HORIZONT vor 9

Acht Dinge, die Sie heute Morgen wissen sollten

© Ingo Rentz
Guten Morgen aus Frankfurt. 80 Millionen Euro soll Manchester City für Kevin de Bruyne bezahlen. Um mal einen Vergleich aus der Branche zu wählen: Ungefähr so viel gibt Visa in einem halben Jahr für Werbung aus - weltweit. Das und mehr in unseren Top-News am Morgen.
1. Interactive Media und T-Online führen erste Digital Facts an. Die Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung (Agof) hat nach der Pilotphase erstmals die Zahlen der Digital Facts präsentiert. Die neue Studie vereint die bislang maßgeblichen Internet Facts und Mobile Facts, um eine plattformübergreifende Messung zu ermöglichen. Die ersten Spitzenreiter der Digital Facts gehören beide künftig zu Ströer: Bei den Vermarktern dominiert Interactive Media, bei den Einzelangeboten ist T-Online die Nummer 1.


2. Facebook stellt Siri-Rivalin vor. Dass das größte soziale Netzwerk der Welt an einem Suchassistenten arbeitet, ist schon seit Längerem bekannt. Nun hat der für Messaging verantwortliche Manager David Marcus die Software vorgestellt: "M" soll in der Lage sein, Produkte zu kaufen, Tische im Restaurant zu reservieren oder Flüge zu buchen. Die Software, die anders als Apples Siri zunächst wohl nur per Texteingabe funktioniert, basiere auf Künstlicher Intelligenz, die von Menschen gesteuert werde, so Marcus.

3. Deutschlandgeschäft pusht RTL Group. Dank der guten Entwicklung der Mediengruppe RTL Deutschland und des Digitalgeschäfts schließt die RTL Group das 1. Halbjahr mit einem Plus von 3,8 Prozent ab und erzielt einen Umsatz von rund 2,79 Milliarden Euro. Entsprechend hebt das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr an und rechnet nun doch mit einem leichten Plus im Vergleich zum Vorjahr.


4. Group M-Chairman kritisiert Google. Irwin Gotlieb, Chef der mächtigen Mediaagenturgruppe Group M, registriert bei Internetkonzernen einen immer stärkeren Hang zum Protektionismus. Google etwa lasse Werbungtreibende keine Anzeigen mehr über Drittanbieter buchen. Dies sei ein Beispiel für einen "eingezäunten Garten", wie Gotlieb bei der Vorstellung der Halbjahrszahlen des Group M-Besitzers WPP sagte. Mit AppNexus ist Group M an einem der größten unabhängigen AdTech-Dienstleiter beteiligt - der durch Googles Strategie klar benachteiligt wird.

5. Justizminister macht Druck auf Facebook. Das Online-Netzwerk solle stärker als bislang gegen extremistische Inhalte vorgehen, wie Bundesjutizminister Heiko Maas in einem Schreiben an die Deutschland- und Europa-Zentrale des Unternehmens forderte. Wie sich die Gemeinschaftsstandards verbessern ließen, will Maas in einem Gespräch mit Facebook-Vertretern erörtern, wie der "Tagesspiegel" berichtet.

6. Mediaetat von Visa geht an Starcom. Gut ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio hat Großsponsor Visa seinen weltweiten Mediaetat vergeben. Das Mandat, das Billings im Wert von 200 Millionen Dollar umfassen soll, geht an Starcom. Laut "Campaignlive" setzte sich die Publicis-Tochter in einem Pitch gegen Omnicoms OMD durch. Außerdem sucht Visa derzeit wohl nach einer neuen Kreativagentur.

7. Faecks beklagt Selbstzufriedenheit des Mittelstands. Im Rahmen der Disruptionsserie von HORIZONT spricht Wolf Ingomar Faecks, Deutschlandchef von Sapient Nitro und GWA-Präsident, seinen Landsleuten ins Gewissen: Faecks sieht die deutsche Gesellschaft und vor allem den viel gepriesenen deutschen Mittelstand auf die Herausforderungen neuer Technologien und neuer Märkte schlecht vorbereitet - und fordert deshalb einen Kulturwandel in Wirtschaft und Politik.

8. Deutsche motzen mehr über Werbung. Insgesamt 322 Beschwerden sind im ersten Halbjahr 2015 beim Deutschen Werberat eingegangen. Das ist ein Plus von 13 Prozent im Vorjahresvergleich. Die häufigsten Beschwerdegründe sind Geschlechterdiskriminierung, Verstöße gegen Ethik und Moral sowie Diskriminierung von Personen.
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