Spießer Alfons

Bei McDonald’s stinkt es angeblich

Donnerstag, 10. November 2016
Zurzeit ist ein Clown in der Werbung nicht angebracht. Deshalb schickte McDonald’s seinen Ronald in Urlaub. Und holte sich stinkende Werbefiguren von der Müllkippe aus Schmuddelfing!

Es gibt Menschen, die haben ein Porzellan-Defizit, sprich: nicht alle Tassen im Schrank. Diese Gehirnamputierten setzen sich grässliche Clowns-Masken auf, um ahnungslose Menschen mit Baseballschlägern und Kettensägen zu Tode zu erschrecken. So weit, so schlecht.

Zwei Clowns erschrecken die Leute: Der rechte ist furchterregender als der linke!
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Zwei Clowns erschrecken die Leute: Der rechte ist furchterregender als der linke!
Einem Clown mit einem Knüppel in der Hand begegnete der Spießer schon vor längerer Zeit in einem Hamburger Einkaufszentrum, wo der Typ mitten im Gang stand. Erschreckt hat sich allerdings niemand über diesen Clown. Trotzdem hat man sich im Marketing von McDonald’s entschlossen, angesichts der bösartigen Masken-Clowns den harmlosen Ronald aus dem Verkehr zu ziehen und zu ersetzen durch neue Protagonisten. Und diese Werbefiguren holte man von einer Müllkippe.
Müll auf der Kippe, den die Olchis lieben!
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Müll auf der Kippe, den die Olchis lieben!
Vorab muss Alfons gestehen, dass es sich für den Spießer nicht vermeiden lässt, hin und wieder zu McDonald’s zu gehen. Gezwungen durch seine jüngste Tochter, denn die besteht darauf und duldet keinen Widerspruch. Wer selber Kinder hat, weiß, wovon der spießige Vater plaudert. Und wer McDonald’s kennt, der weiß ebenfalls: Die Hamburger, die dort an der Leuchtwand abgebildet sind, sehen den Dingern, die dann auf dem Tablett des Kunden landen, so ähnlich wie eine Orchidee einer Pusteblume ähnlich sieht. Das zum einen.


Zum anderen: McDonald’s produziert Müllberge, die auf Tablett-Wagen gesammelt werden. Obwohl dieser Müll dem Recycling zugeführt wird, stinkt es vielen umweltbewussten Zeitgenossen, weshalb die Werber der Burger-Kette sich etwas haben einfallen lassen, und zwar einen Image-Transfer mit der Zielsetzung: "Wir machen Müll sympathisch!"

Hierzu wählte man als prominente Darsteller die Olchis. Für den, der sie nicht kennt, zitiert Spießer Alfons von der Online-Seite "Die Olchis", wo man erfährt: "Die Olchis leben in einer Höhle auf der Müllkippe von Schmuddelfing. Sie mögen es, wenn es mieft, muffelt und stinkt. Olchis waschen sich nie. Wenn sie gähnen, dann stürzen die Fliegen ab und fallen tot auf den Fußboden."
Bei McDonald’s stinkt es!
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Bei McDonald’s stinkt es!
Wer an dieser Stelle glaubt: Solch schlimme Stinkefinger wird man doch nicht als Werbefiguren für McDonald’s einsetzen – der wird eines Schlechteren belehrt. Spießer Alfons sah einen Anschlag auf McDonald’s, und zwar ein Plakat mit der Headline "Das stinkt nach Abenteuer!" Und wer das nicht für möglich hält, der erfährt auch noch: "So schmeckt Spaß!"


Fazit: McDonald’s erinnert uns an die Müllkippe in Schmuddelfing, wo es mieft, muffelt und stinkt. Immerhin: Fliegen gibt es bei McDonald’s nicht mehr auf den Tischen, weil die nun ja alle tot auf dem Fußboden herumliegen.

Spießer Alfons wünscht allen Gästen von McDonald’s einen guten Appetit, der mit jeder Happy-Meal-Tüte zu haben ist! Ach ja, und weil die Olchis auch gerne furzen, dürfen wir uns nicht wundern – über dicke Luft in den Restaurants.

Mal wieder etwas Grundsätzliches, was im digitalen Zeitalter offensichtlich verloren gegangen ist. Es geht um die Frage: Warum macht ein Unternehmen eigentlich Werbung? Vielleicht, um die Menschen zu unterhalten? Oder um die Werbeagenturen zu erhalten?

Spießer Alfons erinnert daran: Werbung soll dazu dienen, die Geschäfte der Wirtschaft zu maximieren. Damit der Laden läuft, Gewinne abwirft und Arbeitsplätze erhalten werden. Wenn Alfons sich allerdings anschaut, was diesbezüglich an Erfolgsmeldungen auf den Online-Werbeportalen veröffentlicht wird, dann liest der Spießer dort relativ wenig von Verkaufserfolgen aufgrund von Werbemaßnahmen, um nicht zu sagen: Gar nix liest er dort.

Stattdessen erfährt man viel über das Business von Werbe- und ähnlichen Agenturen. Was die so alles tun und denken und erzählen und träumen. Und vor allen Dingen besser wissen. Da fragt sich der Spießer: Interessiert es die Marketing-Bosse eigentlich, was irgendwelche Leute aus Werbeagenturen erzählen? Und: Haben Unternehmer tatsächlich Interesse an Preisen aus Werbewettbewerben, wenn sie doch hinterher immer wieder feststellen mussten: Je preiser gekrönt, desto durcher gefallen ...?

Der Kunde einer Werbeagentur gibt den Werbern zwei Aufgabenstellungen mit auf den Arbeitsweg, als diese sind: „Wo erreiche ich meine potenziellen Kunden am effektivsten?“ Und: "Wie erreiche ich mit meiner Werbebotschaft, dass die Rezipienten das tun und denken, was ich möchte, dass sie es tun und denken?"

Dieses ist das Pflichtprogramm für Werbeagenturen. Ob darüber hinaus eine Kür oder ein Showprogramm auf Kosten des Kunden laufen kann, entscheidet der Kunde aufgrund seiner finanziellen Möglichkeiten und meist, nachdem das Pflichtprogramm positive Wirkung in der Firmenkasse gezeigt hat. Oder ist etwa jemand anderer Meinung ...?

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