Kevin Tewe, Hype Media Group

Kevin Tewe, Hype Media Group

Hype-Disziplin in der Krise? 5 Tipps, wie Influencer glaubwürdig bleiben können

Dienstag, 08. Mai 2018
Vor wenigen Tagen sorgte eine Studie von Wavemaker für mächtig Wirbel. Das Ergebnis: Gut jeder Zweite hält Influencer für nicht glaubwürdig. Ein alarmierendes Signal, das der noch jungen Disziplin endgültig den Wind aus den Segeln nehmen könnte. Dass auf Influencer Marketing spezialisierte Dienstleister jetzt ihre Felle davonschwimmen sehen und um Schadensbegrenzung bemüht sind, überrascht da kaum. Kevin Tewe, der als Mitgründer von Hype Media Group Influencer wie Dagi Bee, Sophia Thiel, Diana zur Löwen und Paola Maria vertritt, redet den Social-Media-Stars nun ins Gewissen. In seinem Gastbeitrag auf HORIZONT Online gibt er fünf Tipps, wie Influencer die Kurve kriegen können.

1.

Idee und Überzeugung vor Budget

Influencer sollten sich nicht "nur für Geld" dazu hinreißen lassen, eine Kooperation einzugehen, die nicht zu ihnen passt. Sie sollten sich immer fragen: "Passt der Content zu mir? Stehe ich wirklich hinter dem Produkt, oder ist es vor allem das Geld, das mich lockt?" So verlockend eine volle Brieftasche auch sein mag, langfristig zählt das Vertrauen der Follower und Fans mehr. Das eigene Bauchgefühl ist hier wichtig. Passt irgendwas nicht? Dann Finger weg. Wenn du als Influencer Beauty machst und dich in dem Bereich gut auskennst, dann fang nicht an Gaming Apps zu promoten – nur weil Dich jemand dafür bezahlt. Denk daran, dass deine wichtigste Währung die Glaubwürdigkeit ist.
„Wer sich die Wordings von Kunden diktieren lässt, erweist auch den Auftraggebern einen Bärendienst.“
Kevin Tewe
Daher sollten auch Unternehmen und Agenturen darauf achten, nur mit Influencern zusammenzuarbeiten, die zu ihrer Marke passen. Die richtige Auswahl funktioniert aber nicht durch technische Tools oder der Buchung von reinen Media-Reichweiten, sondern vor allem durch persönliche Gespräche. Unternehmen und Agenturen sollten sich also mit dem Influencer und seinen Kanälen auseinandersetzen. Nur glaubwürdige Kooperationen sind nachhaltige, gute Kooperationen.

2.

Transparenz ist Pflicht

Wer Werbung zulässt, muss diese auch kennzeichnen und das so, dass es für alle sichtbar ist. Fans fühlen sich zurecht hintergangen, wenn sie herausfinden, dass das dargestellte Produkt vor allem deswegen auftaucht, weil Geld geflossen ist. Und im Zweifel finden sie es immer heraus – und darunter leidet die Glaubwürdigkeit. Für Unternehmen und Agenturen bedeutet dies, dass auch sie aus eigenem Interesse Verantwortung übernehmen und auf eine korrekte Kennzeichnung bestehen sollten. Denn wenn Fans vermuten, dass ein nicht gekennzeichneter Post im Rahmen einer Kooperation entstanden ist, ist der Schaden für die Marke und den Influencer im Nachhinein groß.

3.

Die Mischung macht’s

Es gibt tatsächlich Influencer, die mehr bezahlte Werbung in ihrem Stream darstellen als originären Content. Das ist nicht nur wenig glaubwürdig, sondern auch für die Follower langweilig. Die Mischung macht’s: Es ist dann übrigens auch total ok, eine Empfehlung auszusprechen, für die man nicht bezahlt wurde und wird.

4.

Influencer sind Creator

Bevor Influencer Influencer genannt wurden, hießen sie "Creator", weil sie selbst etwas erschaffen. Das heißt aber auch: Sie sollten alle Fotos und Texte immer selbst gestalten. Alles andere sieht aus wie plumpe Werbung aus der Zeit vor Social Media. Denn in eigenen Worten lässt sich sehr gut erklären, warum man Werbung für das Produkt macht. Wer sich hingegen die Wordings von Kunden diktieren lässt, erweist auch den Auftraggebern einen Bärendienst. Unternehmen und Agenturen sollten Influencern, mit denen sie zusammenarbeiten, also Vertrauen entgegenbringen und ihnen die Freiheit zugestehen, ihren Content selbst zu gestalten.

5.

Treue und Loyalität

Glaubwürdigkeit geht spätestens dann verloren, wenn man als Influencer heute die neuen Sneakers von Adidas begeistert vorstellt und am nächsten Tag Schuhe von Nike auf seinen Kanälen lobt. Das bedeutet nicht, dass man als Influencer nicht mit verschiedenen Marken und Unternehmen zusammenarbeiten sollte – im Gegenteil: Influencer erhalten sich ihren Expertenstatus nur, wenn sie den Markt genau kennen. Trotzdem sind langfristige Kooperationen mit Lieblingsmarken wichtig, da sie äußerst glaubwürdig wirken. Daher sollten Unternehmen generell langfristige Zusammenarbeiten anstreben.

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