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Neun Dinge, die Sie heute Morgen wissen sollten

Hat große Pläne mit Welt/N24: Springer-Manager Jan Bayer
© Björn-Arne Eisermann / HORIZONT
Hat große Pläne mit Welt/N24: Springer-Manager Jan Bayer
Guten Morgen aus Frankfurt zum Start einer verkürzten Arbeitswoche. Der FC Bayern München ist seit gestern vorzeitig und zum 25. Mal Deutscher Meister. Glückwunsch. Garantiert spannender als das diesjährige Titelrennen in der Bundesliga: unsere wichtigsten Branchennews am Morgen.




1. Ein Plädoyer für die großen publizistischen Ideen. Im Interview mit HORIZONT kündigt Axel-Springer-Vorstand Jan Bayer an, mit dem Zusammenschluss von "Welt" und N24 ein "digitales Leitmedium im Segment Qualitätsjournalismus" zu schaffen. Zudem beklagt er das "kleine Denken" und die Sparprogramme in der Verlagsbranche und erklärt, warum die viel zitierte Disruption keine Bedrohung für Print ist.


2. Deutsche Bank will 200 Filialen schließen. Im Zuge eines massiven Sparprogramms will das größte Kreditinstitut Deutschlands bis 2020 seine operativen Kosten um zusätzlich 3,5 Milliarden Euro pro Jahr senken. Das gab die Bank am Montagmorgen bekannt. Demnach sollen von den derzeit rund 700 Niederlassungen bis zu 200 geschlossen werden. In seine Digitalisierung will der Konzern dagegen weiter investieren - und dazu in den nächsten drei bis fünf Jahren bis zu 1 Milliarde Euro bereitstellen.

3. Facebook und Google helfen bei Vermisstensuche in Nepal. Mit Facebooks "Safety Check" und Googles "Person Finder" können Nutzer recherchieren, ob sich Verwandte oder Freunde in dem Katastrophengebiet aufhalten. Beide Dienste beruhen darauf, dass sich Überlebende selbst in eine Datenbank eintragen oder von anderen Menschen eingetragen werden und so von anderen gefunden werden können.

4. It's all about the iPhone. Wenn Apple heute seine Quartalszahlen bekannt gibt, rechnen viele mit der Bekanntgabe erster offizieller Zahlen zur neuen Smartwatch, die am Freitag die ersten Kunden erreicht hat. Dabei dürfte laut Analysten weiterhin das iPhone der Gewinntreiber Nummer eins bleiben. Wie CNET berichtet, soll die Zahl der verkauften iPhones im zweiten Quartal 2015 bei 56,8 Millionen Exemplaren liegen - und damit um rund 30 Prozent höher als zur gleichen Zeit im Vorjahr.

5. Neuer Co-Chef für die deutsche "HuffPo". Benjamin Reuter wird stellvertretender Chefredakteur bei der "Huffington Post" und soll in seiner Funktion unter anderem das Newsprofil stärken und mehr exklusive Geschichten mit Politikern sowie Persönlichkeiten aus Wirtschaft und der Tech-Szene an Land ziehen. Reuter kommt von der "Wirtschaftswoche" und wird seinen Dienst spätestens zum 1. Juli antreten.

6. Doch kein Handy-Comeback für Nokia? Das finnische Unternehmen hat laut "Reuters" gegenüber chinesischen Medien dementiert, wieder in die Herstellung von Smartphones einsteigen zu wollen. Gleichwohl testet der einstige Handy-Riese die Nachfrage im heutigen Marktumfeld durch die Vergabe einer Markenlizenz an ein chinesisches Unternehmen, das Tablets herstellt. Wo Nokia draufsteht, muss also nicht unbedingt Nokia drin sein.

7. Alibaba will Billig-Smartphones verkaufen. Der chinesische Megakonzern ist eine Partnerschaft mit der China Telecom eingegangen, um künftig Smartphones bereitzustellen, die umgerechnet etwa 48 US-Dollar kosten. Mit der Low-Price-Strategie will Alibaba die Menschen erreichen, die nicht in den Städten wohnen. China Telecom ist der größte Mobilfunk-Dienstleister in China mit 186 Millionen Nutzern.

8. Wim Wenders beklagt Bedeutungsverlust des Kinos. "Das Kino ist mehr denn je ein Konsumartikel geworden und als solcher eher daran interessiert, von 'Lebensfragen' abzulenken", so der Filmemacher nicht ohne Argwohn gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Laut Wenders spiele die Größe des Werbebudgets eine immer größere Rolle für den Erfolg eines Films.

9. Floppt Jay Zs Streamingdienst? Mit viel Tamtam gestartet, ist Tidal nach knapp einem Monat aus den Top 500 der Download-Charts draußen und kaum jemand scheint sich für den Spotify-Konkurrenten zu interessieren. "Mashable" begibt sich auf die Suche nach Gründen - und macht dem Dienst wenig Hoffnung.
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