Bifi wird nass

Der tollpatschigste Werbepost, seit es Influencer Marketing gibt

Donnerstag, 15. Februar 2018
Influencer Marketing soll ja angeblich den Hype-Status hinter sich gelassen haben. Nach der Wild-West-Phase hätten sich Werbekooperationen mit echten oder selbsternannten Social-Media-Stars als ernst zu nehmende Marketing-Disziplin durchgesetzt, hieß es zuletzt immer wieder. Dass da nicht viel dran sein kann, zeigt regelmäßig der Blick auf Instagram, wo Influencer mit ihren Werbeposts immer wieder Grenzen überschreiten - und zwar nicht nur die des guten Geschmacks. Ein Beispiel für eine besonders missratene Influencer-Kampagne kommt derzeit von Bifi.
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Die Snackmarke, die Unilever 2014 an Jack Link’s verkaufte, lässt ihre Mini-Salami derzeit von Donna Adrienne bewerben. Mit Motiven, die so plump sind, dass sie wahrscheinlich den knapp 39.000 Instagram-Fans der Heidelberger Medizin-Studentin mehrheitlich die Schamesröte ins Gesicht treiben dürften.

Donna Adrienne

Da liegt Donnaxadrienne, wie sich die Studentin auf Instagram nennt, auf einem der Motive nackt, nur von Badeschaum umhüllt, in einer Wanne. Und macht was? Sie knabbert mit einem breiten Lächeln im Gesicht an einer Mini-Salami. Weil es ja auch so naheliegend und bequem ist, während eines Entspannungsbades eine Wurstpackung aufzureißen und sich eine ölige Salami reinzuziehen. Wer braucht schon Körperpflegeprodukte oder einen Hornhautentferner, wenn man auch eine Bifi haben kann? Und weil die junge Dame scheinbar einen schier unstillbaren Appetit hat, sind im Hintergrund weitere Verpackungen mit Bifi-Produkten zu sehen. Das einzige, was irgendwie an Entspannung erinnert, ist das Radio. Aber selbst das ist von Bifi gebrandet. 

Bifi 2

Dass die Werbeposts an Plumpheit und Lebensfremdheit kaum zu überbieten sind, ist aber längst nicht das einzige Problem. Viel schlimmer ist, dass bei den Motiven, mit denen Donna Adrienne ganz offensichtlich für ein Bifi-Gewinnspiel wirbt, mit keinem Wort darauf hingewiesen wird, dass es sich dabei um Werbung handelt. Spätestens seit dem Rossmann-Urteil sollte sich herumgesprochen haben, dass der kommerzielle Zweck werblicher Influencer-Posts auf den ersten Blick ersichtlich sein muss. Selbst Hashtags wie #ad, #spon oder #sponsoredby, die unter dem Beitrag versteckt werden, reichen nicht aus. Dass es immer noch Werbeposts ohne jegliche Kennzeichnung gibt, geht angesichts der riesigen Debatte, die vor allem der Fall Rossmann ausgelöst hat, gar nicht. mas

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