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Warum Toom in seiner Jubiläumskampagne über die Stränge schlägt

Dienstag, 13. März 2018
Toom feiert in diesen Tagen sein 40-jähriges Bestehen. Und wie es halt so ist bei runden Geburtstagen musste auch diesmal eine Jubiläumskampagne her. Der von Scholz & Friends entwickelte Auftritt ist, wie man es von einer namhaften Agentur erwarten darf, ordentlich umgesetzt und strotzt geradezu vor emotionalen Momenten und Bildern. Doch die Sache hat einen Haken - einen gewaltigen sogar.
Die Story des TV-Spots ist auf den ersten Blick durchaus einleuchtend. In dem 60-Sekünder, bei dem Søren Schaller Regie führte, präsentiert Toom Heimwerker-Momente aus den letzten vier Jahrzehnten. Dass es sich dabei um die persönlichen Erlebnisse einer Familie handelt und Toom selbst im Hintergrund bleibt, tut dem Spot sogar gut, wird er dadurch doch authentischer - und emotionaler.


Dennoch hat der TV-Spot ein Problem - genau genommen ein Glaubwürdigkeitsproblem. Und das hat vor allem damit zu tun, dass sich Toom mit fremden Federn schmückt - oder dass zumindest der Eindruck entsteht, Toom wolle sich unberechtigterweise herausragende historische Ereignisse zu eigen machen. Denn wenn Toom in seinem TV-Spot den Wimbledon-Sieg von Boris Becker, den Fall der Berliner Mauer und den sensationellen WM-Sieg der deutschen Fußball-Nationalelf 2014 in Brasilien zeigt, dann drängt sich schon die Frage auf, was das denn bitte sehr jetzt mit Toom zu tun haben soll.

Zuschauer, die sich diese Frage stellen, werden sie ohne Zweifel mit "gar nichts" beantworten. Denn die einzige Verbindung zwischen Toom und dem Wimbledon-Sieg von Boris Becker ist doch, dass Toom 1985 schon existierte. Das trifft aber genauso auf Edeka, Coca-Cola, Bahlsen und tausende weitere Unternehmen zu. Hornbach und Bauhaus inklusive. Was der konkrete Beitrag von Toom sein soll, bleibt völlig im Unklaren. Und das ändert man auch nicht, indem man einen Darsteller im TV-Spot eine Tapete von der Wand kratzen lässt, während im Vordergrund das Finale mit Boris Becker im Fernsehen läuft, und die Kampagnenbotschaft "40 Jahre voller großer Taten" proklamiert. 


Also, liebe Marketer bei Toom: Beim nächsten Jubiläum vielleicht einfach mal die Kirche im Dorf lassen und glaubwürdig rüberbringen, wie genau Toom das Leben seiner Kunden verbessert hat. Sonst wird's zu austauschbar! mas
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