HORIZONT vor 9

Neun Dinge, die Sie heute Morgen wissen sollten

ZAW-Hauptgeschäftsführer Manfred Parteina ist optimistisch für 2015
Bild: ZAW
ZAW-Hauptgeschäftsführer Manfred Parteina ist optimistisch für 2015

Guten Morgen. Frankfurt, 6 Uhr 32: Moin, moin nach Hamburg. Dort  heißt das leicht verschwurbelte Motto des heutigen ADC-Kongresses „Creating the digital hype“.  Wir Frankfurter sind pragmatischer. Unsere Losung lautet: „Delivering the hottest news.“ In diesem Sinne wünschen wir einen energischen Start in den Tag, natürlich auch in Hamburg.



1. ZAW erwartet leichtes Plus. Die gute Nachricht an erster Stelle. Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) ist für 2015 vorsichtig optimistisch: 31 Prozent der Mitglieder erwarten steigende, 52 Prozent unveränderte Werbeumsätze. An eine negative Entwicklung glauben 14 Prozent. Insgesamt rechnet der ZAW damit, dass die Investitionen gegenüber 2014 um ein Prozent steigen werden.


2. Auch der VPRT ist optimistisch - fürs Fernsehen. Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) prognostiziert linearem TV in diesem Jahr ein Plus von 2 bis 3 Prozent. Damit würden die Nettowerbeerlöse der Fernsehsender von 4,29 Milliarden Euro auf rund 4,4 Milliarden Euro wachsen. Für Radio dagegen rechnet der Verband mit einem leichten Minus von einem Prozent und Nettowerbeerlösen von rund 730 Millionen Euro.


3. Spotify rüstet sich gegen Apple. Der weltweit größte Music-Streamingdienst bietet nun auch Podcasts, Videos und digitale Fitness-Trainer an. Lautet Cnet richtet sich der Versuch, zur eierlegenden Streaming-Vollmilchsau zu werden vor allen Dingen gegen Apple, das mit Beats bekanntlich einen eigenen  Streamingdienst launchen wird.


4. Online-Kiosk Pocketstory startet. Noch ehe das heiß diskutierte niederländische Start-up Blendle mit seinem Onlinekiosk für Einzeltexte wie angekündigt in Deutschland antritt, taucht ein Konkurrent auf. Pocketstory lautet der Name des Hamburger Start-ups, an dem unter anderem der ehemalige Spiegel-Online-Chefredakteur Dieter Degler beteiligt ist. Neben kleineren Titeln und Verlagen wie „Mare“, „Emotion“, „Galore“ und Jahr Top Special sind auch schon Dickschiffe als Inhaltslieferanten mit an Bord: Die „Spiegel“-Gruppe mit allen Ablegern inklusive „Manager Magazin“, die „Zeit“ samt ihren Magazinen und die „Berliner Zeitung“.


5. Warum der ADC mit Google kuschelt. Für viele Medien ist der Internet-Konzern der Erzfeind, für viele Kreative dagegen ein möglicher Heilsbringer. Im HORIZONT-Interview sagt ADC-Präsident und Ogilvy-Kreativchef Stephan Vogel lapidar: „Google, Youtube und Facebook ermöglichen neue Freiräume für Kreative. Das traditionelle Mediasystem hat Kreativität oft verhindert oder gebremst.“ Aha.


6. Wie man der ADC-Jury dazwischen funken kann. Die ADC-Shortlist steht, aber entschieden ist noch nix: Nun dürfen Publikum und Otto Normalkreativer abstimmen, welche Kampagne einen Nagel verdient hat. Den Publikumsnagel hatte Telekommunikationsanbieter Vodafone beim letzten ADC-Festival ins Leben gerufen.


7. Neuer Bieter für Time Warner Cable. Eigentlich wollte der zweitgrößte US-Kabelanbieter mit Marktführer Comcast fusionieren. Daraus wurde aber nichts. Nun steigt laut Handelsblatt der vom französischen Investor Patrick Drahi kontrollierte Konzern Altice ins Bieterrennen ein.


8. Bedrohen Adblocker die Werbung im mobilen Internet? Oliver Wersch, Geschäftsführer G+J Digital Productions, ist der Meinung, dass mobile Adblocker Werbung nicht verhindern, sondern nur verlagern: „Das eigentliche Problem hätten dann die Medien, die einerseits die Werbung in ihren Content integrieren müssten, damit sie noch zu sehen ist, aber andererseits ja auch immer noch das Gebot der Trennung zwischen Werbung und Redaktion einzuhalten haben.“


9. Auszeichnung für HORIZONT-Kollegen. Erfreuliche Nachricht in eigener Sache: Mehrdad Amirkhizi, Ressortleiter Agenturen und Kreation von HORIZONT, wurde gestern Abend als „Fachjournalist des Jahres“ geehrt. Mit dieser Auszeichnung würdigte die elfköpfige Jury seinen Artikel „Die Legende vom Bambi“. Wir freuen uns.
 



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