HORIZONT Vor 9

Acht Dinge, die Sie heute Morgen wissen sollten

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Guten Morgen aus Frankfurt. Brate-Eier-auf-dem-Gehweg-Tag, Spring-in-eine-Pfütze-und-bespritze-Deine-Freunde-Tag, Stell-eine-dumme-Frage-Tag, ... - haben Sie die ständigen und nicht selten grenzdebilen Aktionstage nicht auch satt?! Dann gehen Sie mit gutem Beispiel voran und erfinden doch einfach einen wirklich sinnvollen Feiertag. Schließlich ist heute der Erfinde-Deinen-eigenen-Feiertag-Tag (Nein, kein verfrühter Aprilscherz!). Hier kommen die wirklich wichtigsten Branchennews am Morgen - heute unter anderem mit dem Apple-Angriff auf Netflix und Co sowie der mit Spannung erwarteten Abstimmung zum Urheberrecht im EU-Parlament.
Apple will mit einem eigenen Video-Streamingdienst und weiteren Abo-Angeboten seine aktuelle Abhängigkeit vom iPhone-Geschäft verringern. Gestern Abend stellte der Konzern das Entertainment-Angebot Apple TV Plus vor, das im Herbst startet und exklusive Serien und Filme enthält. Zunächst in den USA und Kanada gibt es zudem in der App Apple News Plus für 9,99 Dollar im Monat Zugang zu 300 Magazinen und einigen Zeitungen. Auch eine Videospiele-Flatrate stellte Apple vor. Kurz vor der entscheidenden Abstimmung zum neuen EU-Urheberrecht ist eine Mehrheit für den umstrittenen Artikel 13 fraglich. "Es wird knapp, aber ich glaube, dass es am Ende für eine Streichung reicht", so SPD-Europapolitiker Tiemo Wölken. Der Protest gegen das Vorhaben war zuletzt immer größer geworden. Am Wochenende waren Zehntausende Menschen in vielen Städten Europas dagegen auf die Straße gegangen. Der globale Werbemarkt wird in diesem Jahr voraussichtlich stärker wachsen als ursprünglich erwartet. Das geht aus dem Advertising Expenditure Forecast der Mediaagentur Zenith hervor. Die korrigierte ihre Prognose auf 4,7 Prozent nach oben. Für Deutschland wurde die Prognose dagegen nach unten korrigiert. Überraschung im HORIZONT-Brand Ticker: Im Februar legt Eurowings am stärksten in Sachen Markenwert zu und landet mit einem Plus von 33 Prozent bei 70,6 Millionen Euro. Wirecard dagegen verliert nach mutmaßlichen Marktmanipulationen und fingierten Umsätzen seiner Asientöchter mit 2 Milliarden Euro satte 39 Prozent an Wert. Wahrscheinlich wurden noch nie so viele bewegte Bilder konsumiert wie heute - nur das gute alte Fernsehen profitiert davon nicht. Die Nutzung verschiebt sich immer stärker in die Online-Welt. Mit inzwischen deutlichen Folgen für die Sender: Ihre Umsätze aus dem herkömmlichen Spotverkauf geraten immer stärker unter Druck. Umwälzungen und Neuerfindungen des Mediengeschäftes hat es immer gegeben - doch noch nie war es so schwer wie heute. Diese bittere Botschaft hatte Axel-Springer-Vorständin Stephanie Caspar zum Digital Innovators' Summit des VDZ mitgebracht. "Der wichtigste Erfolgsfaktor, seine Geschäfte neu zu erfinden, ist die Veränderung der Unternehmenskultur", so Caspar. Doch es gibt Hoffnung. Die Deutschen haben das Vertrauen verloren – in ein gesundes Miteinander der Gesellschaft, in Politik, Medien und Unternehmen sowieso. In seinem Gastbeitrag für HORIZONT Online erläutert McDonald's-Unternehmenssprecher Philipp Wachholz, warum die aktuelle Glaubenskrise so gefährlich und gleichzeitig die Fähigkeit, Fehler zu machen und sich einzugestehen für große Konzerne enorm wichtig ist. Wie reagiert Netflix eigentlich auf die große Entertainment-Offensive von Apple? Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Paid) gibt sich CEO Reed Hastings zwar demonstrativ gelassen, sagt aber auch, dass es durch die Konkurrenz von Apple, Amazon und Disney schwieriger werde, mit Kreativen zu verhandeln. Zudem stellt Hastings klar, für was Netflix auch in naher Zukunft nicht stehen werde: "Wir sind nicht: Livesport, News, Virtual Reality."


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