Bayern München holt Gigaset an Bord

Eine Partnerschaft mit Risiken

Freitag, 10. Juli 2015
Der FC Bayern München hat einen weiteren Platin-Sponsor verpflichtet - und sorgt damit durchaus für Stirnrunzeln: Neuer Exklusiv-Partner des deutschen Rekordmeisters für Smartphones, Tablets und Wearables ist ab sofort weder Apple oder Sony noch Samsung - sondern Gigaset. Die ehemalige Siemens-Tochter wird sich ordentlich strecken müssen, um das Vertrauen der Bayern in die Marke zurückzuzahlen.
Mit seinen weltweit mehr als 400 Millionen Anhängern sei der FC Bayern München für Gigaset "eine ideale Plattform, um seine Markenbekanntheit weiter zu steigern", wie die ehemalige Siemens-Tochter mitteilt. Das Interessante dabei: Im genauso prestigeträchtigen wie umkämpften Smartphone-Markt ist Gigaset noch überhaupt nicht vetreten. Ein erstes eigenes Gerät soll erst zur Internationalen Funkausstellung in Berlin (4. bis 9. September) vorgestellt werden. Dabei wird Gigaset voraussichtlich auf Googles Betriebssystem Andoid setzen. Um im Wettbewerb mit Apple und Samsung sowie der aufstrebenden chinesischen Marke Huawei auch nur den Hauch einer Chance zu haben, setzt Gigaset-Chef Charles Fränkl auf "Qualität, Sicherheit und hochklassige Technik sowie deutsches Design", wie er im Juni gegenüber der Deutschen Presseagentur erklärte. Mit den Smartphones ziele Gigaset letztlich auf alle großen Märkte ab: "Es geht hier um China, Europa und den Rest der Welt", so Fränkl damals. Auch Nordamerika sei auf lange Sicht ein Ziel. Der Startschuss für die auf drei Jahre angelegte Zusammenarbeit mit dem FC Bayern München fällt bei der China-Reise des Vereins vom 16. bis 24. Juli.


In dem Bayern-Sponsoring liegen für Gigaset Chance und Risiko zugleich. Die Chancen ergeben sich ganz klar daraus, die reichweitenstärkste Vereinsmarke im deutschen Sport nutzen zu können. Und nicht nur diese: Auch Idole wie Mario Götze, Bastian Schweinsteiger oder Thomas Müller werden zu Markenplattformen für Gigaset: "Die Spieler werden alle mit Gigaset-Smartphones telefonieren", stellte Rummenigge bereits klar. Nicht nur die offiziellen Plattformen des FC Bayern wird Gigaset damit nutzen können. Es besteht für die Marke die Möglichkeit, auch auf den Social-Media-Profilen der Spieler stattzufinden. Und die sind - siehe Mario Götze - heutzutage wichtige Marketingkanäle geworden. Das bedeutet gleichzeitig jedoch auch: Scheitern verboten. Klar, davon darf man nicht automatisch ausgehen. Aber der glänzendste Diamant im deutschen Profisport wird sich kaum mit zweiter Wahl zufrieden geben wollen. Wenn die Stars der erfolgreichsten Deutschen Fußballmannschaft schon Gigaset-Geräte nutzen müssen, dann sollten diese besser auch allerhöchsten Qualitätsansprüchen genügen. Denn ihre Apple iPhones oder Samsung Galaxys geben die Spieler sicher nicht gerne ab. Sofern sie das überhaupt tun.

Bayern-Chef Rummenigge beugte entsprechenden Sorgen  vor und erklärte: "Ich gehe davon aus, dass Gigaset ein so hochwertiges Produkt auf den Markt bringt, dass sich diese Frage nicht stellt". Der Druck für Gigaset wird dadurch nicht gerade geringer. ire
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