HORIZONT Vor 9

Acht Dinge, die Sie heute Morgen wissen sollten

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Guten Morgen! Im US-Repräsentantenhaus werden heute ab 15 Uhr die öffentlichen Anhörungen in den Impeachment-Ermittlungen gegen US-Präsident Donald Trump fortgesetzt. Fans von "House of Cards" sollten die US-Medien verfolgen, die besten Geschichten schreibt halt nach wie vor das Leben. Unterdessen hat Dean Baquet, langjähriger Executive Editor der New York Times, in einem Interview mit dem Guardian den US-Präsidenten beschuldigt, dessen Schmähungen von Journalisten als "Feinde des Volkes" bringe diese in Lebensgefahr. Unsere Meldungen sind weniger dramatisch, haben es aber auch in sich.
Vor wenigen Tagen wurde die Stasi-Vergangenheit von Holger Friedrich, dem neuen Besitzer des Berliner Verlages, öffentlich. Nun will die Berliner Zeitung ein fünfköpfiges Reporter-Team beauftragen, diese Vergangenheit aufzuarbeiten. Dafür bekommt sie prominente Unterstützung. Marianne Birthler, die frühere Leiterin der Stasi-Unterlagen-Behörde, und der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk sollen die Redaktionen der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers bei der Sichtung der Stasi-Akten des Verlegers unterstützen
John Legere, CEO der Telekom-Tochter T-Mobile US, hat angekündigt, zum 1. Mai von seiner Funktion zurückzutreten. Per Twitter bestätigte er Spekulationen, dass er das Amt aufgeben würde. Seinen Platz als CEO übernimmt Präsident und Chief Operating Officer Mike Sievert. Das Handelsblatt kommentiert, der Wechsel an der Spitze sei vor dem Hintergrund der angestrebten Fusion mit Sprint riskant. Das Wachstum des deutschen Werbemarktes der vergangenen Monate setzt sich fort: Bis Oktober betrug das Plus bei den Brutto-Werbeinvestitionen laut Nielsen 1,5 Prozent. Besonders in der Spitzengruppe sitzt der Geldbeutel locker: Bei den 20 größten Werbespendern gibt es nur ein Unternehmen (ein in dieser Hinsicht alter Bekannter), das seine Brutto-Spendings in nennenswertem Umfang reduziert hat.
Der Rundfunkbeitrag in Deutschland sollte aus Sicht von Sachverständigen ab 2021 steigen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur schlägt die aus unabhängigen Experten bestehende Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) in einem noch vorläufigen Entwurf eine Anhebung vor. Derzeit sind pro Haushalt monatlich 17,50 Euro fällig. In der Werbebranche wird heftig darüber debattiert, ob man es in den vergangenen Jahren nicht arg übertrieben hat mit einem auf kurzfristige Abverkaufserfolge abzielenden Performance Marketing. Nachdem Michael Heine, Chef des Beratungsunternehmens Companion, den "Digital Naiven" bereits "Marke braucht Rezeption" ins Stammbuch geschrieben hat, sorgt er jetzt mit einer Untersuchung zur Messgröße User Engagement für neuen Gesprächsstoff. Porsche und VW legen im Oktober am stärksten beim Markenwert zu. Ebenfalls stark unterwegs ist Infinion. Anders sieht das bei Wirecard aus. Hier melden die Spezialisten von Adwired mit Sitz in Zürich und Spirit for Brands in Köln ein Minus. Die Analyse verrät warum. Crossmedia-Chef Markus Biermann sorgt sich um die Zukunft von Marken: Der Verzicht auf konsistente Markenkommunikation vernichte nach und nach mühsam aufgebaute Werte, es werde im Marketing in zu kurzen Zeiträumen gedacht und vieles auf den schnellen Erfolg optimiert. Hier sein – natürlich nicht ganz uneigennütziger – Appell für eine Rückkehr zu echter Markenarbeit. Marcella Hansch, Gründerin von Pacific Garbage Screening, hat dem Plastikmüll in den Meeren den Kampf angesagt. Ihre Lösung stellt sie auf dem Deutschen Medienkongress 2020 (DMK) vor. Helmut Lind, seit 2006 Vorstandsvorsitzender Sparda-Bank München, wird in Frankfurt am Main erläutern, wie eine Bank Impulse setzen und Leuchtturm in dieser Wirtschaft sein kann. Ebenfalls auf dem DMK: Rasmus Giese, Geschäftsführer United Internet Media, OWM-Vorsitzender Uwe Storch und Christian Bollert, Mitgründer des Onlineradios detektor.fm.
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