#Dieselgate

Das VW-Marketing wird langen Atem brauchen

Freitag, 25. September 2015
Nein. Der VW-Skandal ist mit dem Rücktritt von Konzernchef Martin Winterkorn nicht zu Ende. Er fängt erst an. Das Marketing muss Strategien entwickeln, wie der Konzern seine Glaubwürdigkeit zurückgewinnt.

Nach den Manipulationen in den USA wird jetzt klar, dass auch Autos in Deutschland betroffen sind. Es wäre auch reichlich naiv gewesen, zu glauben, bei 11 Millionen betroffenen Fahrzeugen kommt ausgerechnet der Heimatmarkt ungeschoren davon. Das gilt auch für das Topmanagement. Mit Ulrich Hackenberg (Audi), Wolfgang Hatz (Porsche) und Heinz-Jakob Neußer (VW) müssen wohl weitere hochrangige Entscheider den Zwölf-Marken-Konzern verlassen. Und das werden nicht die letzten sein.

Noch läuft die Innovationskampagne von Volkswagen
© Volkswagen
Noch läuft die Innovationskampagne von Volkswagen
Der Aufsichtsrat macht Ernst mit seiner Ankündigung, schonungslos aufzuklären. Und das ist richtig so. Es geht um nichts anderes als um Arbeitsplätze und den guten Ruf, den sich das Unternehmen - bei allen Problemen auf unterschiedlichen Märkten - in den vergangenen Jahrzehnten hart erarbeitet hat. Aufklärung, Transparenz und Konsequenzen sind das einzige, was jetzt den dramatischen Absturz von VW in der öffentlichen Meinung bremsen kann.


Gleichzeitig muss der Aufsichtsrat heute einen unbelasteten Vorstandsvorsitzenden - vermutlich, so melden Nachrichtenagenturen, Porsche-Chef Matthias Müller - präsentieren, der das Zeug hat, VW in die Zukunft zu führen. Und die heißt jetzt nicht mehr: Weltmarktführer bleiben, sondern in aller erster Linie Wiederherstellung von Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Daher ist es schwer vorstellbar, dass die Kampagne „Think.New", mit der Volkswagen Innovationen nutzwertig erklärt, noch lange on Air bleibt. Kaum jemand wird diese grundsätzlich wichtigen Botschaften angesichts von "Dieselgate", noch wahr- beziehungsweise ernst nehmen. Eine Werbepause fiele angesichts der Nachrichtenflut zum Wolfsburger Konzern vermutlich gar nicht groß auf - außer den Medien und ein paar Branchenjournalisten.


Vielmehr ist das Marketing gefordert, wenn VW wieder Boden unter den Füßen hat. Dann braucht es eine intelligente Kampagne, nein besser eine ganze Initiative, um die arg ramponierte Glaubwürdigkeit der Marke VW wiederherzustellen. Ein paar nette Bilder von hart arbeitenden Monteuren allein werden die Dellen aus dem Image nicht entfernen können. Und es braucht einen langen Atem. Vertrauen kann man über Nacht zerstören, die Wiederherstellung aber dauert Jahre. mir

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