Facebook und Samsung vor Allianz?

Fünf Gründe, warum eine Partnerschaft sinnvoll wäre

Mittwoch, 15. Oktober 2014
Bahnt sich da etwa eine spektakuläre Zusammenarbeit an? Offenbar plant Facebook einen weiteren Versuch, im Smartphone-Markt Fuß zu fassen. Wie die englischsprachigen Zeitungen "Korea Herald" und "Korea Times" berichten, trafen sich Facebook-CEO Mark Zuckerberg und COO Sheryl Sandberg am Dienstag in der Firmenzentrale von Samsung in Seoul mit Vice Chairman Lee Jay-Yong - es soll dabei auch um ein gemeinsames Smartphones gegangen sein. Fünf Punkte, warum diese Partnerschaft für beide Seiten Sinn ergeben würde.

1. Weil Samsung für Facebook ein stärkerer Partner wäre als HTC

Zweimal hat Facebook mit dem Hersteller HTC versucht, ein Facebook-Phone auf dem Markt zu etablieren - und ist zweimal gescheitert. Sowohl das HTC ChaCha, im Sommer 2011 mit einem speziellen Facebook-Button gestartet, als auch das HTC First mit der vorinstallierten Software Facebook Home fielen bei den Kunden gnadenlos durch.


Mit HTC hatte Facebook einen Partner, der zwar am Markt etabliert war, aber trotzdem nicht zu den ganz großen Playern im Business gehört - ähnlich der Beziehung zwischen Microsoft und Nokia bei den Windows Phones. Samsung jedoch ist Weltmarktführer, hat eine viel größere Kunden- wie auch Fanbasis und besitzt Unmengen an technischem Know-how. Es wäre eine Partnerschaft auf Augenhöhe.

2. Weil Samsung seine Marktführerschaft verteidigen muss

Auch wenn Samsung nach wie vor die weltweite Nummer eins in Sachen Smartphones ist: Die Spitzenposition droht zu bröckeln. Konkurrenz kommt nicht nur von Dauerrivale Apple und dessen iPhone 6, sondern auch von den aufstrebenden chinesischen Herstellern Xiaomi und Huawei. Zudem musste Samsung auch im 3. Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verbuchen - zwar auf hohem Niveau, aber schon das vierte Quartal in Folge. Ein Grund: Weltweit schwächt sich das Wachstum auf dem Smartphone-Markt ab und die Preise gehen zurück. Samsung muss also neue Wege gehen.

3. Weil Facebook auf dem Mobile-Markt weiter punkten will

Lange hatte es das Social Network verschlafen, auf dem Mobile-Markt präsent zu sein - auch in punkto Werbung. Nicht zuletzt deswegen sackte die Facebook-Aktie nach dem IPO im Mai 2012 deutlich ab. Doch das Unternehmen hat aufgeholt und sich auf den Smartphones seiner Nutzer etabliert. Ein Beispiel ist die de facto Zwangsumstellung auf den Facebook Messenger: Wer weiter vom Handy aus Facebook-Nachrichten schreiben will, muss nun eine zweite App installieren. Eine Tatsache, die viele Nutzer nur zähneknirschend hinnahmen - die aber zeigt, welche Macht Facebook mittlerweile auf den Handys seiner Kunden besitzt.

4. Weil Samsung und Facebook ohnehin schon Partner sind

Auf den ersten Blick nicht offensichtlich, aber: Die beiden Giganten arbeiten in manchen Bereichen bereits schon länger zusammen. Im März kaufte Facebook für über zwei Milliarden US-Dollar die Firma Oculus, eine große Nummer in Sachen Virtual und Augmented Reality. Oculus wiederum kooperiert mit Samsung und präsentierte im September das Hightech-Headset Samsung GearVR. Oculus stellte die Technik hinter dem Gerät bereit, Samsung sorgte im Gegenzug für die Displays bei Oculus' Virtual-Reality-Brille Rift DK2. Eine klassische Win-Win-Situation. Dass die Chemie zwischen Samsung und Facebook stimmt, zeigt auch die Tatsache, dass das Projekt Facebook Home nicht nur beim HTC First, sondern später auch auf den Samsung-Geräten Galaxy S3, S4 und Note 2 vorinstalliert war.

5. Weil sich die Stärken der Unternehmen gut ergänzen würden

Apropos Win-Win: Samsung und Facebook würden sich auch abseits von Tochterfirmen und technologischen Entwicklungen hervorragend ergänzen. Samsung ist Hersteller extrem leistungsstarker Mobile-Devices, einer der globalen Innovationsführer in Sachen Hardware und gilt in der Branche als verlässlicher Partner - genau danach sucht Facebook. Das soziale Netzwerk hingegen hat eine gigantische Nutzerschar von deutlich über einer Milliarde Menschen und gewinnt auch als Content-Plattform immer stärker an Bedeutung - davon wiederum könnte Samsung profitieren. Zurzeit versuchen die Koreaner etwa ihren Musikstreamingdienst Milk Music, Nachfolger des Samsung Music Hub, auf Flughöhe zu bringen. Das Investment in Mobile Software ist für Samsung eher ungewöhnlich, hier könnte die Facebook-Expertise helfen. fam

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