es geht um nicht weniger als um den täglichen Weg zur Arbeit, zur Uni, zum Arzt. Es geht darum, ob die Feinstaubbelastung verringert werden kann und ob der Ausflug ins Grüne eine Weltreise oder ein angenehmer Kurztrip wird.

Dass die STOAG all die wertvollen Argumente links liegen lässt und stattdessen mit einem plumpen Sex-Spot um Unterstützung wirbt, ist nicht zu verstehen. Zumal das Bild des "reibungslosen Verkehrs", mit dem die STOAG stattdessen um Unterstützung buhlt, einfach nur an den Haaren herbeigezogen und dämlich ist. Viele Bürger, die am  8. März gefragt sind, dürften sich von den Stadtwerken für dumm verkauft fühlen. mas
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