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Acht Dinge, die Sie heute Morgen wissen sollten

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Guten Morgen aus Frankfurt. Es schimpft sich leicht auf die Politik im Allgemeinen. Doch wer sich stellt und ein Mandat und damit Verantwortung übernmmt, muss einiges ertragen. Eine rbb-Umfrage unter Berliner Politikern zeigt, dass die allermeisten im Laufe ihrer Karriere schon beschimpft oder beleidigt wurden – und das nicht nur per Mail und über soziale Medien. Das ist traurig, neu ist das leider nicht: Schon Cicero beklagte vor über 2000 Jahren den Sittenverfall – "o tempora, o mores". Bei uns wie immer ganz ordentlich – die wichtigsten Themen von heute Morgen.
Strukturwandel, Stellenabbau, Relotius: Für die Medienbranche geht (abermals) ein schwieriges Jahr zu Ende. Dennoch – nein: gerade deshalb – kürte die Lead Academy am Montagabend jene „Medienmacher, die der Glaubwürdigkeitskrise etwas entgegenhalten“. Es gab würdige Sieger, weise wie witzige Worte – und lediglich eine Weile etwas wenig Wasser. Seit Jahren bemüht sich die Deutsche Telekom, ihre Tochter T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint zu vermählen. Endlich ist ein Deal fix, doch der muss wegen kartellrechtlicher Bedenken vor Gericht bestehen. Am Montag (Ortszeit) begann in New York der mit Spannung erwartete Prozess. Vor dem Gericht demonstrierten T-Mobile-Mitarbeiter der Gewerkschaft CWA gegen den über 26 Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss. Zenith hat seine Werbemarktprognose 2020 vorgelegt und in seinem "Advertising Expenditure Forecast" auch eine Botschaft für die Vermarkter parat. Die lautet zusammengefasst: Unsere Kunden müssen immer mehr Geld ausgeben – und erreichen dennoch weniger Menschen. So schätzt Zenith, dass Werbungtreibende 2020 ihre Investitionen um bis zu 4,3 Prozent steigern werden. Der von den Medien versorgte Zuschaueranteil werde jedoch um 1,6 Prozent zurückgehen. Der deutsche Werbemarkt steht im globalen Vergleich aber etwas anders da. Mike Klinkhammer, der europäische Vermarktungschef von Ebay Advertising, macht wenige Schlagzeilen, aber dafür ordentliche Werbeumsätze. Klinkhammer verantwortet die zwei wichtigsten Werbemärkte Ebays nach den USA; 2019 will das Unternehmen weltweit 700 Millionen US-Dollar durch Werbung einnehmen. Im Interview spricht Klinkhammer über die nächsten Expansionsschritte, Ad Tech und Geschwindigkeitsprobleme und erklärt, warum Markenhersteller stärker in Retail Media investieren. Die Lidl-Weihnachtskampagne stammt dieses Jahr nicht von Überground. Agenturchefin Jo Marie Farwick braucht eine Auszeit von den emotionalen und moralischen Markenbotschaften rund ums Fest. Stattdessen meldet sie dreifaches Neugeschäft und ruft einen Wettbewerb für Kunden ins Leben. Die Suche nach qualifizierten Fachleuten gestaltet sich häufig schwierig. Das gilt vor allem für kleinere Agenturen, Medienhäuser und Start-ups, die beim Recruiting mit großen Konzernen im Wettbewerb stehen. Dass man auch als kleiner Arbeitgeber bei Bewerbern punkten kann, hat jüngst Scope Content erlebt. Wie das IT-Start-up mit einem improvisierten Recruiting-Video rund 11.500 Abrufe erzielt und eine neue Kollegin rekrutiert hat, erklärt Scope-Content-Chef Peter Hogenkamp in seiner Kolumne. Die Golden Globes gelten nach den Oscars als die wichtigsten US-Filmpreise. Die Nominierungen für die Auszeichnungen des Verbands der Auslandspresse (HFPA) in 25 Film- und Fernsehkategorien wurden am Montag bekanntgegeben. Der Streaming-Riese Netflix dominierte dabei mit seinen Produktionen "Marriage Story", "The Irishman" und "Die zwei Päpste". Die Übersicht der Nominierungen gibt es hier. Die Ozeane ohne Plastikmüll – das ist die Vision von Marcella Hansch, Gründerin und Vorstandsvorsitzende von Pacific Garbage Screening. Mit dem gemeinnützigen Verein forscht sie an einer Technologie, mit der man die Plastikteilchen aus dem Wasser fischen kann. Was sie antreibt und wie eine Lösung aussehen kann, verrät sie beim Deutschen Medienkongress 2020 – und vorab im Gespräch mit HORIZONT.
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