VW und Robbie Williams

Does Advertising kill the Popstar?

Mittwoch, 30. September 2015
Der Skandal um Volkswagen und die manipulierten Abgastests sorgt derzeit gefühlt im Halbstundentakt für neue Schlagzeilen. Bei all dem Wirbel um den zurückgetretenen VW-Chef, die milliardenschweren Strafzahlungen, den Börsencrash und den gravierenden Imageschaden für Volkswagen und die Exportnation Deutschland wäre eine der dringlichsten Fragen beinahe in Vergessenheit geraten: Wie wirkt sich der ganze Schlamassel eigentlich auf Robbie Williams aus?

Ja, es geht tatsächlich um DEN Robbie Williams. Volkswagen hat den britischen Popstar bekanntlich Ende 2014 als "Marketingleiter" verpflichtet - eine Funktion, die er freilich nur in der Werbung ausübt. 



Dass das Schicksal des ehemaligen Take-That-Sängers nun (endlich) auf die Tagesordnung kommt, haben wir der Testimonial-Research-Agentur Human Brand Index zu verdanken. Das Hamburger Unternehmen gab an diesem Dienstag eine Pressemitteilung mit wahrlich "schockierendem" Inhalt heraus. "Der Skandal um manipulierte Abgaswerte könnte das Image von VW-Testimonial Robbie Williams verschlechtern", heißt es da. Begründet wird das mit einer repräsentativen Studie. Diese habe gezeigt, dass sich Fehltritte von Unternehmen auf das Image ihrer prominenten Markenbotschafter auswirken und diese dann "langweiliger, uncharmanter und arroganter" rüberkommen. Sogar ihr moralisches Verhalten werde bezweifelt. "Robbie Williams sollte also damit rechnen, dass das Fehlverhalten von VW auch auf sein Image abfärbt und er als weniger fair, anständig und umweltbewusst wahrgenommen wird", schließen die Autoren von Human Brand Index. Und welche Konsequenzen lassen sich daraus ziehen? Nun, Robbie Williams sollte sich genau überlegen, ob er weiter an der Volkswagen-Kampagne mitwirken will. Nicht, dass es ihm, dem Popstar, am Ende genauso ergeht wie dem Helden aus seinem Album "Reality killed the Videostar" - nur, dass eben nicht die Wirklichkeit, sondern die Werbung der Mörder ist. Wir als HORIZONT Online werden uns nach diesem ironischen Intermezzo jedenfalls wieder den wirklich wichtigen Aspekten des VW-Skandals widmen. Denn ohne Robbie Williams, allen anderen prominenten Testimonials oder den Kollegen von Human Brand Index zu nahe treten zu wollen: Es geht hier um weitaus mehr als um den Ruf eines Popstars. mas

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