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Acht Dinge, die Sie heute Morgen wissen sollten

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Guten Morgen aus Frankfurt! Wenn große Werbeholdings wie zuletzt WPP aufgrund der Corona-Krise sämtliche Ausgaben für Kreativ-Shows streichen und viele Awards ohnehin nicht stattfinden, dann kann man das irgendwann nicht mehr ignorieren, sondern muss die Konsequenzen ziehen. Um die besagten Konsequenzen geht es heute auch an vorderster Stelle in unseren Top-Meldungen des Tages. Bleiben Sie dennoch kreativ - und kommen Sie gut ins Wochenende!

Zwei Wochen ist es her, dass die Cannes Lions wegen des sich global ausbreitenden Coronavirus von ihrem Stammtermin Ende Juni in den Oktober verschoben wurden. Jetzt ziehen die Veranstalter dem größten Werbefestival der Welt für dieses Jahr ganz den Stecker. Die nächsten Löwen werden erst im Juni 2021 vergebenDie Corona-Krise wirft ihren Schatten auf die internationale Kreativszene: Mehrere Holding-Companies und Agenturen haben bereits angekündigt, dass sie ab sofort ihr Engagement bei Award Shows einstellen wollen. Zwar werden andere sich noch mit ausgewählten Arbeiten an wichtigen Shows beteiligen, weitere Firmen wollen erst im Laufe des Jahres entscheiden, doch eins ist klar: Es wird kein faires Wettrennen um die kreative Krone geben.


Im Februar startete die R+V Versicherung ihren neuen Markenauftritt. Claim: "Du bist nicht allein." Dann kam Corona. Doch R+V stoppte die Kampagne nicht. Im Video-Podcast schildert CMO Anja Stolz, warum Purpose in Krisenzeiten noch wichtiger wird – genauso wie Markenaufbau. Der Medienkonzern RTL Group zieht wegen der Coronavirus-Krise seinen wirtschaftlichen Ausblick 2020 und seinen Dividendenvorschlag für das vergangene Jahr zurück. Die globalen wirtschaftlichen Entwicklungen hätten sich seit Mitte März, als der Ausblick veröffentlicht wurde, signifikant verschlechtert, teilte die im MDax notierte Bertelsmann-Tochter am Donnerstag in Luxemburg mit. Es sei nun wichtig, Liquidität sicherzustellen. Obwohl zurzeit alle das Internet lieben und hochgradig davon abhängig sind: Als Werbekanal kommt es, wie die anderen Medien auch, unter Druck. Wie groß das Minus im Gesamtjahr werden könnte, darüber wagt noch niemand zu spekulieren. Es gibt aber auch positive Ausnahmen. Ein HORIZONT-Stimmungsbild. In der Werbewirkungsforschung wird trefflich darüber gestritten, wann ein Zuschauer als erreicht gilt. Die Auswirkungen von Krisen und damit die Frage, ob der Zuschauer in einer bestimmten Gemengelage überhaupt bereit ist, etwas zu kaufen, war bislang kein Debattenthema. Benjamin Krapp, Marketingleiter von Market Grounds, fordert in seinem Gastbeitrag für HORIZONT Online, auch das Konsumklima bei der Ermittlung des Wertes von TV-Spots zu berücksichtigen. Anfang des Jahres konnte Facebook einen Anstieg seiner weltweiten Nutzer auf 2,5 Milliarden Menschen vermelden – garniert von wachsenden Werbeerlösen. Faktenkontor wirft in seinem alljährlichen Social Media Atlas einen genaueren Blick auf die Nutzerentwicklung bei dem größten Social Network der Welt – und kommt zu einem differnzierten Ergebnis. Corona trifft die Außenwerbung mitten ins Herz. Ausgangsbeschränkungen machen den öffentlichen Raum als Werbefläche unattraktiv. Das große Verkaufsargument, die Mobilität der Menschen – hinfällig. Dennoch bleibt Udo Schendel im Interview mit HORIZONT optimistisch, auch, weil seine Agentur längst digital gut aufgestellt ist.

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